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Statements-Sektion der Art Basel

Mit 18 Galerien um die Welt

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In den Förderkojen der Statements darf sich der internationale Nachwuchs austoben

Das Experiment hat auf der Art Basel in den Statements seinen Ort. Wer hier mit einer Einzelpräsentation antritt, kann nicht nur das Entree in die Welt der großen Galerien schaffen, sondern auch den Baloise-Kunst-Preis gewinnen und in eine europäische Museumssammlung Eingang finden. 18 Galerien sind 2017 hier vertreten. Die weiteste Anreise haben Hopkinson Mossman. Die Galeristen kommen aus Auckland, Neuseeland, in die Schweiz und zeigen dort ihren 1988 geborenen Landsmann Oscar Enberg, der im Moment im Künstlerhaus Bethanien in Berlin eine Residency hat. Hopkinson Mossman repräsentiert neuseeländische und australische Künstler, stellt aber auch internationale Positionen aus, wie Ayşe Erkmen oder Cerith Wyn Evans.

Dass die Statements mehr sein sollten als gut bestückte Messekojen, sucht der gelernte Kunsthistoriker Dawid Radziszewski von der gleichnamigen Galerie aus Warschau zu beweisen. Während der ganzen Dauer der Messe werden dort Laien Performances aufführen, die von der polnischen, in London lebenden Künstlerin Joanna Piotrowska (geboren 1985) choreografiert wurden.

Die 1972 in Kalifornien geborene und seit ihrer Kindheit in Ägypten lebende Maha Maamoun arbeitet vorwiegend mit Fotografie und Video und mag dem einen oder anderen mit ihrer Soloschau im Fridericianum in Kassel 2014 aufgefallen sein. Gefilmtes wie gefundenes Material etwa aus dem Arabischen Frühling findet Eingang in ihre Werke. Maamouns ägyptische Galerie Gypsum wurde von der Kuratorin Aleya Hamza vor vier Jahren in Kairo gegründet und stellte zuletzt bei der Liste in Basel, der Frieze in London sowie auf der Art Dubai aus.

Der Antenna Space existiert ebenfalls seit 2013 und sitzt im Kunstquartier M50 in Schanghai. Antenna Space nahm dieses Jahr schon an der Art Basel in Hongkong teil. Neben jungen Medienkünstlern aus China vertritt er auch einige europäische und US-amerikanische Künstler.

Der Schwerpunkt der Statements liegt weiterhin in den USA und Europa, aber auch nicht mehr so dominierend wie früher: Fünf von 18 Statements-Galerien kommen aus den USA (allesamt aus New York), vier aus Asien und fünf aus Europa – was nicht unbedingt bedeuten muss, dass jeweils auch die ausstellenden Künstler von dort kommen. Bei Kate MacGarry, einer seit 2002 aktiven Londoner Galerie, wird es eine Multi­media-Installation von Samson Kambalu zu sehen geben, einem 1975 geborenen malawischen Künstler. Psychogeografische Filme, inspiriert von west­amerikanischer Folklore sind angekündigt, angeregt von dem zuletzt in Mülheim an der Ruhr lebenden leidenschaftlichen Sammler optischer Instrumente Werner Nekes (1944–2017) – der wiederum Regie führte bei Klassikern des deutschen Kinos wie "Johnny Flash" mit Helge Schneider (1986). Es könnte lustig werden in Basel.

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