Kunstspaziergänge in Berlin
Das sonnige Frühlingswetter macht es schwer, die Füße still zu halten. In Charlottenburg-Wilmersdorf lässt sich an diesem Wochenende nicht nur der innere Flaneur befriedigen, sondern auch einiges an Kunst entdecken. Seit 2018 lädt der Charlottenwalk dazu ein, eine der dichtesten Galerieszenen der Stadt auf besonders dynamische Weise zu erleben. 37 Galerien rund um den Savignyplatz öffnen dafür ihre Türen. Ob bei geführten Touren oder ganz im eigenen Tempo: Zahlreiche zeitgenössische Positionen sind beim Charlottenwalk vertreten. Die etwas entlegeneren Galerien sind in diesem Jahr dank eines Rikschaservices besonders leicht zu erreichen. Am Freitagabend starten zudem 15 Häuser mit einem gemeinsamen Vernissageabend ins kunstbeschienene Wochenende. Was gibt es Schöneres als ein paar sonnige Stunden voller Kunst, Entdeckungen und anregender Gespräche?
Charlottenwalk, Berlin, 13. und 14. März
Eine geführte Tour beim Charlottenwalk 2025
Anna Ehrenstein in Berlin
Wenn man im gegenwärtigen kapitalistischen Gefüge aus Produktion und Konsum nach einem gemeinsamen Nenner sucht, um das Thema greifbar zu machen, stößt man schnell an die Grenzen seiner Komplexität. Die Künstlerin Anna Ehrenstein wählt deshalb einen konkreten Ansatzpunkt: den Boden – als erdendes, verbindendes Element.
In der Ausstellung "Language of the Soil" untersucht sie die komplexe Industrie hinter der KI-Maschinerie. Denn diese autonome "Wundermaschine" ist längst nicht so autonom und wundervoll, wie die großen Tech-Unternehmen es gerne darstellen. Hinter den Schleiern von Suchplattformen und Algorithmen sitzen meist Menschen in marginalisierten Positionen, die unerwünschte Inhalte für die Konsumenten herausfiltern. Was den einen erspart bleibt, führt bei den anderen nicht selten zur Traumatisierung. Gemeinsam mit der Forscherin Ariana Dongus sowie den ehemaligen digitalen Plattformmitarbeitenden Richard Mathenge, Mophat Okinyi und Fascia Berhane arbeitet die Künstlerin die sozialen Realitäten hinter der KI auf. Die aktivistischen Ex-Mitarbeitenden der Branche kommen selbst zu Wort, um ihre bislang unsichtbare Arbeit sichtbar zu machen.
Im Symbol der Erde sieht Ehrenstein dabei das Material, in dem sowohl Ursprünge als auch Spuren dieser oft unbeachteten Arbeit eingeschrieben sind. Künstliche Intelligenz ist im aktuellen Stadium eben nicht immer nur künstlich – doch den Menschen dahinter wird nur selten eine Stimme gegeben. "Language of the Soil" untersucht diese Hintergründe der KI als künstlerisches, zugleich zutiefst menschliches Projekt.
"Anna Ehrenstein. The Language of the Soil", Fotografiska, Berlin, bis 12. Juni
Anna Ehrenstein "LOTS", Video 1, still
Scharf Collection in Düsseldorf
Der Düsseldorfer Kunstpalast zeigt rund 180 Exponate aus der deutschen Privatsammlung Scharf Collection. Die Ausstellung mit Werken aus dem frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart wurde zuvor erstmals in Berlin gezeigt und war mit rund 170.000 Besuchern ein Publikumserfolg. Bis zum 9. August 2026 kann die Ausstellung mit vielen Meisterwerken namhafter Künstler in Düsseldorf besucht werden.Die Scharf Collection geht zurück auf den Berliner Sammler Otto Gerstenberg (1848-1935). Im Zweiten Weltkrieg gingen viele seiner gesammelten Werke verloren. Trotzdem gelang es Gerstenbergs Tochter Margarethe Scharf, einen großen Teil der Sammlung zu retten. Später vererbte sie diese an ihre beiden Söhne Walther und Dieter Scharf.
Walther Scharf, seine Frau Eve und ihr Sohn René setzten das Kunstsammeln mit dem Schwerpunkt auf französische Kunst fort und ergänzten Werke bedeutender Künstler wie Monet, Cézanne, Bonnard, Matisse und Picasso. Viele dieser Werke, unter anderem die berühmte "Waterloo Bridge" von Claude Monet, sind in der Ausstellung zu bestaunen.Heute führen René Scharf und seine Frau Christiane die Sammlung bereits in vierter Generation fort und erweiterten sie um internationale zeitgenössische Kunst, etwa von Sam Francis, Daniel Richter und Katharina Grosse. Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt allerdings auf französischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.
Lange wollten René und Christiane Scharf mit ihrer Kollektion nicht an die Öffentlichkeit. "Aber dann hielten wir es für zu schade, dass die Bilder nur von vielleicht dreißig Leuten im Jahr angeschaut werden, die bei uns zu Hause vorbeikommen", sagt René Scharf. "Die Kunst lebt weiter. Wir werden eines Tages nicht mehr da sein." Auch der Generaldirektor des Kunstpalastes Düsseldorf, Felix Krämer, hat dazu beigetragen, die Ausstellung öffentlich zu zeigen. "Ich habe René vor Jahren in Frankfurt kennengelernt. Damals hat er mich eingeladen, mir seine Sammlung anzuschauen", sagt Krämer. Die Sammlung habe ihn so beeindruckt, dass er René Scharf in den vergangenen Jahren regelmäßig kontaktiert habe, um nachzufragen, ob er seine Ausstellung mit einem breiteren Publikum teilen möchte.
Die Ausstellung in Düsseldorf umfasse 60 Werke mehr als der Vorgänger in Berlin, sagt Kathrin DuBois, Kuratorin der Ausstellung. Gezeigt werden die Kunstwerke in elf Räumen, in chronologischer Reihenfolge. (dpa)
"Monet - Cézanne - Matisse. The Scharf Collection", Kunstpalast, Düsseldorf, bis 9. August
Henri Matisse "Jazz, 1947Ikarus (Icare)"
Isadora Romero und Lisa Banard in Frankfurt am Main
Die Crespo Foundation widmet der Auseinandersetzung mit der Natur einen Fotografiepreis, der immer zuerst in der Berliner Institution C/O Berlin ausgestellt wird. Der "After Nature Photography Prize" ist jetzt in Frankfurt am Main, dem Stammsitz der Stiftung von Ulrike Crespo, zu sehen. Die 1987 geborene Ecuadorianerin Isadora Romero beschäftigt sich mit den Nebelwäldern ihres Heimatlandes: Dort haben die Einheimischen sich zum Verbündeten der Natur gemacht, statt sie auszubeuten – zum Wohl aller. Die dokumentarischen Fotografien, Fundstücke und Assemblagen zeugen von einem produktiven Miteinander in einem Land, das als erstes der Welt der Natur juristisch Rechte einräumt, es also möglich macht, in ihrem Namen vor Gericht zu gehen.
Die Britin Lisa Barnard setzt sich mit dem kalifornischen Salton Lake auseinander, einem künstlich entstandenen See, der Südkalifornien mit Wasser versorgt, und trotz seiner lebenswichtigen Funktion von Tech-Firmen wegen seiner Lithiumvorkommen in der Region ausgebeutet wird. Die Künstlerin macht die vielen Facetten des Sees – einst glamouröses Hide-Out für Stars, aber auch Teststrecke für Atombomber – in einer so künstlerischen wie wissenschaftlichen Weise sichtbar.
"After Nature Photography Prize 2025: Isadora Romero, Lisa Banard", Crespo Foundation, Frankfurt am Main, bis 31. Mai
Lisa Barnard "Self-Portraits made with a helm.ai System Outside of Facebook Headquarters, Menlo Park, California", 2023
Yayoi Kusama in Köln
Ihre Obsession mit Punkten – ob in bildhaften Werken wie "Self-Obliteration #2", in skulpturalen Objekten oder in ihren Spiegelräumen – ist mehr als nur ein Markenzeichen. Yayoi Kusamas Polka-Dots zersplittern das, was wir sehen, und brechen den klaren Blick. Sie erinnern uns an die Unendlichkeit und Vielfalt des Universums. Wir alle sind in gewisser Weise wie kleine Punkte in einem großen Ganzen. Neben dem Gefühl von Respekt und Ehrfurcht vermittelt ihr Werk aber vor allem eines: Begeisterung für die Wunder des Lebens.
Aufgewachsen im patriarchalen Japan der Nachkriegszeit, erlebte Kusama später von den USA aus die politischen Spannungen rund um den Vietnamkrieg. Früh sprach sie sich mit ihrer Kunst gegen Gewalt und Unterdrückung aus. Zwischen den verhärteten politischen Fronten jener Zeit und der Flower-Power-Bewegung schuf sie Bilder, die von Harmonie, Bewusstsein und einer Rückbesinnung auf das Wesentliche erzählen. Ihre Ästhetik ist heute so populär, dass sie in den sozialen Medien tausendfach verbreitet wird. Umso lohnender ist es, sich dem umfassenden Œuvre der inzwischen 96-jährigen Künstlerin einmal in Ruhe zu widmen. Die Wanderausstellung macht nun im Museum Ludwig Station und zeigt dort auch einige frühe Arbeiten, die bislang noch nicht zu sehen waren.
"Yayoi Kusama", Museum Ludwig, Köln, bis 2. August
Yayoi Kusama "Self-Obliteration #2", 1967
Inge Dick in Krems
Was ist Licht? Und wie kann es zu einem künstlerischen Material werden? Sonnenlicht nährt uns, lässt uns unsere Welt sehen, bringt Farben zum Leuchten und strömt immateriell um uns herum. Inge Dick beschäftigt sich in ihrer experimentellen Fotografie seit Jahren mit Licht als lebendigem Phänomen. Durch ihr Studium der Malerei und Fotografie hat sie eine eigene Weise entwickelt, mit dem zu arbeiten, was die Sonne Tag für Tag zu uns sendet.
Poetisch setzt sie Licht als eine Form von Materie ein und verhandelt dabei Fragen von Zeitlichkeit, Serialität und Wahrnehmung. Die ruhige Klarheit ihrer Werke leitet sich aus der geometrischen Ordnung ihrer Praxis ab. Zu ihrem 85. Geburtstag widmet die Landesgalerie Niederösterreich diesem zutiefst sinnlichen Œuvre eine Retrospektive.
"Inge Dick: Vom Licht Berührt", Landesgalerie Niederösterreich, Krems, bis 24. Januar 2027
Inge Dick "frühlings licht weiss", 2015
Ulrich Wüst in Leipzig
Geleitet von einem ästhetischen und zugleich gesellschaftskritischen Blick zeigen Ulrich Wüsts Fotografien das, was uns stören sollte. Seine Bilder aus Ostdeutschland in den 1980er-Jahren legen die Beliebigkeit der Nachkriegsarchitektur und die Propagandakultur des DDR-Regimes offen. Ähnlich wie bei Bernd und Hilla Becher wird Architektur häufig zum Ausgangspunkt seiner Arbeit. Doch Wüst richtet den Blick auf Städte, die oft leergefegt wirken und meist in Schwarz-Weiß gehalten sind.
Seine Fotografien bewegen sich zwischen konzentrierter Stille und formaler Einfachheit – und der heiteren Farbigkeit von DDR-Tapeten oder Plakaten. Farbe setzt Wüst vor allem in seinen Studien von Alltagsobjekten ein. Geschichte, Politik und alltägliche Banalität greifen in seinem Werk ineinander. Konkrete Themen erscheinen dabei oft im Gewand des Unspektakulären und eröffnen so verschiedene Lesarten. Nicht nur die deutsche Geschichte der Teilung wird in seinen Arbeiten sichtbar. Wüsts Fotografien werfen zugleich einen Blick auf universellere Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens – und lassen dabei auch einen Funken Humor aufscheinen.
"Wandern in Geschichte. Die Fotografien von Ulrich Wüst", GfZK – Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, bis 14. Juni
Ulrich Wüst "Berlin, Pappelallee September 1984", aus der Serie "Notizen", 1984–1986
Oscar Murillo in Potsdam
Sowohl die Innen- als auch die Außenräume des Potsdamer Kunsthauses Minsk nutzt Oscar Murillo zu einem Experiment über Austausch und Gemeinschaft. Dafür hat der 1986 in Kolumbien geborene Künstler eine Gemäldereihe geschaffen, die aus seiner Beschäftigung mit Claude Monet hervorgeht. Aufgrund einer Augenerkrankung litt der Impressionist an Sehstörungen, was sich auf seine Malerei niederschlug. Die Wahrnehmungsverschiebung ist für Murillo Sinnbild für die blinden Flecke in unserer Gesellschaft, zugleich aber auch für das Potenzial, neue Realitäten hervorzubringen. Als erste Zusammenarbeit der beiden Potsdamer Häuser der Hasso Plattner Foundation tritt zusätzlich ein großes Murillo-Triptychon im Museum Barberini mit den dort ausgestellten Werken des Impressionismus in einen Dialog.
"Oscar Murillo. Kollektive Osmose", Das Minsk, Potsdam, bis 9. August
Oscar Murillo "Untitled (Drawings Off the Wall)", 2012
Hella Jongerius in Weil am Rhein
In einer konsumgesteuerten Welt, in der die Wegwerfhaltung industrieller Massenware ständig befeuert wird, braucht es Designerinnen wie Hella Jongerius, die sich diesem Sog entgegenstellen. Achtsamkeit und Wertschätzung liegen der Niederländerin am Herzen, weshalb sie seit Jahren in ihren Projekten dafür ein Bewusstsein schafft. Mit ihren collageartigen Designs – von Sofas über Schuhe bis hin zu Vasen – hat sie bereits mit internationalen Marken zusammengearbeitet.
Dabei wendet sie sich bewusst von dem vermeintlich perfekten Ideal ab, das das industrielle Massenprodukt verkörpert. Handarbeit darf sichtbar bleiben und soll gewürdigt werden. Auch das Material spielt in ihren Entwürfen eine zentrale Rolle. Auf die Frage, ob sie an die Kraft des Designs glaubt, antwortete Jongerius im Monopol-Interview: "Absolut. Wir müssen die Welt und die Erde retten. Wir müssen uns fragen: Welches sind die Materialien der Zukunft, und wie können wir sie für die serielle Produktion vorbereiten?" Jongerius’ Philosophie einer Schönheit im Unvollkommenen und ihr Einsatz gegen zerstörerischen Konsum spiegeln sich in der umfassenden Ausstellung "Wispering Things" im Vitra Design Museum.
"Hella Jongerius Whispering Things", Vitra Design Museum, Weil am Rhein, bis 6. September
Hella Jongerius "Long Neck and Groove Bottles", 2000
Care-Arbeit in Wien
In ihrer Arbeit "Ada vs. Abramović" zeigt sich die Künstlerin Hannah Cooke mit ihrer Tochter im Arm gegenüber Marina Abramović. Die Szene verweist auf Abramović’ berühmte Performance "The Artist Is Present" von 2010. Noch immer hält sich das Stereotyp, dass Mutterschaft und eine eigene künstlerische Karriere kaum miteinander vereinbar seien.
Cooke greift dieses Spannungsfeld auch in einer anderen Arbeit auf, in der sie sich auf Tracey Emin bezieht. Die britische Künstlerin hatte einmal gesagt, sie habe sich zwischen Mutterschaft und Kunst entschieden, weil sie nur so ihrer Arbeit 100 Prozent widmen könne. Ohne diese Entscheidung zu kritisieren, bricht Cooke mit dem verbreiteten Bild: Sie ist Mutter und Künstlerin zugleich. Frauen sollten sich nicht gezwungen sehen, sich für eines von beiden entscheiden zu müssen. Gleichzeitig stellt sich in dieser direkten Gegenüberstellung auch die Frage, ob sich eine Mutter drei Monate lang einer Performance hingeben könnte, wie Abramović es damals tat. Sicher würde das mehr Logistik erfordern.
Muttersein bedeutet Fürsorge und Verantwortung – genauso wie Vatersein. Care-Arbeit beansprucht Zeit, Energie und Geld. Ob im Kontext von Elternschaft oder in Pflegeberufen: Diese Arbeit wird gesellschaftlich noch immer unterschätzt, obwohl sie letztlich jeden betrifft. In Wien widmet sich die Ausstellung "Care Matters" der SAMMLUNG VERBUND genau diesem Thema. Künstlerinnen rücken eine Form von Arbeit ins Licht, die oft übersehen wird. In einer Zeit, in der die während der Corona-Pandemie kurzzeitig sichtbare Debatte über Pflegeberufe wieder in den Hintergrund tritt und sich zugleich Tradwife-Bewegungen in den sozialen Medien ausbreiten, stellt die Schau weibliche Care-Arbeit bewusst wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
"Care Matters", Albertina, Wien, bis 28. Juni
Hannah Cooke "Ada vs. Abramović", 2008
Wolfgang Hollegha in Wiesbaden
In den 1960er Jahren stellte der junge Wolfgang Hollegha bereits neben den Größen des Abstrakten Expressionismus aus - dann entschied er sich gegen die rummelnde Metropole New York und zog sich zurück aufs Land. Auf seinem Bauernhof in der Nähe von Graz schuf der Österreicher weiterhin ausdruckstarke Werke. Umgeben von der Natur entwickeln seine farblustigen Gemälde eine abstrakte Bildsprache. "Wenn ich das Sichtbare als Ausgangspunkt nicht hätte, wäre das, was ich mache, ein rein willkürliches Geschmiere. Ich brauche das Sichtbare als Ausgangspunkt, um es zu verändern." Geleitet von dem, was ihn umgibt, schuf er Werke die nicht nur in ihrer Farbigkeit berauschen, sondern auch oft in monumentalen Größen daherkommen. Ein Blick in sein offenes und lichtdurchflutetes Atelier, verdeutlich die enge Beziehung Holleghas zu der Schöhnheit und Imposanz der Natur. Das Museum Reinhard Ernst widmet dem Österreicher nicht nur die erste umfangreiche Ausstellung in Deutschland, sondern präsentiert diese zudem mit Werken des Abstrakten Expressionismus, neben welchen er bereits in seinen jungen Jahren ausstellte.
"Wolfgang Hollegha: Denk nicht, schau!", Museum Reinhard Ernst, Wiesbaden, bis 25. Oktober
Wolfgang Holleghas Atelier am Rechberg, April 2025, seine Arbeiten sind zu sehen im Museum Reinhard Ernst
Julian Charrière in Wolfsburg
Eine Fresnel-Linse bündelt das Licht in der Tiefsee, bläulich leuchten riesige Gletscher unter Wasser, Taucher treiben schwerelos in Höhlenseen: In der großen Halle des Kunstmuseums Wolfsburg zeigt Julian Charrière multimediale Werke um die geheimnisvolle Welt des Wassers. "Midnight Zone", eine Kooperation mit dem Baseler Museum Tinguely, ist die bislang größte Soloschau des französisch-schweizerischen Künstlers. Zur sinnlichen Erfahrung treten politische Bezüge, denn Charrière verweist auf die Verschmutzung der Meere, das Abschmelzen von Gletschern und Polkappen oder die desaströsen Folgen des Tiefseebergbaus.
"Julian Charrière. Midnight Zone", Kunstmuseum Wolfsburg, bis 12. Juli
Julian Charrière "The Blue Fossil Entropic Stories III", 2013