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Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

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Eröffnungen der Woche: Tipps für Berlin, Frankfurt, Hannover, München, Potsdam, Wien, Wolfsburg und Zürich

"Fishing for Islands" in Berlin
2011 gründete die Philanthropin Francesca von Habsburg die TBA21-Academy – eine auf einem Schiff befindliche experimen­telle Stätte der Kulturproduktion. Auf Meeres­expeditionen tauschten sich seither Künstler und Wissenschaftler über den Schutz der Ozeane aus. In Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie Berlin lädt die Academy nun zu einem "Wochenende ozeanischer Performances, Installationen und Panels" in den Hamburger Bahnhof. Das Projekt "Fishing for Islands" läuft vom 27. bis 29. Oktober, mit dabei sind Künstler wie Tue Greenfort, Carsten Nicolai, Jana Winderen und Armin Linke, der Eintritt ist frei.
"Fishing for Islands", Hamburger Bahnhof, Berlin, 27. bis 29. Oktober

Melanie Jame Wolf und Sam Smith in Berlin
Was macht eine Queen zur Queen? In "Highness" setzt sich die australische Performance-Künstlerin Melanie Jame Wolf an diesem Wochenende in den Berliner Sophiensaelen mit verschiedenen Formen von "königlicher" Weiblichkeit auseinander, von historischen Persönlichkeiten, über Pop-Queens bis hin zu Drag Queens. Zusammengetan hat sie sich dafür mit dem australischen Videokünstler Sam Smith. Seine Arbeiten waren bisher unter anderem im KW Institute for Contemporary Art in Berlin oder in der Londoner Whitechapel Gallery zu sehen.
"Melanie Jame Wolf: Highness", Sophiensaele, Berlin, Vorstellungen am 27. und 28. Oktober, je 21 Uhr

Heinrich Holtgreve in Berlin
Was ist das Internet eigentlich und wie sieht es aus? Fragen wie diese will der Fotograf Heinrich Holtgreve in seiner Ausstellung "Das Internet als Ort" beantworten. Die Fotografien sind m Deutschen Technikmuseum zu sehen. Holtgreves Bilder zeigen beispielsweise LAN-Steckdosen in Ägypten, menschenleere Architektur in Frankfurter Recherchezentren und Räume voller Kabel in Ostfriesland. "Entstanden sind dabei Bilder mit einer ganz eigenen nüchternen Ästhetik", hieß es. Holtgreve arbeitet als freier Fotograf in Hamburg und gehört der Berliner Agentur Ostkreuz an. (dpa)
"Das Internet als Ort", Deutsches Technikmuseum, Berlin, bis 18. Februar 2018

Luciano Castelli und Sven Marquart in Berlin
Von Samstag an bis zum 5. November findet im Berliner Kaufhaus Jandorf der "Kunstherbst" statt. Im Rahmen des Festivals, das zeitgenössische Malerei, Fotografie, Film und Musik vereint, eröffnet am Sonntag auch die Ausstellung "From White to White" des Schweizer Künstlers Luciano Castelli zusammen mit dem Berliner Fotografen Sven Marquart. Castelli, der Ende der 70er-Jahre nach Berlin kam und dort eng mit der Künstlerbewegung der Neuen Wilden verbunden war, wird unter anderem großformatige Malereien im Erdgeschoss und ersten Stock des Gebäudes präsentieren. Parallel dazu gibt es eine Einzelausstellung von Luciano Castelli in der Galerie Deschler in der Berliner Auguststraße. Im Lichthof des Kaufhaus Jandorf werden zudem die Fotografien des Berliner Künstlers Sven Marquardt ausgestellt. Marquart ist ein deutscher Fotograf, er lehrt als Dozent an der Ostkreuzschule für Fotografie und ist bekannt als Türsteher des Technoclubs Berghain.
"From White to White", Kaufhaus Jandorf, Berlin, 29. Oktober bis 5. November

Kunst der Weimarer Republik in Frankfurt
Mit einer groß angelegten Themenausstellung richtet die Schirn Kunsthalle in Frankfurt einen Blick auf die Kunst im Deutschland der Jahre 1918 bis 1933. Zu sehen sind unter dem Titel "Glanz und Elend in der Weimarer Republik. Von Otto Dix bis Jeanne Mammen" rund 190 Werke von mehr als 60 Künstlern. Die Arbeiten zeigen neben dem frivolen und exzentrischen Treiben in Bars und Kabaretts vor allem die düstere Seite der Epoche nach dem Ersten Weltkrieg. "Damit wird ein Gesamtbild wiederhergestellt, das durch die spätere deutsche Geschichte zerrissen worden ist", sagte Direktor Philipp Demandt am Donnerstag in Frankfurt. Die Ausstellung versteht sich nach Angaben von Kuratorin Ingrid Pfeiffer nicht als Werkschau des Verismus und der Neuen Sachlichkeit, sondern wagt einen soziologischen und politischen Blick. "Die Weimarer Republik war eine progressive Epoche, in der viele wegweisende Ideen entworfen wurden", sagte sie. Die ausgestellten Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen dokumentieren unter anderem die Rolle der Frau, aufkommende Prostitution und Arbeitslosigkeit und den Kampf gegen die Diskriminierung Homosexueller. (dpa)
"Glanz und Elend in der Weimarer Republik. Von Otto Dix bis Jeanne Mammen", Schirn Kunsthalle, Frankfurt, bis 25. Februar 2018

Hans-Jürgen Burkard in Hannover
Der Fotoreporter Hans-Jürgen Burkard hat deutsche Liedertexte als Vorlage für eine fotografische Reise durch Deutschland genommen. Seine Arbeiten sind von diesem Donnerstag an unter dem Titel "An Tagen wie diesen" in der Galerie für Fotografie (GAF) in Hannover zu sehen. Burkard sei mit einem dicken Stapel ausgedruckter Songtexte auf dem Beifahrersitz Tausende Kilometer durch die Republik gefahren, teilten die Ausstellungsmacher am Mittwoch mit. Inspiriert von der Musik habe er nach Stimmungen und Situationen gesucht. In der bis zum 3. Dezember laufenden Schau sind Bilder gestrandeter Wale an Dithmarschens Nordseeküste ebenso vertreten wie das bayrischen Gäubodenfest in Straubing sowie Hinterlassenschaften von "Rock am Ring"-Besuchern. Der 1952 geborene Burkard studierte Visuelle Kommunikation. Seit Ende der 1970er Jahre arbeitete er ausschließlich für "Geo", 1989 wechselte er für den "Stern" als Fotokorrespondent nach Moskau. In der ehemaligen Sowjetunion entstanden viele seiner preisgekrönten Fotoreportagen. Parallel zur Ausstellung in Hannover erscheint in der Edition Lammerhuber das Buch "An Tagen wie diesen" mit Texten von Silke Müller und Peter-Matthias Gaede. (dpa)
"Hans-Jürgen Burkard: "An Tagen wie diesen", Galerie für Fotografie (GAF), Hannover, bis 3. Dezember

Highlights Internationale Kunstmesse in München
Noch bis Sonntag findet in München zum achten Mal die Highlights Internationale Kunstmesse statt. Insgesamt 38 internationale Kunsthandlungen und Galerien stellen in der Münchener Residenz ihr Programm vor, darunter Kunstwerke von der Gotik bis zur Gegenwart. Rund die Hälfte der Aussteller legt den Schwerpunkt dabei auf Werke der Moderne und der Nachkriegszeit. Ein weiterer Fokus der Messe ist die Fotografie. In diesem Jahr wird dort erstmals der Prix Pictet präsentiert, ein 2008 ins Leben gerufener Kunstpreis für Fotografie, der in diesem Jahr an den irischen Fotografen Richard Mosse ging.
Highlights Internationale Kunstmesse München, bis 29. Oktober

DDR-Kunstschau in Potsdam
Das Potsdamer Museum Barberini stellte am Donnerstag seine neue Ausstellung "Hinter der Maske. Künstler in der DDR" auf einer Pressekonferenz vor. Damit soll in der dritten großen Schau des Museums von Softwaremilliardär Hasso Plattner der Sammlungsschwerpunkt Kunst in der DDR in den Mittelpunkt gerückt werden. Gezeigt werden 100 Werke von rund 80 Künstlern, darunter sind Gemälde, Fotografien, Grafiken, Collagen und Skulpturen. Zehn Werke stammen aus dem Bestand des Kunstmäzens Plattner. Die Ausstellung wird am Samstag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr eröffnet und ist von Sonntag an für das Publikum geöffnet. (dpa)
"Hinter der Maske. Künstler in der DDR", Museum Barberini, Potsdam, 29. Oktober bis 4. Februar 2018

Robert Frank in Wien
Robert Frank ist der Fotograf schlechthin. Dabei durfte sein bahnbrechendes Werk "The Americans" von 1958 zunächst nur in Europa veröffentlicht werden. Es entsprach nicht dem Selbstbild Amerikas, denn es zeigte außer einer alltäglichen Wahrheit auch ein grimmiges und gieriges Amerika mit hässlichen Seiten und Konflikten zwischen Rassen und Klassen. Gut 27.000 Fotos hatte er im Rahmen einer zweijährigen Reise durch Nordamerikas Stadtlandschaften gemacht und sie für das Buch auf 83 Bilder verdichtet. "Sinnlose Unschärfen", fanden Kritiker. "Ein trauriges Gedicht für kranke Menschen." Robert Frank wurde 1924 in Zürich als Kind einer Schweizerin und eines deutsch-jüdischen Vaters geboren. 1947 emigrierte er in die USA, als Zeitgenosse und Begleiter der Beatpoeten Allen Ginsberg und Gregory Corso machte er Filme, auch die Rolling Stones beobachtete er auf Tour und drehte die Dokumentation "Cocksucker Blues". In dem kürzlich erschienenen Dokumentarfilm "Robert Frank – Don't Blink" (Absolut Medien, 14,90 Euro) erklärt er, dass es ihm auf die technische Qualität gar nicht so sehr ankomme, sondern vor allem darauf, schnell zu sein. Ganz klar Ausdruck vor Mechanik. Die große Überblicksschau in der Wiener Albertina zeigt nun ausgewählte Werkgruppen aus frühen Schaffensperioden bis zum Spätwerk. Vieles davon ist längst fest im kollektiven Bildgedächtnis verankert, doch es sollte sich lohnen, alles, was man weiß, noch einmal zu vergessen und einfach nur zu schauen. Denn solche Fotografien gibt es nicht mehr, und zwar nicht nur, weil es solche Zeiten nicht mehr gibt. Sie vereinen auf eine so perfekte Art Komposition, Zufall, Licht, Oberflächenbeschaffenheit, Reflexe in Augen, die unbedingt etwas wollen, Schattierungen, Fotomaterialität selbst, alle Geschichten, die man über Amerika kennt, und alle, die man nicht kennt. Am Tag der Todesnachricht von Marilyn Monroe weiß das Strandmädchen mit der Flagge vermutlich noch nichts davon, wie sehr diese tote Schauspielerin ihr noch in die Quere kommen wird, wenn es um Rollen und Körper geht. Diese Geschichte des Davor und des Danach erzählt Robert Frank in fast jedem seiner Bilder. Und zwar paradoxerweise einzig deshalb, weil er so radikal auf den gegenwärtigen Moment setzt, ihn verstanden hat, bevor diejenigen es merken, die im Bild sind.
"Robert Frank", Albertina, Wien, bis 21. Januar 2018

Schau in Wolfsburg zeigt Faszination Wiederholung
Wiederholungen sind alles andere als langweilig und Kreisläufe nicht ohne Ziel. Das demonstriert eindrucksvoll die Ausstellung "Never Ending Stories", die ab Samstag im Wolfsburger Kunstmuseum zu sehen ist. Mehr als 50 internationale Künstler sind an der Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Endlosschleife beteiligt. Den mit Abstand größten Raum nimmt dabei das Werk "Bad" von Gregor Schneider ein. Er schickt den Besucher durch 21 Räume, in denen er immer das gleiche Badinventar vorfindet. "Diese Wiederholung macht etwas mit uns", sagt Schneider. Dadurch, dass das Leben endlich sei, entstehe eine Faszination für das Unendliche im Leben. Kurator Ralf Beil und sein Team konfrontieren den Besucher immer wieder mit der Frage nach dem Sinn der Wiederholung. Lohnt sich eventuell ein Ausbruch aus der Endschlossschleife, der wir alle täglich begegnen? Etwa wenn sich in der Hotellobby dasselbe Lied wiederholt und auf den Monitoren Kaminfeuer endlos fackeln. Zum Ende der Schau lässt eine Plattenspielerinstallation das Knistern, Rauschen und Knacken der Auslaufrille hören. Die Ausstellungsmacher hoffen, dass der Besucher nach mehren hundert Werken nicht auf der letzten Rille läuft und seinen Museumsbesuch eventuell sogar wiederholt. (dpa)
"Never Ending Stories", Kunstmuseum Wolfsburg, 28. Oktober bis 18. Februar 2018

Marguerite Humeau in Zürich
Prähistorische Forschung, wissenschaftliche Theorien und Okkultismus spielen in die großformatigen Skulpturen der französischen Künstlerin Marguerite Humeau hinein. Die in London lebende Bildhauerin wurde jetzt mit dem Zurich Art Prize ausgezeichnet, der mit einer Soloschau im Museum Haus Konstruktiv verbunden ist. In Zentrum ihrer Schau RIDDLES (Final Beats) steht die Figur der Sphinx, ein Mischwesen aus Mensch und Tier, dessen Anfänge weit zurück in die frühe Menschheitsgeschichte reichen. Marguerite Humeau stellt die Hypothese auf, dass heutige Überwachungssysteme, Drohnen beispielsweise, die direkten Nachkommen der antiken Figur Sphinx sind.
Marguerite Humeau, RIDDLES (Final Beats), Museum Haus Konstruktiv, Zürich, bis 14. Januar

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