UdK-Rundgang in Berlin
Anfang des Jahres protestierten Studierende der Universität der Künste (UdK) in Berlin gegen die Sparmaßnahmen der Politik, indem sie das Hauptgebäude ihrer Hochschule verhüllten. Wochenlang hing ein riesiger Trauerflor an der Fassade.
Nun haben die Studierenden wieder einen Grund zu feiern. Diesen Freitag eröffnet der UdK-Rundgang an mehreren Standorten in Berlin. Am Wochenende erhalten Besucherinnen und Besucher einen seltenen Einblick in die Ateliers und Werkstätten, wo die nächste Generation über das Semester neue Projekte entwickelt. Trotz der Haushaltskürzungen bietet der diesjährige Rundgang wieder ein umfangreiches Programm.
Neben Kunstausstellungen wird auch eine weitere Protestaktion des Instituts für experimentelles Bekleidungs- und Textil-Design stattfinden, die "Schau 25". Anstelle einer gewöhnlichen Modenschau, erwartet die Besucherinnen und Besucher eine performative Rauminstallation zwischen Mode und Demo. Damit wollen die Studierenden erneut auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen und wichtige Fragen über die Zukunft der UdK mit dem Publikum diskutieren.
UdK Rundgang, verschiedene Orte, Berlin, bis 20. Juli
Forecast Forum in Berlin
Das internationale Mentoring-Programm "Forecast" fördert Talente in den Bereichen Performance, Installation, Musik, Sound und Design. Dafür haben sechs renommierte Mentorinnen und Mentoren (unter anderem der Künstler James Richards) aus über 1.000 Bewerbungen, die 18 spannendsten Positionen ausgewählt. Die Nominierten stellen sich und ihre Konzepte dieses Wochenende im Rahmen des "Forecast Forums" öffentlich vor - sechs davon werden wiederum in das Mentoring-Programm aufgenommen. An der Seite der Mentorinnen und Mentoren entwickeln sie ihre Projekte bis zum "Forecast Festival" im März 2026 weiter. Beim "Forecast Forum" können sich Besucherinnen und Besucher aber schon jetzt einen Eindruck verschaffen und mit den 18 Nominierten mitfiebern.
"Forecast Forum 10. Mentorship for Audacious Minds", Radialsystem, Berlin, 18. - 20.7.
Kunstfestival Begehungen in Chemnitz
Seit 2003 findet in Chemnitz jährlich das inklusive Kunstfestival Begehungen statt. An wechselnden Standorten entstehen verschiedene Projekte und ortsbezogene Interventionen, sowohl von bereits anerkannten Künstlerinnen und Künstlern als auch von jungen Perspektiven. So wurden in den letzten Jahren bereits leerstehende Ladengeschäfte, eine alte Brauerei oder verlassene Kleingärten als Kunstorte wiederbelebt.
Dieses Jahr dient das ehemalige Heizkraftwerk in Chemnitz-Nord als eindrucksvolles Setting für die 22. Ausgabe des Festivals. Unter dem Titel "Everything is Interaction" beteiligen sich diesmal 32 internationale Künstlerinnen und Künstler (unter anderem Anne Duk Hee Jordan, Hito Steyerl, Olaf Nicolai und Henrike Naumann), die künstlerische Leitung übernimmt Claudia Tittel. Passend zum Standort dreht sich das Festival um die Folgen von Umweltzerstörung und damit verbundene Krisen. Die Ausstellung wird durch Konzerte, Lesungen, Performances und Workshops erweitert, der Eintritt zum Festival ist frei.
"Everything is Interaction", Kunstfestival Begehungen, Heizkraftwerk Chemnitz-Nord, bis 17. August
Absolventenausstellung der Städelschule in Frankfurt am Main
Die Ausstellung der Absolventinnen und Absolventen der Städelschule in Frankfurt am Main findet immer wieder an verschiedenen Orten statt. Dieses Mal ist es kein leerstehendes Bürogebäude, sondern eines der renommiertesten Museen und direkter Nachbar auf dem Grundstück: Das Städelmuseum hat eine Etage für Wechselausstellungen freigeräumt, und die Kuratorin Johanna Laub hat gemeinsam mit den 30 Studierenden die Arbeiten ausgewählt und gehängt.
"Overture" heißt die toll installierte Schau, ein solider Katalog liegt ebenfalls aus. Die Öffnung als Überthema einer Präsentation, die ganz verschiedene Ansätze vereint. Vincenzo Ottino zerschneidet Vorleger aus Tierfellen in millimetergenaue Streifen, Gregor Lau bleibt seinem Thema Arbeit treu und hat mit Handwerkern vom Schwarzarbeitsmarkt kooperiert. Deshaun Price zeigt, dass seine zurückhaltende figurative Malerei auch im großen Format ausgezeichnet funktioniert, und das Duo Juri Simoncini und Elisa Diaferia hat eine Mixed-Media-Installation auf dem Museumsboden aufgebaut, die zugleich rätselhaft und stimmig ist. Wer anschließend auch in die Sammlungen des Museums geht, findet dort weitere ehemalige Städelschüler und -professoren.
"Overture", Städel Museum, Frankfurt am Main, bis 10. August
Höhler Biennale in Gera
Sie sticht hervor mit Installationskunst und einem ungewöhnlichen Ausstellungsort: Bei der Höhler Biennale sind viele zeitgenössische Werke in den früheren Bierlagerstätten tief unter der Altstadt Geras zu entdecken. Das Thema der Ausstellung lautet dieses Mal "UnterHaltung". Sie schätze die Doppelbödigkeit des Mottos, sagte Projektleiterin Gitta Heil. "Es geht ums Unterhalten, darum sich zu unterhalten und in der Unterhaltung eine Haltung zu zeigen - das fand ich sehr spannend."
Arbeiten von 25 Künstlerinnen und Künstlern sowie Gruppen sind bei der 12. Auflage der Biennale in den vor einigen 100 Jahren von Bergleuten errichteten, unterirdischen Räumen zu sehen. Werke vieler vergleichsweise junger Kunstschaffender seien dabei, so Heil. Einige von ihnen würden das erste Mal bei der Höhler Biennale ausstellen.
Wiederum zu den ältesten Mitwirkenden dürfte Klaus Staeck gehören. Der 87 Jahre alte Ehrenpräsident der Akademie der Künste Berlin hat mehrere seiner bekannten Plakate zur Verfügung gestellt. Um Originale handle es sich dabei nicht, betonte Heil. Denen würde die feuchte Luft der Höhler nicht gut bekommen. "In jeder einzelnen Aussage steckt das Thema Haltung drin", so Heil über die Arbeiten Staecks. Zu sehen ist etwa eine Kopie des bekannten Plakats, das die Abbildung der Erdkugel zeigt. Darunter steht: "Die Mietsache ist schonend zu behandeln und im guten Zustand wieder zurückzugeben."
Die Höhler Biennale findet im zweijährigen Rhythmus in den Geraer Höhlern statt. Die ehemaligen Bierlagerstätten aus dem Spätmittelalter wurden Ende der 1930er-Jahre durch Gänge verbunden, um sie als Luftschutzbunker zu nutzen. (dpa)
12. Höhler Biennale, Gera, bis 17. Oktober
HfG-Rundgang in Offenbach am Main
Wenn am heutigen Freitag um 18 Uhr auf dem Schlossplatz in Offenbach der Rundgang der Hochschule für Gestaltung eröffnet, dann wirkt sich das auf die ganze Stadt aus. An acht verschiedenen Orten werden die Werke der Studierenden ausgestellt, der Fachbereich Produktdesign beispielsweise am Hafengelände, wo auch der Neubau der HfG einmal stehen wird. Neben den Gebäuden am Hauptcampus werden die HfG-Zollamt-Galerie, das Atelierhaus in der Geleitsstraße, der OK-Offenbacher Kunsthalle am Marktplatz und gleich neben dem HfG-Neubaugelände das Rockywood bespielt. Auch die Höchster Porzellanmanufaktur (HPM) in Frankfurt am Main ist wieder dabei. Ein Shuttlebus fährt den Ort vom Hauptcampus aus an.
27. HfG-Rundgang, Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main, 18. - 20. Juli
Kunstaktion in Zollbrücke
Am Samstag, 19. Juli, beginnt die Kunstaktion "Break on through to the Oder side" in Zollbrücke an der Oder, dem Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen. In dieser idyllischen Umgebung intervenieren Künstlerinnen und Künstler zwei Wochen lang mit Ausstellungen, Performances und Installationen. Zur Eröffnung soll eine feierliche "Parade der Kakophonie" stattfinden. Ein weiteres Highlight bilden Klangschiff-Exkursionen auf der Oder, geleitet vom Künstler Marc Weiser.
Zudem ergänzen Diskussionsrunden über aktuelle politische Themen das Programm. Dadurch wollen das Theater am Rand als Gastgeber und die teilnehmenden Kunstschaffenden den Austausch zwischen Menschen beidseitig der Oder fördern. Im Kontext der laufenden Kontrollen an der deutsch-polnischen Grenze scheint dieses Vorhaben umso dringender. Der Eintritt zum Ausstellungs- und Performanceareal ist frei. Für die Klang-Exkursionen wird um Voranmeldung gebeten.
"Break on through to the Oder side", Theater am Rand, Zollbrücke, Oderaue, 19. - 27. Juli