Karen Stuke: Wandelhalle - Auf den Spuren von Sebalds Austerlitz

1 Sep 2019 — 27 Oct 2019

Das Bild zeigt die Camera-Obscura-Fotografie von Karen Stuke des Bahnhofs in Prag, Wilsonovo nádraží. Das Bild stammt aus der Serie „Wandelhalle – Auf den Spuren von Sebalds Austerlitz“, 2013
Karen Stuke
Karen Stuke nimmt in ihrer bereits in London gezeigten Arbeit Bezug auf den Roman "Austerlitz" von W.G. Sebald. Eine der eindringlichsten Betrachtungen der Literatur über Zeit, Verlust und Wiederfindung erzählt die Geschichte von Jacques Austerlitz. Der Architekturhistoriker, der im Alter von fünf Jahren mit einem Kindertransport nach England geschickt wurde, kam bei Pflegeeltern in Wales unter. Während er seine Vergangenheit wieder entdeckt, begibt sich Austerlitz auf eine Reise durch Zeit und Raum, von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis zum heutigen England.

Karen Stuke folgte dieser Reise mit ihrer Lochkamera. Sie erzählt die Orte der Austerlitz-Geschichte auf ihre Weise: Flüchtige Bilder, die durch Lichtspuren erzeugt werden, rufen verschwommene, bewegte und vielschichtige Erinnerungen voll atmosphärischer Dichte auf.

Die Ausstellung ist eine immersive Installation von großformatigen Bildern, Licht und Sound, die speziell für den Ort der Kommunalen Galerie konzipiert wurde.
Zeitzeugengespräch mit Ruth Barnett, London
15 Sep
14:00
16:00
Im Rahmen der Open-Air Ausstellung Am Ende des Tunnels und der Fotografie - Ausstellung Wandelhalle, die beide die Kindertransporte vor 80 Jahren aus Berlin thematisieren, laden wir Sie herzlich zum Zeitzeugengespräch mit Ruth Barnett aus London ein. Es wird moderiert von Dr. Andrea Hammel von der Aberystwyth Universität und von Prof. William Niven von der Universität Nottingham Trent. Das Gespräch wird in englischer Sprache mit Übersetzung durchgeführt. Der Eintritt ist frei.
Zwischen Ende November 1938 und dem 1. September 1939 wurden über 10.000 Kinder, die als „jüdisch“ im Sinne der Nürnberger Gesetze galten, aus dem Deutschen Reich und aus von diesem besetzten Ländern nach Großbritannien verschickt und so gerettet. Zu Ihnen gehörte auch Ruth Barnett.

Sie wurde 1935 als Ruth Michaelis geboren und wohnte in den ersten vier Jahren ihres Lebens in der Cicerostraβe, unweit des Kurfürstendamms. Im Februar 1939 schickten ihre Eltern sie und ihren siebenjährigen Bruder Martin nach Groβbritannien.
Die Familiengeschichte von Ruth Barnett wurde die Basis für den Roman "Landgericht", für den Ursula Krechel 2012 den Deutschen Buchpreis erhielt, und für den 2017 gesendeten gleichnamigen ZDF-Zweiteiler. Ruth Barnett verarbeitete ihre Erfahrungen in ihren Memoiren "Person of No Nationality" und einem Theaterstück mit dem Titel "What Price for Justice".