Inoffizielle Street-Art-Shows

Banksy distanziert sich von Banksy-Ausstellungen

Der britische Street-Art-Künstler hat einen iMessage-Dialog veröffentlicht, in dem er Ausstellungen mit seinen Werken verurteilt

Ein Freund schickte dem anonymen Künstler offenbar ein Foto mit einem Banner, das in Moskau für eine Banksy-Ausstellung wirbt. Es hängt an der Fassade des Zentralhauses der Künstler, ein Ausstellungshaus neben der Neuen Tretjakow-Galerie. Auf den Hinweis, dass die Veranstalter dieser Ausstellung umgerechnet 20 Pfund Eintritt verlangen (tatsächlich sind es 550 Rubel, also rund 7 Pfund), schreibt Banksy: "Ich wünschte, ich könnte das lustig finden ... Du weißt, das hat nichts mit mir zu tun. Ich verlange keinen Eintritt, es sei denn, es gibt ein Riesenrad." Der Künstler spielt damit auf seinen Antivergnügungspark Dismaland an, den er 2015 in Westengland eröffnet hat.

Der Freund empfiehlt in dem Dialog, dass Banksy gegen die Veranstalter in Moskau vorgeht, worauf der Brite antwortet, dass er vielleicht nicht die richtige Person sei, etwas dagegen zu unternehmen, dass Leute Bilder zeigen ohne Erlaubnis. Der Street-Artist fragt natürlich selbst nie an, ob die rechtmäßigen Besitzer der Wände, die er besprüht, damit einverstanden sind.

Der Freund insistiert: "Es geht ums Prinzip, es ist Diebstahl! Du musst etwas machen!" "Ich weiß nicht, wo ich anfangen sollte", schreibt Banksy zurück. "Veröffentliche ein Bildschirmfoto dieser Konversation", antwortet der anonyme Freund – was Banksy dann auch auf Instagram am Mittwoch gemacht hat.

Die Banksy-Ausstellung in Moskau wurde organisiert von der russischen Firma IQ Art Management, die auf 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche Skizzen, Drucke, Objekte und Stencils von Banksy zeigt. Die Leihgaben stammen aus Privatsammlungen und Galerien. Die "Moscow Times" hält die Ausstellung für reißerisch, was sich schon im Titel "Banksy: Genius or Vandal?" zeige. Von einigen Kommentatoren wurde die Ausstellung als Zeichen einer Entspannung zwischen Großbritannien und Russland gedeutet; die Beziehung nach der Skripal-Affäre bedindet sich auf einem Tiefpunkt.

Immer wieder hat Banksy sich gegen inoffizielle Banksy-Ausstellungen ausgesprochen, besonders gegen die, die von seinem ehemaligen Agenten Steve Lazarides organisiert werden. Auch in Berlin ist zurzeit eine Ausstellung von Lazarides zu sehen: "The Art of Banksy" im Bikini-Haus.

 

 

Ein Beitrag geteilt von Banksy (@banksy) am