Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

Die Kunst der Woche in Baden, Frankfurt am Main, Paris und Weimar

 

Kunstmesse in Baden

Nach dem Aus mehrerer österreichischer Messeformate startet dieses Wochenende im Casino Baden eine neue Kunstmesse. Bei der Art Baden, so ihr Name, präsentieren rund 40 Galerien zeitgenössische Kunst in den historischen Sälen der Spielhalle bei Wien. Begleitet wird sie von Artist Statements, Atelierbesuchen und einer "art.night", die Museen und Galerien der Kurstadt einbezieht. Veranstaltet wird die Messe vom Congress Center Baden in Kooperation mit der Galerie Breyer. Statt Messestress im Frühjahr oder Herbst setzt man hier auf ein sommerliches Kunsterlebnis zwischen imperialer Architektur und historischen Parkanlagen. Ob das aufgeht?

Art Baden, Casino Baden, Baden bei Wien, bis 26. Juli
 

 

Knackige Kunst in Frankfurt am Main

Zwischen Pfirsichen, Tomaten und Salatköpfen hängen an diesem Wochenende Arbeiten von Thomas Bayrle, Alicja Kwade und Jiří Georg Dokoupil. Für "Fruits of the Market" übernimmt der Frankfurter Galerist Philipp Pflug einen Obst- und Gemüsestand in der Kleinmarkthalle und setzt damit sein nomadisches Galeriemodell fort. Seit er vor gut einem Jahr seine festen Räume aufgegeben hat, zeigt er Ausstellungen an immer neuen Orten – in einer leerstehenden Villa, einem privaten Garten, einem Designgeschäft oder der eigenen Wohnung. Nun treffen mehr als 20 künstlerische Positionen auf Waagen, Gemüsekisten und handgeschriebene Preisschilder. Eine Review über die knackige Kunst lesen Sie hier.

"Fruits of the Market", Kleinmarkthalle Frankfurt, Stand 118–119, Frankfurt am Main, bis 25. Juli
 

Installationsansicht in Markthalle: Gemälde, Drucke und Objekte auf Marktstand, umgeben von Theken.
Foto: Wolfgang Günzel

"Fruits of the Market", Frankfurter Kleinmarkthalle, Ausstellungsansicht, 2026

 

Wiedereröffnung der Galerie d’Apollon in Paris

Neun Monate nach dem spektakulären Juwelendiebstahl im Louvre öffnete das Pariser Museum am Mittwoch seine Galerie d'Apollon wieder. Die Besucher erwartete jedoch ein ungewohntes Bild: Der prächtige Saal präsentiert sich pur und ohne die dort bislang ausgestellten Juwelen und Kunstschätze. Diese sollen künftig in einem fensterlosen Tresorraum aufbewahrt werden, wie Louvre-Direktor Christophe Leribault der Zeitung "Le Parisien" sagte. Bei dem Einbruch Mitte Oktober 2025 wurden aus dem Saal acht wertvolle Schmuckstücke im geschätzten Wert von rund 88 Millionen Euro gestohlen. Von ihnen fehlt noch immer jede Spur. Die dabei beschädigte Krone von Kaiserin Eugénie wird derzeit restauriert. 

Der Museumschef sprach von einem Neuanfang für die Galerie. Statt mit leeren Vitrinen an den bisherigen Ausstellungsort erinnern zu lassen, solle der Raum wieder als Prunkgalerie zur Geltung kommen. Die Galerie d'Apollon gilt als einer der prächtigsten Räume des Louvre. Ihre Decken wurden von Charles Le Brun gestaltet und später unter anderem von Eugène Delacroix ergänzt. Leribault verglich den Saal mit der Spiegelgalerie von Versailles und sprach von einem Stück des ursprünglichen Königspalasts, das Besucher im heutigen Museum wiederentdecken könnten. (dpa)

Galerie d'Apollon, Louvre, Paris, ab sofort
 

Langgestreckte Galerie mit bemalter Gewölbedecke, vergoldeten Verzierungen und leerem Parkettboden.
Foto: Nicolas Bousser/Louvre/dpa

Die seit dem Louvre-Einbruch Mitte Oktober geschlossene Galerie d'Apollon ist wieder geöffnet – allerdings ohne Ausstellungsstücke

 

Villa Massimo zu Gast in Weimar

Die Villa Massimo macht an diesem Wochenende Station in Weimar. Mit "Wo die Citronen glüh'n" verlässt die Deutsche Akademie ihre Residenz in Rom und bespielt gemeinsam mit Weimarer Kulturinstitutionen die ganze Stadt. 22 Rompreisträger:innen der Jahrgänge 2024/25 und 2025/26 sind mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen, Performances und Filmen vertreten. Das Festival führt unter anderem in die ACC Galerie, wo die Schau "Notizen – Noten – Neuigkeiten" Einblicke in die Ateliers der Villa Massimo gibt, ins Bauhaus-Museum, die Bauhaus-Universität, das Lichthaus Kino und die Gedenkstätte Buchenwald, wo Barbara Yelins Aquarelle zu der Holocaust-Überlebenden Emmie Arbel zu sehen sind. Außerdem stehen Konzerte, Filmvorführungen, Künstlergespräche und einen Literaturabend auf dem Programm.

"Wo die Citronen glüh’n – Villa Massimo zu Gast in Weimar", unterschiedliche Orte, Weimar, Eröffnungswochenende bis 26. Juli; Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Videoprojektionen bis teilw. Oktober
 

Installationsansicht Lola Randl, Autofficina: Wandcollagen, Schilder, Sockel mit Autoteilen.
Foto: Alberto Novelli, © Villa Massimo

Lola Randl "Autofficina"