Brasilianischer Sound in Berlin
Passend zur aktuellen Lygia-Clark-Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie in Berlin findet dort am Sonntag, 27. Juli, das brasilianische Musikfestival Psicotrópicos statt. In dieser besonderen Location bringen insgesamt sechs Künstlerinnen und Künstler den Sound des südamerikanischen Landes nach Berlin. Dabei sind unter anderem der bereits 90-jährige Komponist und Latin-Grammy-Gewinner Hermeto Pascoal und der rising star Jota.pê. Tickets können für 35 Euro im Voraus online bestellt werden, für Kinder unter 12 Jahren ist der Eintritt frei.
Psicotrópicos, Neue Nationalgalerie, Berlin, Sonntag, 27. Juli, 16 bis 22 Uhr
Kunst und Wellness in Berlin
Eine ehemalige Autowerkstatt in Berlin-Moabit dient dem Kollektiv hinter dem Spoiler Aktionsraum als Kulisse für kuratorische Experimente. Abseits der großen Institutionen entsteht dort jedes zweite Wochenende eine neue Gruppenausstellung mit jungen Künstlerinnen und Künstlern. Pünktlich zum Ferienstart kreist das nächste Projekt um die Bedeutung von Wellness in der zeitgenössischen Kultur. Die Ausstellung "A Wellness Cascade" eröffnet am Freitag um 19 Uhr mit einer Performance in bodenständiger Atmosphäre auf dem Gelände in Moabit. Hier bereichert der Spoiler Aktionsraum einen Teil Berlins, der selten mit Kunst in Verbindung gebracht wird. Umso gespannter dürfen Besucherinnen und Besucher auf die kommende Eröffnung sein.
"A Wellness Cascade", Spoiler Aktionsraum, Berlin, bis 27. Juli
Welterbe-Festival für die Hufeisensiedlung in Berlin
Licht, Luft und Sonne statt dunkler Mietskasernen - diese Idee steckt hinter der Gründung der Hufeisensiedlung in Berlin-Britz. Vor 100 Jahren wurde der Grundstein für die Formation mit den bunten Reihenhäusern und dem Wohnungskomplex in Form eines Hufeisens gelegt, die heute zum Unesco-Welterbe gehört. Bis Samstag wird das mit einem Festival gefeiert. Unter dem Motto "Architektur erleben - Gemeinschaft leben" sind Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Führungen geplant.
Die Eröffnung findet mit einer musikalischen Ouvertüre in der Fritz-Karsen-Schule statt, bei der Schüler und das Stegreif Orchester Berlin auftreten. Workshops, Salons und Kinderaktionen begleiten das Programm an allen Tagen. Das große Finale ist am Samstag auf der Hufeisenwiese geplant - mit Picknick, Street-Food, Kinderaktionen, Samba-Rhythmen und einer musikalischen Zeitreise.
Ziel ist es, die Ideen des Neuen Bauens von Bruno Taut und Martin Wagner in die Gegenwart zu tragen - und zu zeigen, wie aktuell sie noch immer sind, heißt es von den Veranstaltern. Das Festival wird von verschiedenen Partnern getragen, darunter Vonovia, das Landesdenkmalamt Berlin und der Verein der Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung. "Die Siedlungen der Moderne geben bis heute ein frisches Bild ab. Über Musik und Künste lässt sich das Lebensgefühl der 1920er besonders gut nachempfinden", so Christoph Rauhut, Direktor des Landesdenkmalamts.
Die Hufeisensiedlung gehört zu den Siedlungen der Berliner Moderne. Raus aus den Mietskasernen, weg von den düsteren Hinterhöfen und den stickigen, kleinen Wohnungen mit Außentoilette - so lautete das Credo von Architekten und Planern, die zwischen 1913 und 1934 die Siedlungen bauten: Dazu zählen auch die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark in Wedding, die Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg, die Weiße Stadt in Reinickendorf und die Großsiedlung Siemensstadt in Charlottenburg. Ihre klaren Formen sind wegweisend für die Architektur des 20. Jahrhunderts. (dpa)
Welterbefestival 2025, Hufeisensiedlung, Berlin, bis 26. Juli
Kunst und Essen in Berlin
Im Schinkel Pavillon in Berlin-Mitte wird das Thema Essen dieses Wochenende großgeschrieben. Mit "Food" servieren die Kuratorinnen Lina Louisa Krämer und Luisa Seipp ein transdisziplinäres Projekt über gemeinschaftliche Mahlzeiten im Rahmen der Kunst. Dinner-Performances und Lebensmittel-Installationen füttern das Publikum mit Bildern, Ideen und Lebensmitteln.
Zur Eröffnung entwickelt der Koch-Künstler Caique Tizzi mit dem Performance-Kollektiv Young Boy Dance Group ein kulinarisches Gesamterlebnis für Körper und Geist über drei Etagen des Schinkel Pavillons. Über die kommenden Wochen können Besucherinnen und Besucher zudem die kunstvollen Gelee-Kreationen von Lila Steinkampf sowie eine immersive Film-Dinner-Show des Kurators Vincent Stroep und dem Kollektiv Otark genießen.
"Food", Schinkel Pavillon, Berlin, bis 28. August
HfG-Rundgang in Karlsruhe
Die Hochschule für Gestaltung (HfG) teilt sich den Hallenbau in Karlsruhe mit zwei weiteren renommierten Institutionen: dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) und der Städtischen Galerie. Dieses Wochenende sind wegen des alljährlichen Rundgangs alle Augen auf die Lichthöfe der HfG gerichtet.
Unter dem Motto "Kiosk" präsentieren dort Studierende aus den Fachgruppen Kommunikationsdesign, Produktdesign, Medienkunst, Ausstellungsdesign und Szenografie, Kunstwissenschaft und Medienphilosophie über 100 künstlerische Arbeiten und Designobjekte. Außerdem öffnen die hauseigenen Werkstätten und Druckereien ihre Türen. Dazu gibt es Begleitprogramm mit Live-Performances, öffentlichen Führungen, Filmscreenings, Gesprächen sowie einer Release-Party der studentischen Publikation "Schwarm". So können sich Besucherinnen und Besucher des HfG-Rundgangs einen Hauch der kreativen Atmosphäre in Buchform mitnehmen.
HfG-Rundgang "Kiosk", Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, bis 27. Juli. "Schwarm" Release-Party, Freitag, 25. Juli, ab 17.30 Uhr
Kunsthochschul-Rundgang in Kassel
Als Kunststandort ist Kassel vor allem für die Documenta bekannt, doch gibt es hier auch eine international orientierte Kunsthochschule, die KhK, mit etwa 900 Studierenden. Zum Ende des Sommersemesters öffnen sie ihre Ateliers und Werkstätten sowie die schuleigene Ausstellungshalle.
Beziehungsweise: Zuerst öffneten sie sie nicht. Denn als Reaktion auf beschlossene Kürzungen bei den hessischen Hochschulen, die auch die Kunstakademie betreffen, traten die Kunststudierenden in den Streik. Klassenräume mit Kunstwerken blieben geschlossen, statt Präsentationen dominierten Protest-Transparente gegen die Landesregierung und den Kulturminister Timon Gremmels (SPD).
Später gab es dann aber doch noch Kunst zu sehen, und das ist auch am Wochenende der Fall: Beim diesjährigen Rundgang geht es unter anderem um das Potenzial ekstatischer Zustände in der Gesellschaft. Unter der Leitung des Künstlers und Professors Bjørn Melhus haben die Beteiligten ein "berauschendes" Programm zusammengestellt. Dazu gehören neben den studentischen Arbeiten, Performances und Lesungen auch ein Open-Air-Kino, Führungen und Workshops. Außerdem werden die Besucherinnen und Besucher mit Pizza, Waffeln und Getränken versorgt.
KhK-Rundgang "Ekstase", Kunsthochschule Kassel, bis 27. Juli
John Akomfrah und Expressionismus in Ravensburg
Im Kunstmuseum Ravensburg eröffnen an diesem Wochenende gleich zwei sehenswerte Ausstellungen: John Akomfrahs Solo-Schau "The Unfinished Conversation" und "Under Pressure. Druckgrafik des Expressionismus". Der in Ghana geborene Akomfrah präsentiert seine Filminstallation "The Unfinished Conversation" (2012) - eine Hommage an den Gründer der Cultural Studies Stuart Hall, mit dem der Künstler befreundet war. Seine Arbeit verknüpft Archivmaterial über Hall mit Medienbildern zu politischen Ereignissen.
Ergänzend zur Filminstallation wird im Museum ein "Conversation Room" eingerichtet, in dem Texte zu Themen wie Herkunft, Identität, Zugehörigkeit und Rassismus, die in Akomfrahs Arbeit behandelt werden, zum Nachdenken anregen. Zudem können Besucherinnen und Besucher in diesem Raum eine Wandinstallation der italienischen Künstlerin Diana Ejaita betrachten.
Einen Kontrast dazu bieten die Druckgrafiken des Expressionismus aus der Sammlung Selinka. Darunter befinden sich hauptsächlich Arbeiten deutscher Künstlerinnen und Künstler aus dem 20. Jahrhundert, die etablierte künstlerische Normen ablehnten und so eine neue Kunstströmung prägten.
"John Akomfrah. The Unfinished Conversation" und "Under Pressure. Druckgrafik des Expressionismus", Kunstmuseum Ravensburg, bis 2. November