"Fantasiemuskel"-Podcast #85

Wunschzukunft visualisieren – mit Holger Volland

Grafik: Podcast-Cover „Fantasie Muskel“, typografisches Layout mit Porträtfoto, Monopol-Logo.

Als Vorstandsvorsitzender der Brand eins Medien AG beschäftigt sich Holger Volland imit den Schnittstellen von Medien, Digitalisierung und KI. Im "Fantasiemuskel"-Podcast spricht er über die Spaltung des Content-Markts in synthetische Gebrauchsinhalte und menschgemachte Premiumprodukte

Holger Vollands Weg in die Medienwelt wurde schon in der Kindheit gelegt: seine Mutter war Buchhändlerin und sein Vater zählte zu den ersten Programmierern im Staatsdienst. Die familiäre Spannung zwischen gedrucktem Buch und Computern führte ihn zu einem Studium der Informationswissenschaft. Dort beschäftigte er sich intensiv mit der Frage, wie aus Informationen Waren werden, was ihn früh auf die kommenden digitalen Disruptionen im Kulturbetrieb und Verlagswesen vorbereitete. Heute leitet er die Brand Eins Medien AG, deren Kernprodukt ein Magazin ist, das besonders wegen seiner guten Grafik und seiner gut recherchierten Geschichten geschätzt wird.

Ausgangspunkt des Gesprächs mit den beiden Monopol-Podcastern Friedrich von Borries und Alexander Doudkin ist eine Zukunftsprognose, die vor einigen Jahren durch die Medien geisterte. Ihre Kernaussage war, dass 2026 rund 90 Prozent aller Inhalte im Netz durch Künstliche Intelligenz generiert sein würden. Volland hat darüber das Buch "Overload" geschrieben, im dem er zwar aufzeigt, auf welchen verqueren Wegen diese Prognose entstanden ist, aber auch darlegt, dass der Kultur- und Medienwelt gravierende Veränderungen bevorstehen.

Er sieht für die Zukunft eine klare Ausdifferenzierung der Content-Strategien: Einerseits wird es kostengünstige, schnell verfügbare "Gebrauchsinhalte" geben – wie die Hintergrundmusik im Fahrstuhl –, die von KI erstellt werden. Andererseits gewinnt das intensive, menschliche Erlebnis an Wert, sei es das Live-Konzert von Musikerinnen oder eben eine von Redaktionen in vielen Schleifen sorgfältig erarbeitete, außergewöhnliche Geschichte.

Wunschszenarien visualisieren

Für ihn persönlich heißt es deshalb, weniger den Fantasiemuskel als vielmehr den eigenen "Transformationsmuskel" zu trainieren. Um mit der rasanten technologischen und ökonomischen Beschleunigung konstruktiv umzugehen, bedarf es laut Volland einer gezielten geistigen Haltung. Anstatt sich von der allgegenwärtigen Informationsflut lähmen zu lassen, empfiehlt er, sich Wunschszenarien zu visualisieren. Der zielgerichtete Blick auf eine positive Zukunft, auf die man hinarbeiten möchte, ist für ihn das wichtigste Werkzeug, um Offenheit für Veränderungen zu bewahren.

"Fantasiemuskel", den Monopol-Podcast über Kunst, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation, können Sie auf allen bekannten Plattformen hören – oder die neue Folge direkt hier: