"Gute Aussichten": Fotokunst in Hamburg

Jugendbonus

Der Wettbewerb „Gute Aussichten“ ist innerhalb von zehn Jahren zu Deutschlands bedeutendstem Preis für junge Fotografen geworden. In der Jury saßen aktuell unter anderem Thomas Struth und der Artdirektor Mario Lombardi, als aus 108 Teilnehmern sieben Preisträger ermittelt wurden.

Svetlana Mychkine zum Beispiel, Jahrgang 1989, die gerade erst ihr Fotostudium an der FH Dortmund absolvierte. Ihre klassische Reportagefotografie über Waisenhäuser in Russland lässt gerade so viel Ästhetisierung zu, wie das Thema erlaubt. Dass auf den Porträts der Kinder dabei zum Teil sogar ungehemmt gelächelt wird, ist gut: Es kommt schließlich nicht nur darauf an, die bekannten Sujets zu beherrschen, sondern auch, über vorformulierte Stereotype hinauszukommen. Was zugegebenermaßen ein großer Auftrag ist für Anfänger in einem stark umkämpften Markt der Geschichten und Bilder.

Da hilft vielleicht Entschleunigung: Der 1981 geborene Henning Bode kam von einer Reise zum wirtschaftlich schlecht gestellten Mississippi-Delta zurück mit einer beeindruckend umfangreichen Reisereportage in Schwarz-Weiß – zu sehen sind in der Serie „Die Kinder des King Cotton“ ebenjene skurrilen Typen, die man dort vermutet.

Doch der Nachwuchswettbewerb hat, was das Genre angeht, keine strikten Grenzen, wie andere Preisträger des Wettbewerbs, der inzwischen als Ausstellung auch international reist, zeigen. Fotografie kann hier auch ganz konzeptionell oder künstlerisch aufgefasst werden. Die Bedeutung der Fotokunst wächst weiter, und „Gute Aussichten“ wächst mit.

Deichtorhallen Hamburg, Haus der Photographie, 26. Januar bis 3. März, Eröffnung am 25. Januar ab 19 Uhr

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