Edmund Kesting in Halle
Edmund Kesting gehört zu den großen Unbekannten der deutschen Moderne. Das Kunstmuseum Moritzburg widmet dem 1892 in Dresden geborenen Künstler nun die erste Ausstellung, die sein Werk in seiner ganzen Breite zeigt. Kesting war Maler, Fotograf, Grafiker und Lehrer; in den 1920er-Jahren entwickelte er reliefartige Papierarbeiten, Collagen und räumliche Bildkonstruktionen, gründete zudem die Dresdner Kunstschule "Der Weg" und gehörte zu den Mitbegründern der Künstlervereinigung "die abstrakten". Im Mittelpunkt der Schau in Halle stehen Kestings Bildbauwerke der 1920er-Jahre, in denen Farbe, Form, Licht und Raum zu eigenwilligen Konstruktionen verschmelzen. Daneben sind seine experimentellen Fotografien und das abstrakte Spätwerk zu sehen, mit dem er nach 1945 erneut Anschluss an die internationale Avantgarde suchte.
"Edmund Kesting. Avantgardist", Kunstmuseum Moritzburg, Halle (Saale), bis 25. Oktober
Edmund Kesting "Selbstporträt", um 1942
Otto Gleichmann in Hannover
Hannover war in den 1920er-Jahren eines der Zentren der deutschen Avantgarde. Otto Gleichmann gehörte dazu, stellte international aus, war Mitglied der Hannoverschen Sezession und machte seine Wohnung zu einem Treffpunkt der Kunstszene. Heute ist der 1887 geborene Maler nahezu vergessen. Das Sprengel Museum widmet ihm nun die erste große Retrospektive seit fast 40 Jahren. Zu sehen sind mehr als 100 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, in deren Mittelpunkt immer wieder der Mensch steht: stilisierte Figuren mit katzenhaften Augen, die sich durch Großstadt, Zirkus und Varieté bewegen und die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs ebenso spiegeln wie die Verunsicherung der Moderne. Erstmals werden auch Werke seiner Frau Lotte Gleichmann-Giese sowie Arbeiten aus dem hannoverschen Künstlerumfeld gezeigt.
"Zwischen Wirklichkeit und Traum. Otto Gleichmann und der Expressionismus in Hannover", Sprengel Museum Hannover, bis 1. November
Porträt Otto Gleichmann vor seinem Gemälde "Strahlen-Stürzen"
Kusama-Schau in Köln endet mit Rekord und langen Nächten
Das Museum Ludwig in Köln beendet am Wochenende seine erfolgreichste Ausstellung - eine Retrospektive zum Werk der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama (97). Die Ausstellung habe mehr als 450.000 Besucher angezogen, sagte eine Museumssprecherin. Die bisher erfolgreichste Ausstellung war eine Edward-Hopper-Schau in den Jahren 2004/2005 – mit rund 380.000 Besuchern.
In den Nächten zum 1. und 2. August bleibt das Museum bis 2.00 Uhr nachts geöffnet. Hierfür werden die Karten am jeweiligen Abend ab 20 Uhr an der Museumskasse verkauft. Danach zieht die Ausstellung weiter ins Stedelijk Museum in Amsterdam, wo sie ab Mitte September zu sehen ist. Die Schau zeigt 300 Werke Kusamas von frühen Kinderzeichnungen bis zur Gegenwart.
"Yayoi Kusama", Museum Ludwig, Köln, bis 2. August; danach im Stedelijk Museum, Amsterdam, 12. September bis 17. Januar 2027
Yayoi Kusama "Self-Obliteration #2", 1967