Personalie

Susanne Gaensheimer wird neue Direktorin der Kunstsammlung NRW

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Die Kunstsammlung NRW bekommt mit Susanne Gaensheimer eine ausgewiesene Expertin für Gegenwartskunst als neue Chefin. Gaensheimer will auch der Klassischen Moderne weiter Raum lassen

Mit Susanne Gaensheimer übernimmt zum zweiten Mal eine profilierte Museumsfrau die Leitung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Gaensheimer (49) wechselt zum 1. September als neue Direktorin der Kunstsammlung NRW nach Düsseldorf. Kuratorium und Landeskabinett stimmten der Empfehlung einer Findungskommission am Dienstag zu. Gaensheimer, die seit 2009 das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt leitet, folgt mit einem Sieben-Jahres-Vertrag auf Marion Ackermann, die bereits seit November 2016 Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden ist.

"Mit Susanne Gaensheimer haben wir eine zugleich erfahrene wie engagierte und äußerst kompetente Museumsleiterin gewinnen können", sagte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Gaensheimer genieße hohe internationale Anerkennung.

Die 1961 gegründete landeseigene Kunstsammlung ist das kulturelle Flaggschiff in NRW und hat eine Sammlung von Weltrang, zu der Spitzenwerke von Kandinsky über Picasso bis Beuys gehören. Der Schwerpunkt liegt auf der Klassischen Moderne vor 1945 sowie auf amerikanischer und europäischer Nachkriegskunst.

Gaensheimer sei "der Klassischen Moderne ebenso verpflichtet wie der zeitgenössischen Kunst", sagte NRW-Kulturministerin Christina Kampmann (SPD). Eine ihrer großen Herausforderungen werde es sein, die von der Kunstsammlung angekaufte Sammlung Dorothee und Konrad Fischer mit hochkarätigen Arbeiten der amerikanischen Minimal- und Konzeptkunst zu präsentieren und erforschen.

Die gebürtige Münchnerin Gaensheimer, die über den US-Konzeptkünstler Bruce Nauman promovierte, ist eine ausgewiesene Expertin für Gegenwartskunst. Zwei Mal kuratierte sie den Deutschen Beitrag für die Biennale in Venedig. 2011 gewann ihre Ausstellung zu Christoph Schlingensief den Goldenen Löwen.

In Düsseldorf wird Gaensheimer auch mit Spitzenwerken der klassischen Avantgarde vor 1945 arbeiten, nachdem sie sich in den letzten Jahren vor allem der Gegenwartskunst gewidmet hatte. In den drei Häusern der Kunstsammlung liege ein "ungeheures Potenzial", sagte sie. Sie werde mit dem Stammsitz K20, dem Ständehaus (K21) und dem Schmela-Haus "intensiv" arbeiten. Eigene Akzente wolle sie mit einem Schwerpunkt internationale Gegenwartskunst setzen. Dabei wolle sie vor allen das Profil des K21 im ehemaligen Landtag als "Haus des 21. Jahrhunderts" schärfen. Dort werde sie spartenübergreifend etwa mit Performances und Film arbeiten und mit anderen Institutionen kooperieren.

Zugleich werde sie aber auch die Kunst vor 1945 pflegen, sagte Gaensheimer. "Die Klassische Moderne ist für mich ein neuer und weiterer Schritt, den ich intensivieren möchte." Sie werde auch weiter monographische Ausstellungen zu Künstlern oder Themen der Zeit machen, aber in dem Bereich auch "zuspitzen".

Sie werde ein Programm "für alle Bevölkerungsschichten" entwickeln. Die Kunstsammlung solle auch ein "Ort der Identifikation für die junge Kunstszene" werden, sagte Gaensheimer. Sie habe auch Pläne, wie die benachbarte berühmte Kunstakademie und die Kunstsammlung enger zusammenarbeiten können.

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