Monopol-Podcast

Der Kunstmarkt im Wandel

Kunst wird heute anders gehandelt als noch vor einigen Jahren. Auch die Pandemie zwingt zum Umdenken. Im Monopol-Podcast geht es diesmal um die Öffnung einer als elitär verschrienen Branche und den Hype um NFT-Kunst

Die Corona-Pandemie hat auch auf dem Kunstmarkt viel verändert. Die großen Messen sind verschoben oder ausgefallen, Galerien verlagern ihr Geschäft zunehmend ins Digitale und hoffen damit auch auf eine neue Art von Kundschaft, deren natürlicher Lebensraum nicht unbedingt die klassische Kunstwelt ist.

Einer, der diesen Wandel energisch vorantreibt, ist der Berliner Galerist Johann König. Sein Hauptquartier ist eine riesige Betonkirche in Berlin Kreuzberg. Mit der Kunst, die er vertritt, spricht er andere Menschen an als viele andere Galeristen. Und um auf sein Angebot aufmerksam zu machen, nutzt er alle erdenklichen medialen Mittel, von Insta-Live über ein eigenes Magazin bis zum eigenen Podcast und einer App.

"Systemsprenger" nennt ihn Monopol in der Titelgeschichte des aktuellen April-Hefts. Doch viele in der Branche blicken skeptisch auf seine Geschäftspraktiken. Ist König ein cleverer Innovator, der in Start-up-Manier den Kunstmarkt aufmöbelt? Ist er ein rücksichtsloser Ego-Shooter? Oder am Ende nur ein Symptom eines Systems, das sich gerade rasant verändert?

In der neuen Folge des Monopol-Podcasts mit Detektor FM kommt Johann König selbst zu Wort und erklärt, wie er den Kunstmarkt für ein neues Publikum öffnen will. Er selbst wächst in Köln als Sohn des Museumsleiters und Kurators Kasper König inmitten der Kunstwelt auf. Prägende Figuren wie Joseph Beuys gehen in seinem Elternhaus ein und aus. Mehr Insider geht nicht – und genau deshalb, so sagt Johann König, will er die Kunstwelt weniger exklusiv machen.

NFTs als einschneidende Veränderung

Doch seine Vermarktungsstrategie trifft nicht nur auf Zustimmung. Wie König in der Branche aneckt und welche ungeschriebenen Gesetze er bricht, erzählen Monopol-Chefredakteurin Elke Buhr und der stellvertretende Chefredakteur Sebastian Frenzel.

Außerdem kommt die Journalistin und Monopol-Kolumnistin Annika von Taube zu Wort, die eine weitere einschneidende Veränderung auf dem Kunstmarkt vorstellt und einordnet: sogenannte NFTs (non fungible tokens). Mit dieser Blockchain-Technologie ist es möglich, digitale Kunstwerke, die theoretisch leicht reproduzierbar sind, mit einer Art Echtheitszertifikat zu versehen und so ein "Original" einer Datei herzustellen, das verkauft werden kann. Das Phänomen wird spätestens seit der Rekordversteigerung des Künstlers Beeple im altehrwürdigen Auktionshaus Christies auch in der traditionelleren Kunstwelt diskutiert. Mitte März erzielte seine Collage "Everydays: The First 5000 Days" einen Kaufpreis von 69 Millionen Dollar (der in Kryptowährung bezahlt wurde). 

Ob dieses Phänomen eine Demokratisierung des Kunstmarktes bedeutet, oder eher eine Blase, die nur einigen Zockern nützt und irgendwann platzen dürfte, wird sich noch zeigen. Aber dass sich auf dem Kunstmarkt gerade vieles grundlegend wandelt, ist nicht zu übersehen.