Elisàr von Kupffer entwarf mit dem Klarismus eine eigene Religion für eine Gesellschaft im Umbruch. Seine esoterischen Schriften sind heute fast vergessen – und erstaunlich aktuell
Rainer Maria Rilkes "Requiem" für Paula Modersohn-Becker ist ein Gedicht über Trauer, Erinnerung und das schwierige Loslassen – und zugleich eine späte Würdigung der Künstlerin, deren außergewöhnliches Talent er lange unterschätzt hatte
Mit der Neuauflage von Elisabeth Lenks "Kritischen Schriften" kehrt eine Denkerin zurück, die Kritische Theorie und Surrealismus mit Leichtigkeit kurzschließt
Mit Aktionen wie "Bitte liebt Österreich" provozierte Christoph Schlingensief das Publikum und legte gesellschaftliche Konflikte offen. Eine Ausstellung im Wiener MAK zeigt, warum seine radikale Kunst bis heute nachwirkt
Alexander Kluge, Hans Ulrich Obrist und Lorenzo Marsili haben mit einem ungewöhnlichen Tarot die Zukunft universeller Werte befragt. Ein philosophisches Gedankenexperiment mit Stimmen aus aller Welt
Rene Matić zeigt in der Serie "Feelings Wheel" die Trostlosigkeit britischer Arbeiterstädte – und entwirft zugleich eine Utopie der Liebe und des Zusammenhalts
Im Copenhagen Contemporary zeigt die Künstlerin Camille Henrot, wie Care-Arbeit, Beziehungen und gesellschaftliche Verantwortung ihr vielschichtiges Werk verbinden
Ein eingedrückter Karton, etwas Harz – mehr braucht der Berliner Designer Illya Goldman Gubin scheinbar nicht. Doch hinter seinen Arbeiten verbirgt sich eine präzise Auseinandersetzung mit Material, Körper und Wahrnehmung
Ruth Herzbergs neuer Roman "Frequenzen" ist eine Kunstbetriebssatire für Berlin um die 50: Die Erzählerin folgt einem Künstler, dessen Karriere ebenso wenig in Gang kommt wie ihr eigenes Liebesleben. Tragisch, komisch und herrlich anarchisch
Seit fünf Jahrzehnten bringt Wolfgang Laib die Natur ins Museum. Mit Blütenstaub und Wachs schafft er stille Werke, die der digitalen Gegenwart sanft widersprechen. Porträt eines Solitärs
Pierre Huyghes Ausstellung in der Fondation Beyeler führt in eine verstörende Zwischenwelt aus KI-gesteuerten Apparaturen, rätselhaften Wesen und Dystopien. Bleibt am Ende mehr als ein unvergessliches Bild?
Charles und Ray Eames prägten das moderne Design wie kaum ein anderes Duo – doch ihre Architektur blieb bislang überraschend wenig erforscht. Ein neuer Bildband versammelt erstmals ihre realisierten und nie gebauten Häuser
Mondhelle Landschaften, eine neue Biografie über Gertrude Stein, Bücher über Körperbilder: Unsere Buchtipps für den August eröffnen überraschende Perspektiven. Fünf Neuerscheinungen, die Lust auf tiefere Einblicke machen
Sommerloch? Denkste! Franz Gertsch in Bern, Charles Ray in Kassel und die Art-O-Rama in Marseille: Diese Ausstellungen und Kunstmessen eröffnen im August
Aus dem künstlerischen Untergrund der DDR in den Gropius Bau: Die große Retrospektive von Gabriele Stötzer macht sichtbar, wie eng Kunst, Widerstand und formale Experimentierfreude in ihrem Werk miteinander verbunden sind
Frida Kahlo gilt heute als eine der berühmtesten Künstlerinnen der Welt. Doch die weltweite "Fridamania" entstand erst Jahrzehnte nach ihrem Tod. Eine kurze Geschichte eines Hypes
Mit Erde, Indigo, Reis und menschlichem Haar rekonstruiert Adebunmi Gbadebo die Geschichte ihrer versklavten Vorfahren, zurzeit etwa auf der Venedig-Biennale. Hier erzählt die Künstlerin, wie sie verdrängte Erinnerungen sichtbar macht
Frida Kahlo erschuf sich selbst in Kunst und Leben. Im Selfie-Zeitalter ist die allgemeine "Fridamania" heftiger denn je. Eine Londoner Ausstellung untersucht nun den Weg der mexikanischen Künstlerin zur globalen Ikone