Jenseits von Documenta & Co.

8 Highlights des Kunstsommers

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Falls Sie Ihren Urlaub noch nicht gebucht haben – wir hätten da was: Eine Rundreise zu den Kunstfestivals des Sommers 2017

Bad Driburg
Ob man nun zwischen den Skulptur Projekten und der Documenta oder andersherum zwischen Kassel und Münster unterwegs ist: Fahrpause muss sein, am besten im Gräflichen Park in Bad Driburg. Wo schon Tony Oursler oder Michael Beutler Werke installierten und eine Sitzbank von Jeppe Hein steht, errichtet Michael Sailstorfer seinen hölzernen Hochsitz "Kopf und Körper Bad Driburg" (zu sehen bis zum 1. Januar 2020). Weitere Arbeiten des Künstlers sind temporär im Hotel am Park zu sehen.

Foto: Gräflicher Park, Courtesy of the artist

Foto: Gräflicher Park, Courtesy of the artist

 

Arles
Cassis am Steuer? Oben ohne über die Promenade? Was immer das Vergehen war: Audrey Tautou wahrt auch auf Polizeifotos Haltung. Bei den Aufnahmen handelt es sich um gestellte Selbstporträts, die die französische Schauspielerin jetzt erstmals beim den Rencontres d'Arles (bis 24. September) ausstellt. Das renommierte Fotofestival macht mit 40 Ausstellungen wieder einmal die ganze Stadt zum Freilichtmuseum. Schwerpunkte widmen sich der kolumbianischen und der iranischen Fotografie, es gibt Soloschauen zu Joel Meyerowitz und Roger Ballen, und die ansässige Luma Foun­dation präsentiert das Frühwerk von Annie Leibovitz.

© Rencontres Arles. Copyright and Courtesy Galerie Gmurzynska

© Rencontres Arles. Copyright and Courtesy Galerie Gmurzynska

 

St. Moritz
Seit 2008 lädt das zehntägige Kunst- und Kultur-­Festival St. Moritz Art Masters jährlich nationale wie internationale zeitgenössische Künstler ins Engadin: "Art on top of the world" lautet das Motto, und zu Bescheidenheit besteht angesichts der atemberaubenden Kulisse tatsächlich wenig Grund. Von 25. August bis 3. September werden Kirchen, Plätze und Parks bespielt (Bild: Jani Leinonen "The Most Terrible Things", 2016), auch die Galerien fahren mit David Hockney (Robilant + Voena) und Roger Ballen (Karsten Greve) Hochkarätiges auf.

Courtesy Galerie Gmurzynska

Courtesy Galerie Gmurzynska

 

Hydra
Schöner geht's kaum: Auf Hydra betreibt die Athener Deste Foundation seit 2009 ihren Inselableger, in einem ehemaligen Schlachthaus auf den Klippen über dem Mittelmeer. Kunststars wie Maurizio Cattelan, Elizabeth Peyton oder Paweł Althamer haben das "Slaughterhouse" bespielt, bis 30. September zeigt Kara Walker eine großformatige Installation.

© Hugo Glendinning

© Hugo Glendinning

 

Nizza
"Obwohl wir, das heißt die Künstler von Nizza, immer im Urlaub sind, sind wir keine Touristen. Die Touristen kommen zu uns für die Ferien, wir leben auf diesem Boden der Ferien, was uns diesen verrückten Geist gibt." So der Maler Yves Klein, der an einem Sommertag des Jahres 1947 mit zwei ähnlich verrückten Freunden die Welt unter sich aufteilte: Klein eignete sich die Unendlichkeit des blauen Himmels über der Côte d'Azur an. Der spätere Dichter Claude Pascal übernahm die Luft, der Künstler Arman die Erde. Die Ausstellung "À propos de Nice : 1947–1977" (Bild: Ben "Signer la ligne d'horizon, Promenade des Anglais, Nice", 1962) im Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain (bis 22. Oktober) beleuchtet den Einfluss der Mittelmeermetropole auf die zeitgenössische Kunst.

Photographie du geste Archives de l'artiste © ADAGP, Paris, 2017

Photographie du geste Archives de l'artiste © ADAGP, Paris, 2017

 

Föhr
Das Museum Kunst der Westküste auf der Nordseeinsel Föhr fokussiert auf Kunst, die sich mit den Themen Meer und Küste auseinandersetzt. Die Ausstellung "Pure Nature Art" (bis 7. Januar 2018) präsentiert mit Bethan Huws, Christiane Löhr, Alastair Mackie, David Nash, Regine Ramseier und Herman de Vries sechs internationale Zeitgenossen, die in ihren Werken Materialien wie Muscheln, Federn, Kork oder Rosenblüten verwenden – und so der Schönheit und Vergänglichkeit, aber auch der Gestaltungskraft der Natur nachspüren. Am 27. Juli feiert das Haus mit einem großen Sommerfest zudem seinen achten Geburtstag.

Foto: Gerhard Kassner

Foto: Gerhard Kassner

 

Bad Gastein
"sommer.frische.kunst" verspricht dieses Festival auf 1000 Meter Höhe. Ab 6. Juli öffnen die aktuellen Stipendiaten der Kunstresidenz im Kraftwerk am Wasserfall ihre Ateliers, schlängelt sich ein Kunstpfad durch Bad Gastein und die Umgebung. Zu entdecken sind bis 30. September auch Werke von Andreas Mühe, Gerwald Rockenschaub oder Ilona Kálnoky, verschnaufen kann man auf einer Bank-Skulptur von Jeppe Hein.

Courtesy of Bad Gastein, Foto: Werner Gritzbach

Courtesy of Bad Gastein, Foto: Werner Gritzbach

 

Ruhrtriennale
Wanderbühnen kennt man, aber mobile Zuschauerräume? Die Theatergruppe Rimini Protokoll ließ einen zum verglasten Auditorium umgebauten Lkw ein Jahr lang aufs Ruhrgebiet los. Die Zuschauer betrachteten im Fenster sieben Live-Roadmovies, von verschiedenen Künstlern konzipiert und mit je einer Klangkomposition vertont. Zwischen Oberhausen und Essen ergaben sich zufällige Szenen, "Tracks" genannt, von den jeweiligen Künstlern zu Rundfahrt-"Alben" zusammengefasst. Dank einer Videoinstallation in der Essener Kokerei Zollverein können Besucher der Ruhrtriennale das Echtzeit-Experiment erleben (19. August bis 30. September).

Foto: Volker Hartmann / Urbane Künste Ruhr 2016

Foto: Volker Hartmann / Urbane Künste Ruhr 2016

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