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Begründer der "Leipziger Schule"

Maler Arno Rink gestorben

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Er gilt als "Malermacher" und Wegbereiter einer Kunstrichtung. Noch vergangene Woche hat Arno Rink im Atelier gemalt - trotz schwerer Krankheit. Sein letztes Werk bleibt unvollendet

Der Leipziger Künstler Arno Rink ist am Dienstag im Alter von 76 Jahren an Krebs gestorben - drei Wochen vor seinem Geburtstag. Der Maler und Zeichner starb nach langer und schwerer Krankheit, wie seine Galerie am Mittwoch in Leipzig mitteilte. "Er war am Montagabend zusammengebrochen", sagte seine Witwe Christine Rink der Deutschen Presse-Agentur. Er sei friedlich eingeschlafen, teilten sein bekanntester Schüler Neo Rauch, einer der wichtigsten deutschen Maler der Gegenwart, und dessen Frau Rosa Loy mit.

Noch bis zum Wochenende hatte Rink im Atelier gemalt, "wie es seine Kräfte zuließen", sagte seine Frau. "Er hat bis zuletzt gearbeitet." Rink gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Neuen Leipziger Schule. Der gebürtige Thüringer lebte und arbeitete seit Anfang der 1960er Jahre in seiner Wahlheimat. Nach dem Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), das er 1967 in der Fachklasse des berühmten Malers Bernhard Heisig abschloss, arbeitete Rink zunächst kurze Zeit freischaffend.

Später wurde er zum Dozenten und Professor an der HGB berufen, von 1987 bis 1994 war Rink Rektor der Kunsthochschule. Er leitete 27 Jahre lang die Fachklasse für Malerei und Grafik, Künstler wie David Schnell, Christoph Ruckhäberle, Miriam Vlaming, Katrin Heichel, Franziska Holstein und Claudia Rößger gehörten zu seinen Schülern.

"Er war ein väterlicher Freund und hochgeschätzter Kollege", erklärte das Leipziger Künstlerpaar Rauch/Loy tief betroffen. Im Grunde genommen sei er "einer der letzten großen konservativen Maler", dessen eigene malerische Existenz auf den Vorleistungen der großen Alten und einem starkem eigenen Gestaltungswillen gründete. Er habe somit zeitlos gültige Bilder geschaffen, die nachfolgenden Malergenerationen Mut zur Figuration machten und die Betrachter nachhaltig verzauberten.

Zuletzt hatte Rink an einer neuen Fassung des Gemäldes "Italienische Begegnung" von 1978 gearbeitet. "Das ist ihm leider nicht mehr gelungen, sie bleibt unvollendet", sagte seine Witwe. Das Paar hatte sich an der Hochschule kennengelernt, war 50 Jahre verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter sowie drei Enkelkinder. Rink soll seine letzte Ruhe auf dem Leipziger Südfriedhof finden.

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