Radiobeitrag

Eine neue Ära für Tempelhof?

Die umstrittene private Kunsthalle Berlin im Flughafen Tempelhof ist offenbar vom Tisch. Im Radio bei Detektor FM erklärt Monopol-Redakteurin Saskia Trebing die Hintergründe und neue Pläne für das Areal in der Hauptstadt

Ende Mai schloss die Bernar-Venet-Retrospektive in der umstrittenen privaten Kunsthalle Berlin in zwei Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Danach gab der Betreiber-Verein Stiftung Kunst und Kultur Bonn bekannt, vorerst keine weiteren Ambitionen in den monumentalen landeseigenen Räumen zu hegen.

In mehreren offenen Briefen und Boykottaufrufen hatten Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende gegen die Institution protestiert - aus ihrer Sicht ein "zynisches, neoliberales Vehikel", das sich durch seinen Namen als öffentliches Haus getarnt habe, um mit den Tempelhof-Hallen einen der größten und repräsentativsten landeseigenen Räume mit privaten Interessen zu besetzen.

Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass Berlin die Hangars 2 und 3 doch wieder an Smerling vermieten wollte. Nachdem der Aufsichtsrat der Tempelhof Projekt GmbH einer erneuten Zusammenarbeit zugestimmt hatte, trat die Kuratorin Adrienne Goehler aus Protest aus dem Gremium zurück. Daraufhin beschäftigte sich der rot-rot-grüne Berliner Senat erneut mit dem Thema, und nun ist die Kunsthalle Berlin wohl vom Tisch. Laut des Senats soll es ab 2023 "ein klar geregeltes, transparentes Vergabeverfahren" für die riesigen Hallen geben. Damit wird eine Forderung von mehreren Initiativen erfüllt, die sich für eine Einbindung der Stadtgesellschaft in die Planungen für Tempelhof einsetzen.

Im Radio bei Detektor FM spricht Monopol-Redakteurin Saskia Trebing über die neuen Entwicklungen und erklärt noch einmal, warum die Kunsthalle Berlin die Kunstwelt so beschäftigt hat. Zum Anhören bitte Inhalte aktivieren.