Unesco-Warnung

Flutkatastrophe in Deutschland: Klimawandel bedroht Welterbe

Die Unesco hat vor der großen Bedrohung der Welterbestätten durch den Klimawandel gewarnt und zum gemeinsamen Handeln aufgerufen

Nicht nur am bedrohten Great Barrier Reef vor der Küste Australiens oder am Hochwasser in Venedig, sondern auch bei der Flutkatastrophe in Deutschland ließen sich die Gefahren sehen. Das sagte die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, am Mittwoch anlässlich der laufenden Sitzung der Welterbekommission der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) im chinesischen Fuzhou der Deutschen Presse-Agentur.

Die Risiken seien groß und könnten dazu führen, dass manche einzigartige Kultur- und Naturstätten für immer verschwinden. "Ich bin der Überzeugung, es muss schneller, umfassender und verbindlicher gehandelt werden", sagte Böhmer. "Es reicht nicht, dass ein Land handelt, wenn es um den Klimawandel geht. Wir müssen sehen, dass eine weltweite Transformation notwendig ist."

"Ich fand es ganz wichtig, dass Icomos (der Internationale Rat für Denkmalpflege) bei der Einschreibung des Niedergermanischen Limes darauf gedrungen und empfohlen hat, dass man noch mal den Hochwasser- und Überschwemmungsschutz überprüft", sagte Böhmer. Die Freude am Rhein über den Titel sei riesig. "Die deutschen Stätten sind sich sehr bewusst, dass man damit Verpflichtungen zum Schutz, Erhalt und zur Vermittlung eingeht." Sie seien sehr gut darauf vorbereitet.

Das jüdische Kulturgut in Mainz, Worms und Speyer als neues Welterbe sei nicht nur ein einzigartiges Zeugnis aus dem Mittelalter, sondern habe auch große Bedeutung für die Gegenwart, weil Deutschland gerade 1700 Jahre jüdisches Leben begehe. "Und dann muss man die hellen und die dunklen Seiten vermitteln", sagte Böhmer. "Es ist eine große Chance, um deutlich zu machen, dass jüdisches Leben seit Jahrhunderten unsere Kultur und unser Miteinander geprägt und bereichert hat. Das ist eine Botschaft, die gerade heute sehr wichtig ist, angesichts von wachsendem Antisemitismus."