Zu teuer

Marina Abramovic gibt Pläne für Performancekunst-Institut auf

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Die Performance-Künstlerin Marina Abramovic wollte nördlich von New York ein ehemaliges Theater zu einem Institut für Performancekunst umbauen lassen. Offenbar fehlt ihr jetzt das Geld dafür

31 Millionen Dollar hätte der vom niederländischen Architekten Rem Koolhaas geplante Umbau kosten sollen. Die 600.000 Dollar, die Abramovic 2013 mit einer Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform "Kickstarter" für das Projekt sammeln konnte, helfen da nicht wirklich weiter.

Das 1936 erbaute Theater in Hudson war als ein fester Standort des Marina Abramovic Institute for the Preservation of Performance Art (MAI) geplant, das auch ohne das angedachte Zentrum als ortsunahängige Institution bestehen bleibt. Besucher sollten beim Betreten des Gebäudes einen Vertrag unterschreiben, der sie dazu verpflichtet, mindestens sechs Stunden im Institut zu verbringen. In dieser Zeit hätten sie dann durch einen Kristallkäfig laufen und auf magnetischen Betten meditieren können. Die Geschichte der Performance-Kunst seit den 70ern bis heute sollte mit einem Fokus auf Abramovics Schaffen erzählt werden.

Zu den Unterstützern des Projekts zählt unter anderem der US-Rapper Jay Z. Nachdem er Abramovics wohl bekannteste Performance "The Artist is Present" für das Musikvideo seines Songs "Picasso Baby" nachempfinden durfte, überwies er eine "substanzielle Spende". Auch die Sängerin Lady Gaga unterstützte das Projekt mit einem Video, in dem sie vorführt, womit sich das MAI auseinandersetzen könnte.

 

Zur Finanzierung des Projekts verkaufte die Künstlerin Umarmungen, erzählte Witze, veröffentlichte Spendenaufrufe von Freundinnen wie Francesca von Habsburg. Das alles hat das Projekt schlussendlich nicht retten können. Vor zwei Wochen klagte Abramovic während einer Podiumsdiskussion in der Londoner Serpentine Sackler Galerie darüber, dass kein russischer Oligarch sich der Finanzierung annehmen möchte. Die 70-Jährige wird das Gebäude nun wohl verkaufen.

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