Berlin

Bisher 120 000 Besucher bei kritischer Nolde-Ausstellung 

Der Blick auf eine Ikone des Expressionismus, Emil Nolde (1867-1956), als Unterstützer des Nationalsozialismus lockt weiterhin Besucher in das Berliner Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof

Am Dienstag empfingen Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, und Christian Ring, Direktor der Nolde Stiftung Seebüll, die aus Frankreich angereiste Sophie Noblia als 120 000. Besucherin der seit April laufenden Ausstellung, wie die Freunde der Nationalgalerie mitteilten.

"Emil Nolde – Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus" ist noch bis zum 15. September zu sehen. Die Ausstellung zeigt das künstlerische Werk des Expressionisten Nolde erstmals auf Basis neuer Erkenntnisse im historischen Kontext seiner Biografie und ideologischen Haltung. Nolde wurde von den Nazis zwar als "entarteter Künstler" diffamiert, war aber auch NS-Parteimitglied, Antisemit, Rassist und bis zum Ende der NS-Zeit überzeugter Nationalsozialist. 

Gezeigt wird auch Noldes Gemälde «Brecher» von 1936. Das Bild hing mit "Blumengarten (Thersens Haus)" (1915) als Leihgabe im Arbeitszimmer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie ließ nicht nur den "Brecher" für die Ausstellung von der Wand nehmen, sondern gab auch gleich den "Blumengarten" ab. Beide Bilder wollte sie ohne nähere Begründung nicht zurück.