Neo Rauch und Jonathan Messe in Aschersleben
In einer gemeinsamen Ausstellung in Aschersleben zeigen die Künstler Jonathan Meese und Neo Rauch über 60 Arbeiten, darunter Lithografien, Zeichnungen und Arbeiten Öl auf Papier, auch Gemeinschaftswerke der beiden. Die "Feine Herrschaft" betitelte Schau setzt sich mit Herrschaft, Ideologie und der Rolle der Kunst auseinander Die Grafikstiftung Neo Rauch ist Träger des gleichnamigen Museums in Aschersleben, wo der in Leipzig geborene Rauch seit einigen Jahren immer wieder Ausstellungen zeigt. Auch Meese hat in der Stadt im Salzlandkreis schon Kunst von sich gezeigt. Der Künstler wurde 1970 in Tokio in Japan geboren. Heute lebt er in Berlin und Ahrensburg (Schleswig-Holstein). Mit Rauch verbindee ihn die gemeinsame Auffassung von Kunst und die Verwurzelung im europäischen Kulturraum, erklärte die Grafikstiftung. Rauch wurde 1960 geboren und wuchs in Aschersleben auf.
"Feine Herrschaft. Jonathan Meese & Neo Rauch", Grafikstiftung Neo Rauch, Aschersleben, 30. Mai 2026 bis 25. April 2027
Neo Rauch Lybke in der Grafikstiftung Neo Rauch, im Hintergrund eine großformatige Arbeit von Jonathan Meese
Cao Fei in Basel
Seit mehr als zwei Jahrzehnten begleitet die chinesische Künstlerin Cao Fei die rasanten Umbrüche ihres Landes: Fabrikarbeit, Urbanisierung, Digitalisierung, virtuelle Parallelwelten. Lange bevor das Metaverse zum Buzzword wurde, entwickelte sie mit "RMB City" bereits eine eigene Stadt im Internet. Das Kunstmuseum Basel widmet ihr nun eine große Überblicksschau, die sich wie ein begehbares Universum durch das ganze Haus zieht. Zwischen Arbeiterutopien, Logistikzentren, Cosplayern, Science-Fiction und digitalen Avataren entsteht das Porträt einer Gesellschaft im permanenten Wandel – und einer Künstlerin, die Realität und Fiktion stets ein paar Schritte voraus zu sein scheint.
Cao Fei "Testimonies to the Near Future", Kunstmuseum Basel, 30. Mai bis 11. Oktober
Cao Fei "Cosplayers - A Mirage", 2004
"Power Lines" in Budapest
Stahl, Strom, Lieferketten: Die Ausstellung "Power Lines" im ehemaligen Umspannwerk des Budapester Merlin Theaters widmet sich den Infrastrukturen der Gegenwart – und dem, was sie mit Menschen, Landschaften und Gesellschaften machen. Werke aus der Mercedes-Benz Art Collection treffen dabei auf Positionen wie Sung Tieu, Monika Sosnowska, Rita Süveges, Robert Longo oder David Hockney. Es geht um industrielle Utopien, Arbeitsmigration, Energiepolitik und die Frage, wie tief sich ökonomische Systeme längst in Körper und Alltag eingeschrieben haben.
"Power Lines", Merlin Theater, Budapest, bis 30. August
David Hockney "Steering Wheel, October 1982", 1982
Jon Rafman in Düsseldorf
Als Jon Rafman vor knapp 20 Jahren begann, mit digitalen Bildwelten zu arbeiten, wirkte das in Museen und Galerien noch wie ein Fremdkörper. Heute erscheinen seine Installationen fast prophetisch. Der 1981 in Montreal geborene Künstler verarbeitet Internet-Subkulturen, Gaming-Ästhetiken und KI-Bilder zu verstörenden Parallelwelten, in denen Pornografie, Gewalt und Manipulation ständig präsent sind. Das K21 zeigt nun mit "Main Stream Media" die erste große Einzelausstellung Rafmans in Deutschland – darunter das auf der Venedig-Biennale gezeigte Langvideo "Dream Journal 2016–2019" sowie neue, KI-generierte Musikvideos, die irgendwo zwischen MTV-Nostalgie und digitalem Albtraum oszillieren.
Jon Rafman "Main Stream Media", Kunstsammlung NRW – K21, Düsseldorf, 30. Mai bis 27. September
Ausstellungsansicht "Jon Rafman: Main Stream Media", Kunstsammlung NRW – K21, 2026
"Aufsehen" in Frankfurt am Main
Ihre Hochhaus-Bilder entsprechen nicht den üblichen Postkartenansichten der Frankfurter Skyline. Denn den Fotografien geht ein Akt voraus, der mindestens genauso wichtig ist wie das fertige Bild: Eine Gruppe junger Fotografen eignet sich die Dächer und Hochhäuser der Stadt an, macht gemeinsam Sport, Bilder und Ausstellungen. Mit dem Magazin "Beton Berge" gaben sie im vergangenen Jahr einen ersten aufsehenerregenden Einblick in ihre Praxis, nun zeigen sie unter dem Titel "Aufsehen" neue Arbeiten in Frankfurt. "Das Einzige, was wir mitnehmen, sind Bilder", sagen sie. "Unser Ziel ist es, zu zeigen, wie Freiheit aus unserer Sicht aussieht – und dass man dafür kein Millionär sein muss." Ein Interview mit den Abenteurern lesen Sie hier.
"Aufsehen", Mayer49, Frankfurt am Main, bis 13. Juni
Die Jungs von "Beton Berge" eröffnen eine Perspektive jenseits von Luxus und Besitz
10. Biennale Gherdëina in Gröden
Die Dolomiten gelten als eine der spektakulärsten Kulturlandschaften Europas. Die 10. Ausgabe der Biennale Gherdëina interessiert sich in diesem Jahr allerdings weniger für Gipfel als für Gärten. Unter dem Titel "(Future) Paradise Gardens" versammelt sie 24 Projekte von 28 Künstlerinnen und Künstlern, die den Garten als Ort der Fürsorge, des Zusammenlebens und der politischen Vorstellungskraft begreifen. Zwischen St. Ulrich, St. Christina und dem Hof Pilat treffen Arbeiten von Sandra Knecht, Lydia Ourahmane, Giulia Cenci, Álvaro Urbano oder Evelyn Taocheng Wang auf Fragen nach Ökologie, Gemeinschaft und neuen Formen des Miteinanders.
"(Future) Paradise Gardens", 10. Biennale Gherdëina, unterschiedliche Orte, Gröden, 31. Mai bis 13. September
Sandra Knecht "Sirocco", 2026
"In der Luft" in Heidelberg
Indem er den Flug einer Feldlerche im Zeitlupenfilm präsentiert ("The Skylark", 2002), zeigt der schwedische Künstler Henrik Håkansson, wie Technik und Wahrnehmung unser Bild von "Natur" formen. In ihrer Soundarbeit "Birdcalls" (1972–2008) artikuliert Louise Lawler die Namen von bekannten männlichen Künstlern so, als wären es Vogelrufe. Yalda Afsah, Joshua Bonnetta, Sasha Iliashenko, TaeHwan Jeon, Leonie Kellein, Hendl Helen Mirra, Clara Spillaert und Mario Urlaß sind weitere Kunstschaffende in der Schau des Heidelberger Kunstvereins um Vögel, die zur Projektionsfläche für Fragen von Macht, Fürsorge, Gewalt und Koexistenz werden. Die Werke in den Medien Video, Skulptur, Fotografie und Installation thematisieren unter anderem Tierhaltung, ökologische Abhängigkeiten oder soziale Rituale.
"In der Luft", Heidelberger Kunstverein, 31. Mai bis 9. August
"Fliedergarten" im Heidelberger Kunstverein
Katharina Grosse in Palma
Vor knapp einem Jahr verwandelte Katharina Grosse den Vorplatz der Art Basel in ein grelles Farbfeld. "Ich wollte immer unbedingt, dass ein Bild ganz, ganz nah an einen herankommt", sagte die Künstlerin damals im Monopol-Interview. Genau das passiert nun auch in Palma de Mallorca. Für "Arrels" bespielt Grosse die historische La Llotja mit einer begehbaren Installation, die Architektur weniger ergänzt als vielmehr in Bewegung versetzt. Weil das denkmalgeschützte Gebäude selbst unangetastet bleiben müssen, entwickelt Grosse eine begehbare Farblandschaft, die sich wie ein eigener Organismus durch den Raum zieht.
Katharina Grosse "Arrels", La Llotja de Palma, bis 31. Januar 2027
Ausstellungsansicht "Katharina Grosse: Arrels", La Llotja de Palma, 2026