Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

Die Kunst der Woche in Berlin, Bozen, Brüssel, Duisburg, Fulda, Gelsenkirchen, Gießen, Hamburg, Köln, Leipzig, Muerz, Mülheim, Nürnberg, Wien und Wiesbaden

 

Neuer Blick auf Newton in Berlin

Gut 20 Jahre nach seiner Eröffnung schlägt das Helmut Newton Museum in Berlin ein neues Kapitel in der Präsentation des eigenen Bestands auf. Im Erdgeschoss entsteht ein großformatiger, immersiver Filmraum, wo als "Intermezzo“" der Transformation ein Filmporträt von Helmut Newton und seiner Frau June alias Alice Springs gezeigt wird. Auch neue Formate wie "Spotlight: Behind the Frame", bei dem jeweils eine ikonische Aufnahme aus dem Werk von Newton oder Alice Springs in den Mittelpunkt gestellt wird, sollen einen frischen Blick auf das Œuvre der Künstler ermöglichen.

"Intermezzo: Revisiting Helmut Newton", Helmut Newton Foundation – Museum für Fotografie, Berlin, bis 31. Dezember
 

Collage aus Bildern von Helmut Newton aus dem Film "Intermezzo. Revisiting Helmut Newton", 2026
© Helmut Newton Foundation | Produced by Profirst International in collaboration with Martin Salvador Studio for the MOP Foundation

Collage aus Bildern von Helmut Newton aus dem Film "Intermezzo. Revisiting Helmut Newton", 2026

 

Ernst Ludwig Kirchner in Berlin

Es gehört zu den bekanntesten Bildern des Expressionismus: Ernst Ludwig Kirchners "Potsdamer Platz". Jetzt ist die zwischen 1913 und 1915 entstandene Arbeit nach mehreren Jahren wieder zu sehen. "Potsdamer Platz" zeigt das pulsierende Großstadtleben im Berlin der Vorkriegszeit. In seinem eckigen, nervösen Stil verdichtet Kirchner Eindrücke einer sich rasant verändernden Metropole sowie des pulsierenden Großstadtlebens. Das Gemälde gehört zu den sogenannten "Berliner Straßenszenen“, einer Serie von insgesamt elf zentralen Ölgemälden, die in den Jahren 1913 bis 1915 nach Kirchners Umzug nach Berlin entstanden sind. Zu sehen ist "Potsdamer Platz" noch bis Anfang 2027, bevor das Bild vorübergehend wieder ins Depot wandert. (dpa/Monopol)

"Ruin und Rausch. Berlin 1910-1930", Neue Nationalgalerie, Berlin, 25. April bis 3. Januar 2027
 

Ernst Ludwig Kirchner "Potsdamer Platz", 1914
Foto: Jörg P. Anders, © VG Bild-Kunst Bonn, 2026

Ernst Ludwig Kirchner "Potsdamer Platz", 1914

 

Evelyn Taocheng Wang in Bozen

Die chinesische Künstlerin Evelyn Taocheng Wang arbeitet mit Malerei, Text, Installation und Mode. Dabei reicht ihre Bildwelt von chinesischer Tuschemalerei bis zur westlichen Moderne, von Agnes Martin bis August Macke. Themen wie Migration, kulturelle Anpassung und Gender tauchen immer wieder auf – oft mit feinem Humor und in bewusst offenen Bildgefügen. Für das Museion Bozen hat die 1981 geborene Künstlerin neue Arbeiten entwickelt, die Eindrücke der Stadt aufnehmen. Der Obstmarkt, mittelalterliche Fresken oder urbane Details werden zu fragmentierten Landschaften, in denen Innen- und Außenperspektiven ineinander greifen. Gemälde, Textilien und installative Elemente verbinden sich zu einer begehbaren Szenerie. "Ich stelle mir meine Ausstellung wie einen imaginären Mutterleib vor", sagt Wang. "Dieser Raum des Werdens erlaubt es mir, auf die Geschichte des Ortes zu reagieren."

"Evelyn Taocheng Wang. Sweet Landscape", Museion, Bozen, 25. April bis 8. November
 

Evelyn Taocheng Wang "Bolzano Red and Green Tomato and Eyeshadow", 2025-2026
Foto: Junli Chen, © Evelyn Taocheng Wang 2026, courtesy the artist; Antenna Space, Shanghai; Carlos/Ishikawa, London.

Evelyn Taocheng Wang "Bolzano Red and Green Tomato and Eyeshadow", 2025-2026  

 

Kunstmesse in Brüssel

Die Art Brussels, 1968 gegründet, ist eine der traditionsreichsten Messen für zeitgenössische Kunst – und hat über die Jahre gelernt, dass weniger manchmal mehr ist. Zur 42. Ausgabe, die vom 23. bis 26. April in der Brussels Expo stattfindet, ist das Teilnehmerfeld von über 160 Galerien auf 138 reduziert worden. Im neuen Layout fokussiert sich die Messe jetzt auf nur eine Halle. Was bleibt, ist die feste Verankerung im heimischen Markt: Knapp ein Drittel der Galerien kommt aus Belgien, viele weitere aus den angrenzenden Ländern Frankreich, Niederlande und Deutschland. Die Sektion "’68 Forward" nimmt prägende Kunst aus der Zeit seit dem Gründungsjahr der Messe in den Fokus, "Discovery" ist Neuentdeckungen vorbehalten. Und die neue Sektion "Horizons" versammelt Werke im monumentalen Format.

Art Brussels, Brussels Expo, Brüssel, bis 26. April
 

Afikaris Gallery: Jean David Nkot "Blue Bodies", 2024
Foto: Nicolas Brasseur, courtesy Afikaris Gallery & the artist

Afikaris Gallery: Jean David Nkot "Blue Bodies", 2024

 

Anish Kapoor in Duisburg

Der 1954 in Mumbai geborene Anish Kapoor arbeitet mit Formen, Farben und Materialien, die sinnlich und intellektuell herau fordern. Für sein visionäres Lebenswerk ist er mit dem Wilhelm-Lehmbruck-Preis gewürdigt worden. Die mit der Auszeichnung verbundene Soloschau im Duisburger Lehmbruck Museum zeigt sein bildhauerisches Schaffen in allen Facetten: von frühen Pigmentarbeiten über faszinierende Spiegelskulpturen bis hin zu monumentalen Installationen, die Körper, Raum und Bewusstsein miteinander verbinden. Stets geht es dem indisch-britischen Künstler um Fragen des Seins, um Identität, Erinnerung, Verletzlichkeit und Unendlichkeit. 

Anish Kapoor, Lehmbruck Museum, Duisburg, bis 30. August
 

Anish Kapoor "Double-S-Curve", 2019
Foto: Joshua White, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Anish Kapoor "Double-S-Curve", 2019 

 

Johnny Depp in Fulda

Lange kursierten seine Bilder nur im privaten Umfeld, seit einigen Jahren tauchen sie zunehmend auch auf dem Kunstmarkt auf. In Fulda kann man jetzt eine Auswahl von Johnny Depps künstlerischen Arbeiten begutachten: Gezeigt werden Serien wie "Reflections" oder "Five", dazu Aquarelle, Zeichnungen und Monoprints. Depp, der unter anderem mit Filmen wie "Fluch der Karibik" bekannt wurde, arbeitet seit Jahren parallel bildnerisch. Seine Motive bleiben meist figurativ, die Ausführung ist oft skizzenhaft, mit schnellen Linien und gestischen Farbspuren. Inhaltlich kreisen viele Arbeiten um Porträts und persönliche Bezugspunkte. Seit seinem öffentlichen Einstieg in den Kunstmarkt 2022 – damals war eine erste Edition rasch vergriffen – wird das Werk international breiter gezeigt, etwa in New York, London oder Tokio. Parallel zur Ausstellung in Fulda läuft eine Präsentation in Wiesbaden.

"Introducing Johnny Depp", Bilder Fuchs, Fulda, bis 25. Mai; Art Gallery Wiesbaden, 25. April bis 24. Mai

 

Jetzt auch Künstler: Weltstar Johnny Depp
© 2026, Never Fear Truth LLC

Jetzt auch Künstler: Weltstar Johnny Depp

 

Michael Beutler in Gelsenkirchen

Der Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award geht 2026 an Michael Beutler. Im Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigt der 1976 geborene Künstler mit "Tapetenwechsel" eine raumgreifende Installation, die die Villa aus dem 19. Jahrhundert in eine mehrstöckige Produktionsstätte verwandelt. Beutler ist bekannt für monumentale Arbeiten aus einfachen, recycelbaren Materialien. In Gelsenkirchen wird Altpapier vor Ort zu Pulpe verarbeitet, zu langen Bahnen geschöpft und direkt weiterverarbeitet. Maschinen, Werkzeuge und Abläufe bleiben sichtbar – Produktion und Ausstellung fallen zusammen, der Raum wird zur begehbaren Skulptur. Der Preis wird erstmals in Kooperation mit dem Kunstmuseum Gelsenkirchen vergeben, neben Beutler wird auch die Kuratorin und Künstlerin Lisa Klosterkötter mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award 2026 und Förderpreis, Kunstmuseum Gelsenkirchen, 26. April bis 16. August
 

Installationsansicht Bozar Monumental, Preisträger Michael Beutler
Foto: WeDocumentArt., courtesy the artist und Galerie Nagel Draxler, Berlin/Köln/Meseberg

Installationsansicht Bozar Monumental, Preisträger Michael Beutler  

 

Pierre Molinier in Gießen

Der 1900 geborene Pierre Molinier machte den eigenen Körper zum Material seiner Kunst. Zum 50. Todestag widmet ihm die Kunsthalle Gießen mit "Sui generis" eine Ausstellung, die seine Fotografien, Fotomontagen und Objekte neu kontextualisiert. Molinier, dessen Arbeit um Begehren, Fetisch und Identität kreist, inszenierte sich selbst in immer neuen Rollen, verschob Geschlechter, vervielfachte Körperteile und entwarf ein Ideal-Ich jenseits fester Zuschreibungen. In einen zeitgenössischen Dialog treten Angélique Aubrit und Ludovic Beillard, deren Praxis Skulptur, Installation und Film zu dichten, oft grotesken Szenarien verbindet. Auch ihre Arbeiten entwerfen hybride Figuren und begreifen den Körper als etwas Formbares. Für Gießen zeigen sie ein neues Kapitel ihres Filmprojekts – als Echo auf Moliniers Bildwelt.

"Sui Generis", Kunsthalle Gießen, bis 12. Juli
 

Pierre Molinier "La poupée", 1956-57
© the artist, courtesy of Galerie Christophe Gaillard, Paris

Pierre Molinier "La poupée", 1956-57

 

Skulpturensammlung in Hamburg

Von der Antike bis zur Gegenwart, von winzig bis monumental: Mit "Skulptural. Die neuen Galerien" zeigt die Hamburger Kunsthalle ihre Skulpturensammlung erstmals in ganzer Breite. Auf rund 1500 Quadratmetern treffen mehr als 500 Arbeiten aus 2500 Jahren aufeinander. Besonderes Augenmerk gilt den sogenannten "sculptures en miniature" – filigranen Kleinstskulpturen aus Gold, Silber und Bronze, die lange im Verborgenen lagen. Sie begegnen hier großen Namen wie Auguste Rodin oder Aristide Maillol, aber auch zeitgenössischen Positionen von Käthe Kollwitz bis Marina Abramović. Ausgangspunkt für die Ausstellung ist ein umfangreiches Forschungsprojekt, das Tausende bislang wenig beachtete Objekte neu erschlossen hat.

"Skulptural", Kunsthalle Hamburg, bis 11. April
 

Fernand Khnopff "Eine Maske (Un masque)", um 1897
Foto: Christoph Irrgang, © Hamburger Kunsthalle / bpk

Fernand Khnopff "Eine Maske (Un masque)", um 1897

 

Kunstmesse in Köln

Die Discovery Art Fair trägt ihren Fokus im Titel: Hier geht es nicht um teure, etablierte Blue Chips, sondern um Entdeckungen. Die Kölner Ausgabe findet vom 23. bis 26. April in der zentral gelegenen XPost, einer ehemaligen Pakethalle, statt. Das Besondere an der Discovery ist, dass hier nicht nur Galerien, sondern auch einzelne Kunstschaffende einen Stand buchen können – was für wirklich originelle Begegnungen sorgt. 117 Aussteller kommen auf die Messe und bringen Tausende Werke mit. Die Bandbreite reicht von Collagen über metaphysische Malerei bis zu von Street-Art inspirierten Arbeiten. Erstmals wird auch das Format der "Silent Auction" ausprobiert: Auf einzelne Werke kann per Bieterkarte diskret geboten werden. Am letzten Messetag werden die Höchstgebote enthüllt.

Discovery Art Fair, XPOST, Köln, bis 26. April
 

David Gunderlach "Mom knows it better", 2024
Courtesy the artist

David Gunderlach "Mom knows it better", 2024

 

Erinnerung und Herkunft in Leipzig

Stickereien, Zeichnungen, Installationen: In der Ausstellung "Knoten der Zeit" in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig werden persönliche Geschichten zu Bildräumen. Bei dem ukrainisch-schweizerischen Künstler Denys Shantar etwa verbinden sich Textilcollagen und religiöse Bildtraditionen zu Arbeiten, in denen Herkunft, Glaube und queere Identität ineinandergreifen. Auch Kemil Bekteši, geboren 1997 in Belgrad, und die kosovarische Künstlerin und Schriftstellerin Rina Krasniqi arbeiten mit biografischem Material. Bekteši entwickelt Installationen und Skulpturen über Migration und geopolitische Brüche, Krasniqi erzählt in Zeichnungen und Texten von familiären Beziehungen und kulturellen Prägungen. Gemeinsam entstehen offene, teils poetische, teils fragmentierte Geschichten über Herkunft, Familie und Zugehörigkeit.

"Knoten der Zeit", GfzK Leipzig, 25. April bis 23. August
 

Kemil Bekteši "My Dad Loves Me...", 2023, Analoge Fotografie, C-Print
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Kemil Bekteši "My Dad Loves Me...", 2023

 

"My World on Fire" in Muerz

Die Ausstellung "My World on Fire" im Kunsthaus Muerz versammelt Positionen, die sich mit dem Motiv des Feuers auseinandersetzen – als zerstörerische Kraft, aber auch als Energie, die Veränderung antreibt. Arbeiten aus Malerei, Fotografie, Installation und Video treffen hier aufeinander, von historischen Bezügen bis zu neu entstandenen Werken. Mit Künstlerinnen und Künstlern wie Marina Abramović, Judy Chicago, Jonathan Meese, Martin Parr, Karin Kneffel oder Rosa Loy spannt die Schau einen Bogen zwischen unterschiedlichen Generationen und Perspektiven. Neue Arbeiten – etwa von Madeline von Foerster oder Thomas Baumann – treffen auf ein Votivbild aus dem 18. Jahrhundert. So entsteht ein dichtes Gefüge, in dem sich globale Krisen, persönliche Erfahrungen und kulturelle Bilder überlagern.

"My World on Fire", Kunsthaus Muerz, bis 14. Juni
 

 Jonathan Meese "Manifest, Erzfeuerzmanifest"
© Jonathan Meese

 Jonathan Meese "Manifest, Erzfeuerzmanifest"

 

Rebekka Benzenberg in Mülheim

Mit Alltagsmaterialien wie Pelz, Kunsthaar, Nylon oder Schaumstoff sowie mit Sound, Licht und Text thematisiert Rebekka Benzenberg gesellschaftliche Normen, Machtstrukturen, Schönheitsideale und Geschlechterrollen. Die Werke der 1990 in Duisburg geborenen Künstlerin sind häufig auf die Kunstgeschichte und ihre Bildercodes bezogen. Ihre Soloschau im Mülheimer Kunstmuseum kreist um das Motiv des Bettes als verhasstes Krankenlager oder verlockender Rückzugsort. Das Flauschige ist für Benzenberg auch das Politische.

Rebekka Benzenberg: "They longing for an ancient tragedy", Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, 26. April bis 13. September
 

Rebekka Benzenberg "Peace will come and with it sleep", 2025
Foto: Julian Blum, courtesy of the Artist and Anton Janizewski, Berlin

Rebekka Benzenberg "Peace will come and with it sleep", 2025

 

Olaf Metzel in Nürnberg

Olaf Metzel hat nie an die beruhigende Kraft der Skulptur geglaubt. Seit den 1980er-Jahren formt der Berliner Bildhauer verbogene Aluminiumflächen, deformierte Gitter und zersplitterte Schriftzüge zu Arbeiten, in denen sich gesellschaftlicher Druck eingeschrieben hat. Nun bespielt er mit "Oder etwa nicht?" die Kongresshalle Nürnberg – einen Ort, der selbst als Monument nationalsozialistischer Größenfantasien gebaut wurde und bis heute ideologisch aufgeladen ist.

Metzels Kunst trifft also auf Architektur der Überwältigung. Wo der Bau auf Symmetrie, Masse und Autorität setzt, antworten seine Skulpturen mit Verformung, Bruch und Widerstand. Gezeigt werden ältere Schlüsselwerke wie "Deutsche Kiste" (1997), ein aus Beton gegossenes Symbol nationaler Abschottung, oder "Idealmodell PK/90" (1987), das eine Pistole in fragile Monumentalität übersetzt. Hinzu kommen neuere Arbeiten zu rechter Gewalt, Erinnerungspolitik und faschistischen Bildsprachen.

Besonders eindrücklich dürfte der Dialog mit dem Gebäude selbst werden: Metzels Eingriffe nutzen die Halle nicht bloß als Kulisse, sondern lesen sie gegen den Strich. So wird die Ausstellung zur Probe darauf, wie Kunst historische Räume irritieren kann, analytisch, unerschrocken und ohne Ehrfurcht.

Olaf Metzel: "Oder etwa nicht?", Kongresshalle Nürnberg, Segment#16, bis 11. Juni
 

Olaf Metzel "Deutsche Kiste", 1997
Foto: Leonie Felle, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Olaf Metzel "Deutsche Kiste", 1997

 

Lichtinstallation von Šejla Kamerić in Wien

Der Haupthof des MuseumsQuartier Wien wird für einen Abend zur Lichtinstallation: In "Awake" installiert die die bosnische Künstlerin Šejla Kamerić hunderte rote Laternen und rotierende Notlichter. Kamerić, deren Arbeiten sich seit Jahren mit Erinnerung, Trauma und politischer Gegenwart auseinandersetzen, versteht die Installation als kollektiven Moment der Aufmerksamkeit. Für einen Abend wird der Hof zur Art Mahnwache: Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, innezuhalten, eine Kerze zu entzünden und sich als Teil einer gemeinsamen, verletzlichen Öffentlichkeit zu begreifen.

Šejla Kamerić: "Awake", MuseumsQuartier, Wien, 25. April, 17 bis 24 Uhr
 

Šejla Kamerić "AWAKE", 2026
Foto: Monika Andric

Šejla Kamerić "AWAKE", 2026