Folkwang-Preis an Hans Ulrich Obrist

"Der Kunst dienlich"

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Einer der wichtigsten Ausstellungsmacher weltweit, der Schweizer Hans Ulrich Obrist, hat am Montag in Essen den mit 25 000 Euro dotierten Internationalen Folkwang-Preis erhalten

Er verstehe sich auf die Vermittlung von zeitgenössischer Kunst an das Publikum und hole mit fairer Sorgfalt das Beste aus den Künstlern und ihren Werken heraus, heißt es in der Begründung.

Der Preisträger selbst sagte der Deutschen Presse-Agentur vor der Verleihung, er habe sein Leben damit verbringen wollen, der Kunst dienlich zu sein. Dabei wolle er lieber über Inhalte reden als sich um die Milliardenbeträge zu kümmern, mit denen Werke auf dem Kunstmarkt bewegt werden. "Kunst darf nicht ganze Teile der Bevölkerung ausschließen. Ich will, dass Ausstellungen öffentlich sind und kostenlos."

Bei der Kunstvermittlung geht der Kurator oft neue Wege. So macht er Ausstellungen in großen Häusern, aber auch in seiner Küche, in Hotelzimmern, in einer Nervenklinik und einer Kläranlage. Bei seiner Arbeit kann der Kurator auch kleinteilig werden: Aktuell führt Hans Ulrich Obrist einen Kampf gegen das Aussterben der Handschrift. Auf der sozialen Plattform "Instagram" postet er täglich handgeschriebene Sätze von Kunstschaffenden.

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