Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

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Eröffnungen der Woche: Tipps und Termine für den Bodensee, Duisburg, Erfurt, Karlsruhe und Liverpool

Art Bodensee in Dornbirn
Das Vierländereck am Bodensee als Hotspot des Kunsthandels: Auf 5000 Quadratmetern zeigen auf der Art Bodensee 65 Galerien und Institutionen aus sieben Ländern kurz vor der Sommerpause eine Vielfalt an Malerei Skulptur und Fotografie. Mittlerweile ist die Messe eine feste Institution im Vorarlberg: "In den 18 Jahren ihres Bestehens hat sich die Art Bodensee einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet", sagte die Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel vor Messebeginn. Neben den Messekojen gibt es eine Schau zur zeitgenössischen Skulptur und zwei große Installationen zu sehen. 
Art Bodensee, Dornbirn, 13. bis 15. Juli

Neueröffnung des MKM Museum Küppersmühle in Duisburg
Nach fünf Monaten sind die Sammlungsräume im MKM Museum Küppersmühle in Duisburg wieder geöffnet. Ab 13. Juli können Besucher in der Sammlung Ströher deutsche Kunst von Anselm Kiefer bis Gerhard Richter besichtigen, teilte das Museum am Donnerstag mit. Die Künstlerräume von Markus Lüpertz und Gerhard Richter wurden neu konzipiert. Andere Räume sind zum Beispiel Joseph Beuys, Günther Uecker, Candida Höfer und Heinz Mack gewidmet. Das Museum war seit Februar geschlossen, damit ein neuer Erweiterungsbau mit dem Hauptgebäude verbunden werden konnte. Der Anbau, entworfen von den Basler Architekten Herzog & de Meuron, soll 2019 eröffnen. (dpa)
"Sammlung Ströher im MKM", Museum Küppersmühle, Duisburg, ab 13. Juli

Die Wende in der Fotografie in Erfurt
Mit einer neuen Foto-Ausstellung will die Kunsthalle Erfurt den Einfluss der Wendezeit im Schaffen deutscher Fotografen aufspüren. Werke von 13 zeitgenössischen Fotografen aus Ost und West sind ab Samstagabend in dem Museum zu sehen. Darunter sind auch Aufnahmen der lange als Pressefotografin tätigen Barbara Klemm. Sie hat für ihr Lebenswerk bereits den renommierten Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt/Main erhalten. In der Ausstellung soll etwa ihre Schwarz-Weiß-Aufnahme vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl im Dezember 1989 in Dresden zu sehen sein. Daneben sind Werke von Tina Bara, die mit Künstlerkollegen die die künstlerischen Grenzen in der DDR erweitern wollte, Christian Borchert und Erasmus Schröter zu sehen. Die Kuratoren Gabriele Muschter und Uwe Warnke wählten die Werke so aus, dass aus ihnen politische, persönliche und auch technologische Veränderungen von 1976 bis heute ablesbar sind. (dpa)
Kunsthalle Erfurt, 15. Juli bis 30. September

"Kunst in Bewegung. 100 Meisterwerke mit und durch Medien" in Karlsruhe
Einen eigenen Kunstkanon hat das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe entworfen und für eine neue Ausstellung rund 100 Meisterwerke der Medienkunst versammelt. Der eigentliche Motor der Kunst ist Bewegung, so lautet die These für die Schau unter dem Titel "Kunst in Bewegung. 100 Meisterwerke mit und durch Medien". Gezeigt werden ab Samstag wegweisende Werke von bekannten Künstlern wie dem Videopionier Nam June Paik, dem amerikanischen Komponisten und Künstler John Cage oder dem Filmemacher Sergei Eisenstein. Auch unbekanntere Arbeiten, etwa des neuseeländischen Bildhauers und Experimentalfilmers Len Lye oder des Ungarn Bertalan Székely, sind zu sehen. Kuratiert wird die Ausstellung von dem Medientheoretiker Siefried Zielinski und dem ZKM-Direktor Peter Weibel. "Wir verstehen die Meisterwerke als Werke, die andere Werke benötigen, um ihre Stärke zu entfalten", sagte Zielinski am Mittwoch. In ihrem Liebreiz unmerklich diabolisch ist dabei die kleine Holzapparatur "The Ultimate Machine" von Claude Shannon: Sobald der Betrachter den Schalter auf "on" umlegt, erscheint eine filigrane silberne Hand aus einer Klappe und schiebt ihn umgehend auf "off" zurück. "Man denkt, die digitale Revolution habe gerade angefangen", sagte Zielinski. "Dabei beschäftigt uns das schon viele Jahrzehnte." (dpa)
"100 Meisterwerke mit und durch Medien", Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe, 14. Juli bis 10. Februar 2019

Liverpool Biennial of Contemporary Art
Friedrich Schiller fragte 1788 im Gedicht "Die Götter Griechenlands", wo die schöne Welt geblieben sei, Franz Schubert machte daraus im Jahr 1819 eine Komposition – dazwischen erstreckt sich mit der Französischen Revolution und dem Fall Napoleons eine einschneidende historische Epoche. Jetzt nennt sich die zehnte Ausgabe der Liverpool-Biennale "Beautiful World, Where Are You?", gibt sich aber nicht nostalgisch, sondern blickt mit beeindruckender Künstlerliste nach vorn: in eine Welt, die durch Migration und Krisen fordernd und spannend bleibt und immer wieder neue Bilder erzeugt. Francis Alÿs zeigt seine Pleinairmalerei im Postkartenformat, die er auf Reisen nebenbei macht, wenn er neue Filmlocations besichtigt oder in Konfliktzonen unterwegs ist. 2016 arbeitete er mit Künstlern und Flüchtlingen im Irak, an der Kampflinie von Mossul nahm er die Rolle eines Kriegsmalers ein. Unter dem Titel "Age Piece" sind sie in der Victoria Gallery zu sehen. Dort zeigt auch die in Los Angeles lebende Deutsche Silke Otto-Knapp Malerei, auf die sich wiederum neue LED-Paintings von Ei Arakawa beziehen. Mohamed Bourouissa präsentiert einen Film, der sich mit der Psychiatrie in seiner Geburtsstadt Blinda in Algerien beschäftigt. Und er legt einen Gemeinschaftsgarten an, als Ort der Resilienz. 40 Künstler aus 22 Ländern haben die Kuratorinnen Kitty Scott und Sally Tallant ausgewählt, ihr Ziel: "Ein neuer Sinn für Schönheit, an der alle teilhaben können." So stellt Ryan Gander mit Grundschulkindern Gemälde her, außerdem Bänke für die Liverpool Metropolitan Cathedral. Und Haegue Yang arbeitet mit Sounds aus der Sammlung der British Library, wo der Klang der schönen Welt konserviert wurde.  
"Beautiful World, Where Are You?", verschiedene Orte, Liverpool, 14. Juli bis 28. Oktober

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