Tipps und Termine

Wohin am langen Wochenende?

Die Kunst der Woche in Berlin, Brandenburg, Cremona, München, Potsdam, Wechselburg und Weimar 

 

Paper Positions in Berlin 

Flugzeuge starten und landen hier nicht mehr, aber Papierflieger schon: Die Paper Positions Berlin, in den vergangenen Jahren in der Telekom Hauptstadtrepräsentanz beheimatet, heben in diesem Jahr in der Haupthalle des Flughafens Berlin-Tempelhof ab. Damit stehen der Messe, die sich mit fünf Ablegern über Deutschland, Österreich und die Schweiz verteilt, in Berlin nun 2500 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. 65 Händler aus 18 Ländern sind diesmal dabei. Nach wie vor wird bei der Messe, die sich dem Material Papier und seinen Spielarten – von der Zeichnung über das Aquarell, den Siebdruck, die Collage bis hin zur Skulptur aus Pappmaschee – verschrieben hat, auf klassische Kojen verzichtet und an der Idee eines kuratierten Kunstsalons festgehalten. 

Eine dank der Flughalle ausgesprochen großzügige Raumgestaltung und die offene Struktur bieten den Galerien mehr Freiheiten und Möglichkeiten, ihre Positionen im Bereich der Papierkunst facettenreich zu inszenieren. Erweitert wird die Messe nun erstmals durch ein weiteres künstlerisches Material: die Keramik. Eine kuratierte Sonderausstellung zeigt ausgewählte Arbeiten zu diesem Medium und eröffnet einen spannenden Dialog mit dem Hauptteil der Messe. 

Als weiteres Extra sind die meditativen, von der persischen Kalligrafie inspirierten Papierwerke von Afshan Daneshvar zu sehen. Die iranische Künstlerin gewann den Paper Positions Award 2024. Auch in diesem Jahr sind drei Sonderpreise zu vergeben: Mit dem Paper Positions Award wird in Kooperation mit der Agentur Kaiserwetter eine herausragende Künstlerin ausgezeichnet, der Paper Art Award ermöglicht dank der Unterstützung von Canon, d’mage und Hahnemühle Anschaffungen für das Haus des Papiers in Berlin-Mitte, und die beste Galeriepräsentation wird mit dem Leue & Nill Award geehrt. 

"Paper Positions", Flughafen Tempelhof, 1. bis 4. Mai


Art-Talks in Berlin 

Mehrere Talks täglich soll es zwischen 2. und 4. Mai im Rahmen des TALK HUB im Mies-van-der-Rohe-Bau der Nationalgalerie geben; außerdem eröffnet im Skulpturengarten eine Schau mit den Nebelskulpturen der Japanerin Fujiko Nakaya und ist im Rahmen der Sammlungspräsentation "Zerreißprobe" Christoph Schlingensiefs "Deutschlandsuche ’99" zu sehen.

Gallery Weekend TALK HUB, Neue Nationalgalerie, 2. bis 4. Mai


Sellerie Weekend in Berlin 

Der Name ist ein bisschen albern – aber die Mission in Zeiten massiver Kürzungen im Kulturetat des Berliner Senats wichtiger denn je: Das Sellerie Weekend präsentiert parallel zum Gallery Weekend das gebündelte Off-Programm der freien Szene, jener viel gepriesenen und doch akut bedrohten Lebensader der hauptstädtischen Kulturlandschaft. Bei den ersten beiden Ausgaben des Festivals waren bereits 150 Projekträume mit Ausstellungen und Performances dabei; die Teilnahme steht allen Off-Spaces offen, auf der Website des Sellerie Weekend kann man sich mithilfe eines interaktiven Plans durch das Kunstwochenende navigieren. Mit dem "Spoiler" betreiben die Organisatorinnen des Sellerie Weekend selbst einen Projektraum und bespielen im Rahmen einer Zwischennutzung eine ehemalige Pitstop-Werkstatt in der Birkenstraße 1 im Stadtteil Moabit. Zum Sellerie Weekend 2025 ist hier die kollaborative Performance "Look at me" des Künstlers Niklas Apfel und des Collectif Blitzbereit zu sehen.

Sellerie Weekend Berlin, 2. bis 4. Mai 

Opening-Performance von Niklas Apfel
Fotos: © Sellerie Weekend

Opening-Performance von Niklas Apfel 


Numero Cromatico in Berlin 

Kunst als Entertainment? Numero Cromatico spielen da nicht mit. Ein Kunstwerk sollte nach dem Willen des römischen Kollektivs Tieferes bei den Betrachtenden auslösen. Nun präsentiert die Gruppe in der Galerie AOA;87 mit "My desire, My dream, My despair" eine immersive Ausstellung über das In-Beziehung-Sein – gemäß der in den späten 1990ern aufgetauchten Praxis der Relational Art, bei der die Wechselbeziehung zwischen Kunst und Publikum vor rein kontemplativen Erfahrungen rangiert. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 arbeitet Numero Cromatico an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, betreibt seit 2016 einen experimentellen Raum in Rom, in dem das Kollektiv seine Forschungsarbeiten präsentiert, und gibt mit "Nodes" eine international anerkannte Fachzeitschrift für Neuroästhetik heraus. 

"My desire, My dream, My despair", AOA;87 Berlin, bis 14. Juni 

Numero Cromatico "In Your Eyes Dwells My Flesh", 2023
Foto: © Ida Weber. Numero Cromatico

Numero Cromatico "In Your Eyes Dwells My Flesh", 2023


Die Macht der Bildschirme in Berlin 

Ein Leben ohne Mobiltelefon kann sich heute kaum jemand mehr vorstellen. Die Technologie hat unseren Alltag im Griff – wobei sie zunehmend eingesetzt wird, um soziale Netzwerke mit Bildern und Videoclips zu füttern. Die neue Gruppenschau "Rushes" im Fluentum-Ausstellungshaus in Berlin-Dahlem untersucht, wie Bildschirmtechnologien auf die Nutzer wirken, wie uns Handysüchtigen die Unterscheidung zwischen Inszenierung und Wirklichkeit abhandenkommt und dabei private und öffentliche Sphären immer mehr verschmelzen. Das Kuratorenduo Juliette Desorgues und Raoul Klooker (der neue Leiter bei Fluentum) versammelt Arbeiten von Morag Keil, David Moser, SoiL Thornton, Phung-Tien Phan, Josiane M. H. Pozi und Mona Varichon.

"Rushes", Fluentum-Ausstellungshaus, bis 26. Juli 

Soil Thornton "Grace/Graze(d)/Grief Complementary", 2011-2018
Foto: Courtesy of the artist and Galerie Neu, Berlin

Soil Thornton "Grace/Graze(d)/Grief Complementary", 2011-2018


Kinder-Workshops in Berlin 

Atelierbesuche und Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern zählen zu den begehrtesten Dingen beim Gallery Weekend Berlin. Mit ihnen Zeit in ihren Studios  verbringen zu dürfen, ist ein Privileg, das auf dem VIP-Programm des beliebten Kunst-Wochenendes steht – mit limitiertem Zugang. Rebecca Raue, die Gründerin der Organisation Ephra, hat schon sehr früh verstanden, welche Kraft, vielleicht sogar lebensverändernde Wirkung es haben kann, Künstlerinnen und Künstler kennenzulernen und das Wesen des Kunstmachens aus der Nähe zu begreifen. Festzustellen, dass ein Gedanke so wichtig sein kann, dass er eine Gestalt bekommen muss. Das kann besonders für jene ohne Privilegien eine wichtige Erfahrung sein – und dazu zählen in erster Linie Kinder.

Vom 1. bis zum 4. Mai finden pro Tag zwei Workshops für junge Menschen statt, gehalten werden sie von so namhaften Künstlerinnen und Künstlern wie Isabell Heimerdinger, Wilhelm Klotzek oder Viktoria Binschtok. Veranstaltungsort ist das Ephra-Haus in Berlin-Neukölln, eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Teilnahme an den "Open Labs" von Ephra x Volkswagen Group Art4All ist außerdem kostenfrei. "Peng! Puff! Wie zeichne und erzähle ich im Comic?" heißt zum Beispiel die Veranstaltung von Philipp Deines, "Komm mit auf eine Expedition zum unbekannten Bilderberg!" lädt die Fotokünstlerin Viktoria Binschtok ein. Ein Credo von Rebecca Raue ist, dass Kunst im Grunde keine Vermittlung braucht, sondern selbst schon die Vermittlung ist. Und dass Kinder das besser verstehen, als manche Erwachsenen denken. Künstlerinnen und Künstler wissen das.

"Open LAB", Ephra, Berlin, 1. bis 4. Mai


Wieder Kunst, Kaffee und Kuchen in alter Berliner Tankstelle

Wieder Kunst in einer historischen Tankstelle der 1950er-Jahre mitten in der Hauptstadt: Zwei große Galerien und ein Café der Verlagsgruppe "Die Zeit" ziehen in die ehemaligen Räume des kleinen Grosz Museums in Berlin-Schöneberg. Mit zwei Ausstellungen wird der bei Berlinern und Touristen beliebte Ort unter dem Namen Die Tankstelle am Freitag wiedereröffnet. Die Pace Gallery und die Galerie Judin wollen im Laufe des Jahres hier jeweils eigene Ausstellungen präsentieren. "Die Zeit" betreibt das angrenzende Café und einen Buchladen. Die einstige Tankstelle war von Galerist Juerg Judin vor einigen Jahren gekauft worden. Er setzte einen kleinen Anbau daneben, verwandelte die einstige Zufahrt zu den Zapfsäulen mit Kiefern, Bambus und einem Karpfenbassin in ein Großstadtidyll hinter hoher Mauer. Knapp zweieinhalb Jahre war hier ein Museum für Werke des verstorbenen Künstlers George Grosz untergebracht.

Zum Auftakt zeigt die Pace Gallery unter dem Titel "Reverse Alchemy: Dubuffet, Basquiat, Nava" Kunst von Jean Dubuffet, Jean-Michel Basquiat und Robert Nava. Die in Zürich gegründete Galerie Judin eröffnet mit einer Ausstellung zum finnischen Künstler Touko Laaksonen (1920-1991), der als Tom of Finland zu einer weltweit gefeierten Ikone der Schwulenbewegung geworden ist. Der Ort samt Café ist am Freitag ab 11 Uhr für das Publikum zugänglich, abends folgt dann die offizielle Eröffnung zum Gallery Weekend in Berlin. (dpa)

Reverse Alchemy: Dubuffet, Basquiat, Nava" und Tom of Finland, Die Tankstelle, Berlin, 2. Mai bis 14. Juni

Historische Berliner Tankstelle in der Bülowstraße in Schöneberg am Rand eines künstlichen Teich
Foto: Soeren Stache/dpa

Historische Berliner Tankstelle in der Bülowstraße in Schöneberg am Rand eines künstlichen Teich


Tage der offenen Ateliers in Brandenburg 

Kunstateliers in ganz Brandenburg öffnen ihre Türen. Am 3. und 4. Mai gibt es Werke der Malerei, Bildhauerei und Fotografie in großer Vielfalt zu entdecken. Am Tag der offenen Ateliers können die Besucher Künstlern über die Schulter schauen und in manchen Werkstätten auch selbst kreativ we den. "Gerade in Zeiten, in denen Kulturhaushalte vieler Bundesländer und Kommunen rigiden Sparmaßnahmen unterliegen, setzen die offenen Ateliers in Brandenburg ein wichtiges Zeichen", teilte der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler in Brandenburg mit. Die Tage der offenen Ateliers im Land Brandenburg gibt es seit 1999. Jährlich am ersten Maiwochenende werden Tausende Besucherinnen und Besucher in Ateliers, Werkstätten und Galerien erwartet.

Offene Ateliers Brandenburg 2025, 3. und 4. Mai 

Mehr als 1000 brandenburger Künstler*innen öffnen an diesem Wochenende ihre Ateliers
Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

Mehr als 1000 brandenburger Künstlerinnen und Künstler öffnen an diesem Wochenende ihre Ateliers


Paola Pivi in Cremona

Das Auf-den-Kopf-Stellen ist eine Lieblingsübung der Kunst. Georg Baselitz malt seine Bilder seit Menschengedenken verkehrt herum; Piero Manzoni versah seinen "Socle du Monde" mit verkehrter Beschriftung, sodass man sich auf den Kopf stellen muss, um sie zu lesen, und dabei die ganze Welt auf dem Sockel sieht. Auch Paola Pivi lässt die Verhältnisse gerne tanzen, schuf eine Skulptur aus einem auf die Seite gedrehten Lkw, legte auf der Venedig Biennale einen Kampfjet wie ein wehrloses Insekt auf den Rücken. Ihre neueste Arbeit besteht aus einem Agusta-109-Hubschrauber, der auf den Kopf gestellt auf dem Boden des Mittelschiffs der Kirche San Carlo im italienischen Cremona platziert wurde. An diesem Ort des Wunders und der Auferstehung bleibt das Fluggerät am Boden – unsere Vorstellungskraft darf abheben.

Paola Pivi "A helicopter upside down", San Carlo Cremona, bis 29. Juni 

Paola Pivi "A helicopter upside down", 2025
Foto: Attilio Maranzano, Courtesy San Carlo Cremona

Paola Pivi "A helicopter upside down", 2025


Interaktive Oper in München 

Die Bayerische Staatsoper hat eine der wichtigsten deutschen Gegenwartskünstlerinnen engagiert. Die traumwandlerische Oper "Matsukaze" steht auf dem Spielplan, und mit dem Bühnenbild wurde die Künstlerin Alicja Kwade beauftragt. Das Stück stammt aus dem japanischen Nō-Theater und erzählt die tragische Geschichte zweier Schwestern, die sich in denselben Edelmann verliebten und bis über den Tod hinaus Gefangene ihrer Sehnsucht blieben. Das Regieduo Lotte van den Berg und Tobias Staab stellt die Frage nach der Erlösung der Seelen neu. Das Besondere: Man nimmt das Stück nicht wie gewohnt aus dem dunklen Zuschauerraum vom Platz aus wahr, sondern ist eing laden, sich während des Abends frei durch den Raum zu bewegen.

"Matsukaze" von Toshio Hosokawa, Bayrische Staatsoper, Premiere am 3. Mai

Werke von Alicja Kwade im Königssaal des Nationaltheaters München
Foto: © Geoffroy Schied

Werke von Alicja Kwade im Königssaal des Nationaltheaters München 


Bernhard Heisig in Potsdam 

Das künstlerische Erbe des Malers Bernhard Heisig ist bis zum 22. Juni in einer Ausstellung im Schloss Sacrow in Potsdam zu sehen. Der Mitbegründer der Malerei der Leipziger Schule wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Heisig war einer der bekanntesten Künstler der DDR. Düstere Themen wie der Krieg prägten sein Schaffen. Er porträtierte aber auch etwa Ex-Kanzler Helmut Schmidt. "Besonders sein intensives Ringen mit den Schrecken des Krieges und seine Auseinandersetzung mit der moralischen Verantwortung eines Kunstschaffenden in einem politisch belasteten Umfeld machen seine Werke zu einem unverzichtbaren Beitrag zur deutschen Kunst- und Erinnerungskultur", teilte der Verein Ars Sacrow mit. 

Die Ausstellung "Krieg - und Frieden? 100 Jahre Bernhard Heisig 1925-2025" ist für Besucher seit Samstag zu besichtigen. Das Museum für bildende Künste in Leipzig zeigt bereits seit März einen Überblick über das Schaffen Heisigs. Die Jubiläumsausstellung auf Schloss Sacrow präsentiere eine sorgfältig kuratierte Auswahl von rund 60 Gemälden aus selten gezeigten Leihgaben und aus dem Familienbesitz sowie 100 Grafiken, so die Organisatoren. Darunter seien auch Vorzeichnungen zum Kanzlerporträt von Schmidt. 

Fotografien aus der ehemaligen Fotoklasse der Leipziger Hochschule und aus dem Privatarchiv rundeten die Ausstellung ab. Wegen seiner staatstragenden Rolle in der DDR und weil er sich als Freiwilliger zur Waffen-SS gemeldet hatte, war der Maler und Grafiker umstritten. Nach kontroversen Debatten hängt er aber auch im Bundestag. Heisig wurde am 31. März 1925 in Breslau geboren. 1949 begann er ein Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Später gründete er dort die erste Malerei-Klasse. 1977 wurde Heisig zur Kasseler documenta eingeladen - und damit auch jenseits der deutsch-deutschen Grenze bekannt. Der Künstler starb 2011 in Brandenburg. (dpa)

"Krieg - und Frieden? 100 Jahre Bernhard Heisig 1925-2025", Schloss Sacrow Potsdam, bis 22. Juni

Bernhard Heisig „Der kleine Katastrophenfilm“, um 1985
Foto: Elisa Schu/dpa

Bernhard Heisig „Der kleine Katastrophenfilm“, um 1985


Michael Triegel in Wechselburg

Der als "Papstmaler" bekannte Leipziger Künstler Michael Triegel hat ein Auftragswerk für die Kirche des Klosters Wechselburg geschaffen. Das Porträt der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz wird laut Mitteilung des Bistums Dresden-Meißen am 2. Mai von Bischof Heinrich Timmerevers geweiht und erstmals über dem nördlichen Seitenaltar öffentlich zu sehen sein. 

Die in Auschwitz gestorbene Nonne ist Patronin der 2020 neu gegründeten Pfarrei Limbach-Oberfrohna, die zur Gemeinde in Wechselburg gehört und das Gemälde in Auftrag gab. Als Edith Stein 1891 in Breslau geboren, konvertierte die Jüdin später zum Christentum, wurde Ordensfrau und 1942 von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Die Philosophin und Frauenrechtlerin wird als Mittlerin zwischen den Religionen verehrt. 

1998 sprach Papst Johannes Paul II. sie heilig. Das Gotteshaus, ein romanischer Bau mit berühmtem Lettner - einer Schranke aus Rochlitzer Porphyr und Eichenholz, das früher Geistlichkeit und Volk trennte, ist Wallfahrtsort, Päpstliche Basilika, Kloster- und Gemeindekirche in einem. Triegel, ein Vertreter der "Neuen Leipziger Schule", beschäftigt sich in seiner Kunst mit religiösen und kirchlichen Themen - 2010 porträtierte er Papst Benedikt XVI. (1927-2022).

Gemäldeweihung, Basilika Wechselburg, 2. Mai, ab 18 Uhr 

Heinrich Timmerevers in der Basilika Wechselburg
Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Heinrich Timmerevers in der Basilika Wechselburg 


Walpurgisnacht und "Faust" in Weimar

Passend zur Walpurgisnacht eröffnet die Klassik Stiftung Weimar ihr Themenjahr zu Johann Wolfgang von Goethes "Faust". Dazu soll am Abend unter Mitwirkung der Bauhaus-Uni ein musikalischer Festumzug mit Fabelwesen durch die Stadt ziehen, kündigte die Stiftung an. Auch Live-Musik und ein DJ-Set gehören zum Programm. 

Zudem eröffnen gleich zwei Ausstellungen des Themenjahrs: "Faust. Eine Ausstellung" im Schiller-Museum fragt, was der "Faust" heute noch zu bieten hat und setzt bis zum 1. November etwa auf Film-Elemente und Comics. Und: "Erstmals beziehen wir Goethes große Natur- und Kunstsammlungen in eine 'Faust'-Ausstellung ein und beleuchten so Verbindungslinien zwischen seiner Auseinandersetzung mit Naturwissenschaften und Kunst und dem 'Faust'", sagte Kuratorin Petra Lutz. 

"Experiment Faust – Aus Goethes Schreibwerkstatt" beleuchtet bis zum 14. Dezember im Goethe- und Schiller-Archiv den Entstehungsprozess der Tragödie. An einzelnen Terminen wird das originale Manuskript zu "Faust II" gezeigt. Auch weitere Häuser der Stiftung beschäftigen sich mit dem weltberühmten Stück. Das Themenjahr bezieht sich auf die Ankunft Goethes in Weimar vor 250 Jahren. Damals hatte er bereits Teile von "Faust" in der Tasche. Im "Faust" hielt Goethe auch das teuflische Treiben zur Walpurgisnacht auf dem auch Blocksberg genannten Brocken fest. Der Stoff um die tragische Beziehung zwischen dem Gelehrten Faust und Gretchen und um einen Teufelspakt beschäftigte den Dichter sein Leben lang. Die vollendete Version des ersten Teils wurde 1808 veröffentlicht. "Faust II" wurde wie von Goethe (1749-1832) gewünscht erst nach seinem Tod herausgegeben. (dpa)

"Faust 2025" Eröffnungsveranstaltung, 30. April, 17-23 Uhr 

"Faust - eine Ausstellung", Schillermuseum Weimar, bis 1. November

"Experiment Faust - Aus Goethes Schreibwerkstatt", Goethe- und Schiller-Archiv Weimar, bis 14. Dezember 

Themenjahr Faust in Weimar
Foto: Martin Schutt/dpa

Themenjahr Faust in Weimar