Der Katalog „Joseph Beuys. Hirschdenkmäler“

Reine Energie

Ein Meisterwerk entsteht: Wir sehen Joseph Beuys bei der Installation der berühmten „Hirschdenkmäler“, 1982, im Berliner Martin-Gropius-Bau, anlässlich der legendären „Zeitgeist“-Ausstellung. Der wild gestikulierende Mann im Pullunder ist Beuys’ damaliger Assistent Heiner Bastian. Um den zentralen Lehmberg herum baute Beuys damals sein nach Berlin transportiertes Atelier auf – und schuf ein hochenergetisches skulpturales Ensemble; der namensgebende Hirsch verkörpert darin Tod und Leben gleichzeitig. Jochen Littkemann hat die Szenerie in einprägsamen Bildern festgehalten.

Die Bilderserie des Fotografen macht die Genese der wichtigen Arbeit unmittelbar anschaulich. Sie findet sich jetzt im Katalog, den die Galerie Thaddaeus Ropac in Paris herausgegeben hat – in ihren Galerieräumen im Marais zeigte die Galerie jüngst ein Ensemble aus Originalelementen der „Zeitgeist“-Schau, darunter lehmummantelte „Urtiere“ sowie die Holzskulptur, die den Hirsch verkörpert. Kuratiert haben die Ausstellung „Zeitgeist“-Kurator Norman Rosenthal sowie die Witwe des 1986 verstorbenen Künstlers, Eva Beuys. Schon lange ist kein so bedeutendes Beuys-Ensemble mehr auf den Markt gekommen. Und was die „Hirschdenkmäler“ kunsthistorisch wert sind, dokumentieren die Fotos von Littkemann.

Galerie Thaddaeus Ropac (Hrsg.) „Joseph Beuys. Hirschdenkmäler“. Mit einem Essay von Norman Rosenthal. 128 S., 40 Euro.

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