Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

Die Kunst der Woche in Baden-Baden, Basel, Berlin, Bregenz, Halle, Frankfurt am Main, Potsdam und Zürich

 

"Bloom Up!" in Baden-Baden

Lasst Blumen sprechen – dann wird alles gut? In ihrer Installation "Hard to Say I'm Sorry" reflektiert Belia Brückner das kritisch. Was nützt ein Fleurop-Strauß, wenn die Beziehung vergiftet oder Gewalt im Spiel ist? Mit ihrer Fotoarbeit "Tulip Season for Henri" verneigt sich Ketuta Alexi-Meskhishvili vor der Surrealistin Florence Henri und präsentiert zugleich Tulpen als Symbol georgischen Widerstands gegen Sowjetherrschaft und Imperialismus. Erstmals kooperieren die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und das Badische Landesmuseum Karlsruhe bei der Gruppenschau "Bloom Up! Die Sprache der Blumen", die 2500 Jahre Kulturgeschichte thematisiert. Mit dabei sind Allora & Calzadilla, Willem de Rooij, Taryn Simon und die Duftkünstlerin Sissel Tolaas.

"Bloom Up! Die Sprache der Blumen", Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, bis 10. Januar 2027; "Ketuta Alexi-Meskhishvili – Curtain Commissions", Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 13. Juni bis 14. Mai 2028
 

Gerahmte Fotografie: Stillleben mit weißen Tulpen, Tüll, Kunststoffhand, Gabeln und Glasobjekten.
Foto: George Kolbaia, © Courtesy of the artist and LC Queisser Tbilisi, Cologne

Ketuta Alexi-Meskhishvili "Tulip Season Tutu", 2024

 

Chloe Wise in Basel

Was haben Engel und UFOs gemeinsam? Für Chloe Wise erstaunlich viel. Die kanadische Künstlerin geht in ihrer Baseler Ausstellung "Extrasensory" von der Beobachtung aus, dass sich religiöse Erscheinungen und zeitgenössische Erzählungen über außerirdische Intelligenz oft verblüffend ähneln. In einer neuen Drei-Kanal-Videoinstallation treffen Science-Fiction-Klischees auf spirituelle Bildwelten, während ein esoterischer Souvenirshop Marienfiguren neben Roswell-Memorabilia platziert. Wise interessiert sich dabei weniger für die Frage, was wahr ist, als dafür, wie wir Wirklichkeit überhaupt deuten. Oder, wie sie im Monopol-Interview sagt: "Die Wahrheit ist: Es gibt keine Wahrheit."

Chloe Wise "Extrasensory", Kulturstiftung Basel H. Geiger, bis 6. September
 

Fotografie: geflügelte Figur, liegend auf drapiertem Stoff, Finger an Lippen, Sonnenuntergang.
Foto: Kulturstiftung Basel H. Geiger | KBH.G, 2026, © Logan White, © Chloe Wise / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Chloe Wise "Extrasensory", 2026, Filmstill

 

"Labouring Bodies" in Basel

"Die Automatik meines Alltags als Hausfrau wurde zum Ausgangspunkt für meine Kunst." So beschrieb Margaret Raspé, die 2023 verstorbene und erst spät wiederentdeckte Künstlerin, vor einigen Jahren in der "Zeit" den Ursprung ihrer Arbeit. In ihren Experimentalfilmen aus den 1970er-Jahren trägt sie einen selbstgebauten Kamerahelm und filmt sich beim Abwaschen oder Sahneschlagen. Die Ausstellung "Labouring Bodies" im Museum Tinguely versammelt jetzt 36 historische und zeitgenössische Positionen, die zeigen, wie weibliche Körper arbeiten, funktionieren, leisten müssen – und wie sie sich dieser Mechanisierung widersetzen. Neben Werken von Raspé sind Filme, Performances und Skulpturen unter anderem von Rosa Barba, Rebecca Horn, Juliana Huxtable, Lee Lozano und Ruth Wolf-Rehfeldt zu sehen. Das "labouring" im Titel spielt mit der Doppeldeutigkeit des Wortes: Gemeint sind Lohnarbeit und Gebären, Produktivität und Reproduktion, bezahlte und unbezahlte Leistung. Die Ausstellung blickt außerdem auf Haus- und Sorgearbeit sowie auf die unsichtbare Datenarbeit der Gegenwart – und fragt, was all das mit Körpern macht.

"Labouring Bodies", Museum Tinguely, Basel, bis 8. November
 

Installationsansicht: gehörnte Figur mit Kaugummiblase und Kabeln auf Metallbock; violettes Licht
Foto: Joerg Lohse, © Juliana Huxtable, courtesy the artist and Reena Spaulings Fine Art, NY

Juliana Huxtable "COW 3", 2019

 

Shuang Li in Basel

Smartphones bringen uns zusammen – und sie schotten uns voneinander ab. In ihren Videos, Performances und Installationen untersucht die junge chinesische Künstlerin Shuang Li, wie digitale Technologien Nähe herstellen und zugleich Teil eines neoliberalen Apparats sind, der Beziehungen, Körper und Begehren prägt. Die Kunsthalle Basel zeigt nun Lis erste institutionelle Einzelausstellung in Europa. Zu sehen ist eine Filminstallation, die das Haus selbst als ihre "bisher ambitionierteste" Arbeit ankündigt. Darin entwirft Li eine Zukunft jenseits der Logik des Überwachungskapitalismus und der Herrschaft der Technologie. Ausgangspunkt war ihre Beschäftigung mit Orkanen, Tornados und Hurrikans. Die schweren Stürme erscheinen dabei wie ein Echo jener grenzüberschreitenden algorithmischen Systeme, über die wir ähnlich wenig Kontrolle haben wie über das Wetter.

Shuang Li "Alliance", Kunsthalle Basel, bis 13. September
 

Installation: Deckenprojektion feuriger Ring; zwei Besucher auf Sitzsäcken
Foto: Zhang Hong, Courtesy Kiang Malingue, © Shuang Li / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Shuang Li "AETHER", 2021, Installationsansicht "In the Labyrinth", Edouard Malingue Gallery, Hongkong, 2021

 

Off-Event in Basel

Der Basel Social Club, vor fünf Jahren von einigen Galeristen und Künstlern gegründet, hat sich als das spannendste Off-Event der Art Basel etabliert – und ist jedes Jahr anders. Diesmal nistet er sich in einem leerstehenden Bürogebäude in der Nähe des Bahnhofs SBB ein. Das Thema: "Office" – oder auch: unsere seltsame neue Welt, in der die Arbeit in Gestalt des Smartphones immer in der Tasche steckt, in der Homeoffice die Grenzen verwischt und das Verhältnis von Arbeit und Freizeit ständig neu ausgehandelt werden muss. Etage für Etage werden sich die Aussteller des Basel Social Club in das Gebäude hineinbohren und es neu zum Leben erwecken, mit einer Mischung aus etablierter und ganz junger Kunst, mit Performances und Events bis in die Nacht und einem umfangreichen kulinarischen Angebot für verschiedene Geldbeutel.

Basel Social Club, Location wird kurz vorher bekannt gegeben, 14. bis 20. Juni
 

Alicia Framis, The Walking Ceiling 2: Performance, Frauenprozession im weißen Galerieraum.
Courtesy Upstream Gallery, © Alicia Framis / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Alicia Framis "The Walking Ceiling", 2018

 

Zwischenspiel in Berlin

Diese Werke haben Staatsgäste und Präsidenten, Minister und Bundeskanzler kommen und gehen sehen und doch immer leise und erhaben das diplomatische Protokoll der Kunst bewahrt: Gotthard Graubners "Begegnungen" – zwei große abstrakte Gemälde –, sind 1988 für den Großen Saal im Schloss Bellevue entstanden und wurden in Auftrag gegeben vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Nach knapp vier Jahrzehnten intensiver Nutzung muss der Amtssitz des deutschen Staatsoberhaupts nun grundsaniert werden; rund 600 Millionen Euro und acht Jahre Bauzeit sind dafür veranschlagt. Anfang Mai wurden Graubners Farbraumkörper im Beisein der Restauratorin Hana Streicher und des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier entfernt. Doch bevor die Arbeiten am Amtssitz beginnen, zieht neue Kunst ein: Die Akademie der Künste bespielt das Schloss Bellevue vom 13. bis 28. Juni mit einer Pop-up-Galerie. Werke von Rosa Barba, Alexandra Bircken, Monica Bonvicini, Ayşe Erkmen, Katharina Grosse, Boris Mikhailov, Karin Sander, Gregor Schneider, Wolfgang Tillmans und anderen sollen mit dem Ort, der für liberale, demokratische Repräsentation und politische Symbolik steht, in Dialog treten.

"Freiraum Kunst: Akademie der Künste goes Bellevue", Schloss Bellevue, 13. bis 28. Juni
 

Installationsansicht von Wolfgang Tillmans in der Ausstellung "Freiraum Kunst" im Schloss Bellevue, Berlin, 2026
Foto: © Dotgain, © Wolfgang Tillmans

Installationsansicht von Wolfgang Tillmans in der Ausstellung "Freiraum Kunst" im Schloss Bellevue, Berlin, 2026

 

"Wo ich wohne" in Berlin

Bevor das Haus am Waldsee zu einer der wichtigsten Institutionen für Gegenwartskunst in Berlin wurde, war es ein Wohnhaus. Die Jubiläumsausstellung "Wo ich wohne" nimmt diese Geschichte nun zum Ausgangspunkt. Gezeigt werden Arbeiten von Nigin Beck, Rhea Dillon, Robert Haas, Hannah Höch, Patrick Jolly & Reynold Reynolds, Alexandre Khondji, Atiéna R. Kilfa, Henry Koerner, Yoora Park, Oskar Schlemmer, Renée Sintenis, Ian Waelder und Frau von Zinowiew. Manche Werke kehren nach Jahrzehnten an den Ort ihrer ersten Präsentation zurück, andere graben sich in die Biografie der Villa ein, die 1922 als Wohnhaus errichtet wurde und seit 1946 als Ausstellungsort dient.

"Wo ich wohne", Haus am Waldsee, 14. Juni bis 27. September
 

Foto: Efeubewachsene Villa mit grünen Fensterläden, Eingang mit Stufen, Beete mit Tulpen.
© Archiv Haus am Waldsee

Haus am Waldsee, 1978

 

"Tausendmal Berlin" in Berlin

Das Museum Hamburger Bahnhof in Berlin zeigt unter dem Titel "Tausendmal Berlin" eine neue Ausstellung mit über 70 Werken von mehr als 50 Künstlerinnen und Künstlern. Sie widmet sich der Berliner Kunstszene im globalen Dialog von 1989 bis heute, wie das zur Nationalgalerie gehörende Museum für zeitgenössische Kunst mitteilte. Gezeigt werden Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen. Die Eröffnung ist am Freitag (17 Uhr). Aus diesem Anlass sind vom 12. bis 14. Juni eintrittsfreie Tage der offenen Tür geplant. In diesem Rahmen soll es auch Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern geben, deren Werke in der Ausstellung zu sehen sind sowie eine kuratorische Führung. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms "30 Jahre Hamburger Bahnhof". Zu sehen sind den Angaben zufolge auch Werke bekannter Künstlerinnen und Künstlern wie Isa Genzken, Cosima von Bonin, Norbert Bisky, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg oder Rosemarie Trockel. (dpa)

"Tausendmal Berlin. Die Sammlung Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart", Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin, dauerhaft
 

Gemälde: graues Schild „SPÄT KAUF – LATE NIGHT SHOP“ vor gelbem Labyrinth und Trauben.
Foto: Gunter Lepkowski, © the artist

Elif Saydam "Zu Spät (III)", 2021

 

Cyprien Gaillard in Bregenz

Hinter der Glasfassade des Kunsthaus Bregenz hängt eine orangefarbene Schuttrutsche, wie man sie von Abrissbaustellen kennt. Für Cyprien Gaillard ist sie das passende Sinnbild einer Gegenwart, die sich im permanenten Um- und Rückbau befindet. Der französische Künstler, der seit Jahren die Ränder von Städten, Ruinenlandschaften und urbane Transformationsprozesse untersucht, zeigt im KUB die Ausstellung "When you expect flutes, it’s whistles". Zu sehen sind neue Filme, Fotografien, Klangarbeiten und Skulpturen, etwa eine riesige, luftgefüllte Figur, die zu den Bässen eines legendären Soundsystems tanzt, oder die Neuproduktion "Deterrent", die sich mit den oft unsichtbaren Strategien der Abschreckung im öffentlichen Raum beschäftigt.

Cyprien Gaillard "When you expect flutes, its whistles", Kunsthaus Bregenz, 13. Juni bis 4. Oktober
 

Detailansicht: grün gefasste Skulptur eines Flötenspielers; Hände und Flöte im Fokus.
Foto: Max Paul, © Cyprien Gaillard, courtesy of the artist / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Cyprien Gaillard "Deterrent", 2026, Produktionsstill

 

"The World Through AI" in Frankfurt am Main

Schon mal von Jankspace gehört? Nein? Dann stellen Sie sich vor, Sie entsperren per Touch ID Ihren Schlüsselbund, warten auf den OTP-Code, aktivieren den Hotspot und laden den Ausweis-Scan hoch – alles nur, um nachts um zwei ein Produkt aus einem Instagram-Shop zu kaufen. "Welcome to Jankspace, Babe" heißt entsprechend die Videoarbeit von Daniel Felstead und Jenn Leung in der Schirn-Ausstellung "The World Through AI". Die ursprünglich für das Jeu de Paume in Paris entwickelte Schau versammelt rund 40 Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Hito Steyerl, Trevor Paglen, Agnieszka Kurant oder Julian Charrière und untersucht die psychologischen, politischen und ökologischen Folgen von KI. Es geht um Clickworker, Gesichtserkennung und Datenextraktion – aber auch darum, wie Maschinen Wirklichkeit lesen und Menschen dabei selbst zu Datensätzen werden. Historische "Zeitkapseln" zeigen zudem, dass die Angst vor künstlichen Bildern lange vor ChatGPT begonnen hat.

"The World Through AI", Schirn Kunsthalle Frankfurt, bis 20. September
 

Daniel Felstead & Jenn Leung, Jankspace: Babes, 3D-Porträt: glänzendes Gesicht, rotes Licht.
Copyright and Courtesy of the artists

Daniel Felstead & Jenn Leung, "Welcome to Jankspace, Babe", 2025

 

Helga Paris in Halle

Vor genau 40 Jahren sollten diese Fotografien schon einmal gezeigt werden – aber es kam zum Eklat. Mit ihren 101 Schwarz-Weiß-Fotografien porträtierte Helga Paris die Stadt Halle in den letzten Jahren der DDR: brüchige Fassaden, leere Straßen, diesige Luft. Obwohl Paris die Fotos nicht als Anklage meinte, warf man ihr vor, die städtische Planungspolitik zu kritisieren. Die Ausstellung wurde verhindert, Kataloge und Plakate einbehalten. Es folgte ein jahrelanger Streit um die Sichtbarkeit der Bilder: Überarbeitete Katalogfassungen wurden zurückgewiesen, neue Eröffnungstermine verworfen. Selbst ein letzter Versuch im Sommer 1987 scheiterte. Zwei Jahre später kaufte das Hallesche Kunstmuseum den Fotobestand von Helga Paris schließlich an. Erstmals in einer Ausstellung zu sehen war er 1990, nach dem politischen Umbruch. Vier Jahrzehnte nach der verhinderten Ausstellung werden die Arbeiten nun wieder an jenem Ort präsentiert, an dem sie einst nicht gezeigt werden durften.

"Helga Paris. Häuser und Gesichter. Halle 1983–85", Kunstmuseum Moritzburg, Halle an der Saale, bis 20. September
 

Helga Paris, Häuser und Gesichter, Halle 1983–85, SW-Foto: Porträt an Mauer und Zaun.
© Nachlass/Estate Helga Paris, Repro: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Helga Paris, aus der Serie "Häuser und Gesichter. Halle 1983–85"

 

Künstlergespräch in Potsdam

Wenn Jonas Burgert über Kunst spricht, geht es schnell um mehr als Malerei. Am Samstag ist der Maler, bekannt für seine rätselhaft-figurativen Monumentalbilder, im Kunstraum Potsdam zu Gast: Im Rahmen von "salondergegenwart" spricht er mit dem Autor und Mathematiklehrer Robert Dennhardt. Danach gibt es Wein und Musik. Das Ausstellungsprojekt "salondergegenwart" gründete das Sammlerpaar Margarita und Christian Holle vor 15 Jahren in Hamburg, um junge künstlerische Positionen zu fördern. Im Kunstraum Potsdam ist das Format nun erstmals zu Gast. Die Schau versammelt 75 Werke aus der Sammlung Holle, darunter Arbeiten von Norbert Bisky, Katharina Grosse, Leiko Ikemura, Jorinde Voigt – und Jonas Burgert. Ergänzt wird sie durch eine Alumni-Präsentation: 237 Arbeiten sind dafür neu entstanden. Anders als die Werke aus der Sammlung stehen sie zum Verkauf; die Preise liegen zwischen 300 und 8000 Euro.

"salondergegenwart – Sammlung Holle im Kunstraum Potsdam", Kunstraum Potsdam, bis 5. Juli; Künstlergespräch mit Jonas Burgart, 13. Juni, 16 Uhr
 

Jonas Burgert, wund weicht, 2020–2026, Gemälde: nackte Figur mit blauem Tuch vor dunklem Grund.
Courtesy the artist

Jonas Burgert "Wund weicht", 2020/2026

 

Kunstwochenende in Zürich

Weil der Sommer nicht nur am Rhein, sondern auch an der Limmat schön ist, versammelt sich die Kunstwelt am Wochenende vor der Art Basel zum großen Kunstwochenende in Zürich. Die Zürcher Galerien laden zu Sonderöffnungszeiten, das Zurich Art Weekend hat ein großes Programm auf die Beine gestellt – und die umfassende Retrospektive von Kerry James Marshall im Kunsthaus Zürich ist nur eine von vielen guten Ausstellungen, die die Museen und Institutionen bieten.

Zurich Art Weekend, bis 14. Juni, weitere Infos unter: dzg.ch (Die Zürcher Galerien)
 

Gemälde: Segelboot mit zwei Personen; Pelikan auf Pfählen, Möwen, gewellte See, Seilnetzrahmen.
Foto: Jack Hems, © Kerry James Marshall, Courtesy the artist and David Zwirner, London

Kunsthaus Zürich: Kerry James Marshall "Gulf Stream", 2003

 

Mohamed Bourouissa in Zürich

Der algerisch-französische Künstler Mohamed Bourouissa erzählt in seinen Fotografien, Videos und Skulpturen von jenen, die in den dominanten Narrativen der Politik und Kunstgeschichte nicht vorkommen. In seiner ersten Einzelausstellung in der Schweiz lädt Bourouissa das Publikum auf eine Reise ein: von Blida in Algerien, wo er geboren wurde, über die Pariser Banlieue, wo er heute lebt, nach Osnabrück, wo das bewegte Leben seiner Tante Noubia Meyer endete, die als Sexarbeiterin von Blida nach Deutschland migriert war.

Mohamed Bourouissa: "Pour Noubia", Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, 13. Juni bis 6. September
 

Installationsansicht: Videoprojektion auf Vorhang; Kindfigur auf Podest mit rotem Sand, Rundbecken
Foto: Hans Schröder, © Marta Herford gGmbH, © Mohamed Bourouissa / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

"Pour Noubia", Ausstellungsansicht Marta Herford, 2025