In eigener Sache

Monopol-Website gewinnt German Design Award

Wir freuen uns über einen German Design Award für die Monopol-Website. Hinter der Gestaltung der Seite steht das Berliner Studio Last. Wir haben die Anbieter kreativer Dienstleistung befragt, worauf es ihnen bei der Entwicklung ankam

Matthias Last, herzlichen Glückwunsch zum German Design Award Special 2021 in der Kategorie "Excellent Communications Design – Web" für die Gestaltung von www.monopol-magazin.de. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung? 

Vielen Dank, wir freuen uns sehr über den Award! Die Auszeichnung hebt die kreative Leistung und Ideen nochmal hervor, die das gesamte Team von Studio Last, aber auch die Redakteure, in den Relaunch von Monopol-Online gesteckt haben. Und sie bringt zusätzliche Sichtbarkeit für das Projekt und die Website.

Was war Ihnen bei der Gestaltung unserer Website besonders wichtig?

Monopol als Magazin hat sich über die Jahre weiterentwickelt, doch die Website hat sich seit der Grüdung kaum verändert. Mir ging es vor allem darum, das starre Blogformat aufzubrechen und die Seite aktiver, bewegter und überraschender zu gestalten. Auch wollte ich den verschiedenen Inhalten und journalistischen Formaten gerecht werden, indem wir diese gestalterisch klar definieren, inszenieren und durch die Einbindung von interaktiven Elementen den Leser direkt ansprechen und miteinbeziehen. Wichtig war mir auch eine Formensprache zu entwickeln, die unabhängig von schnelllebigen Trends, modern und zugänglich bleibt. Rückblickend etwas schade, dass bei der Umsetzung unseres Konzepts einiges verkürzt worden ist und das Potenzial der Seite somit nicht voll ausgeschöpft wurde.

Welche besonderen Herausforderungen bringt die Gestaltung einer Kunstwebsite mit sich?

Unser gestalterischer Prozess orientiert sich an Inhalten und untscheidet sich daher erstmal nicht, wenn es zum Beispiel um die Neuentwicklung eines journalistischen Mediums geht oder um die Gestaltung eine Kunstwebsite. Bei jedem Projekt ist es unser Ehrgeiz, eine eigenständige Sprache zu schaffen, die die Inhalte optimal transportiert und in eine Gesamterzählung einbettet. Wir haben Monopol Online in erster Linie als Nachrichtenseite wahrgenommen, die täglich viel unterschiedlichen Content zu den Themenkreisen Kunst und Kultur veröffentlicht. Deshalb haben wir uns für ein gestalterisches Statement entschieden, dass reduziert und nüchtern die Inhalte fokussiert, aber dennoch mit verspielten und überraschenden Elementen agiert. Schließlich war die Nüchternheit auch geboten, um die recht große Werbepräsenz so gut wie eben möglich zu umschiffen.

Immer wieder kriegen wir Anfragen zu der speziellen Font auf unserer Seite. Welche Schriftart ist das und wie sind Sie darauf gekommen?

Das ist die Font Ginto aus dem Schrifthaus Dinamo. Entworfen wurde sie von dem Grafikdesigner Seb McLauchlan. Als ein Hybrid aus Serife und Groteske schafft sie eine tolle Verbindung vom geradlinigen, geometrischen Stil der Schriften aus den 20ern, über den barocken Stil der 60er-Jahre bis hin zur Gegenwart. Eine Schrift die, wie ich finde, sehr gut zu einem journalistischem Portal passt. Vor allem aber lebt diese Font wie viele Elemente auf der Website von der Spannung zwischen runden und rechteckigen Formen.

Wie fügt sich dieser Auftrag für Monopol in Ihr restliches Portfolio?

Eigentlich ein perfect match. Mit Schwerpunkten im Editorial- und Webdesign, liegt der zentraler Fokus unseres Studios auf dem Relaunch und der Neuentwicklung von Print- und Digitalmedien. Als Art Director bin ich schon seit Jahren im Magazinbereich tätig. Auch arbeiten wir als Studio immer wieder mit Künstlern oder Kulturinstitutionen zusammen.

Mit Blake & Vargas betreiben sie auch einen Verlag und Ausstellungsraum in Berlin. Was können Kunst und Design voneinander lernen?

Für uns als Studio ist Blake & Vargas ein Gefäß für Experimente und Korporationen. Es bietet die Möglichkeit, unsere gestalterische Sprache und inhaltlichen Interessen unabhängig von kommerziellen Auftragsarbeiten weiterzuentwickeln. Blake & Vargas habe ich zusammen mit meiner Partnerin, der Künstlerin und Kuratorin Sarah Bernauer, gegründet. Uns ist es wichtig, keine klare Grenze zwischen Kunst und Design zu ziehen, sondern aus dem Potenzial beider zu schöpfen. Letztlich ist Blake & Vargas auch das Produkt dieses fortlaufenden Dialogs zwischen uns.