Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

Foto: Michalska Kinga
Foto: Michalska Kinga

Ellen Furey & Malik Nashad Sharpe (CA) "Softlamp.autonomies", [8:tension] Young Choreographers’ Series, Impulstanz Festival Wien

Die Eröffnungen der Woche in Berlin, Braunschweig, Düsseldorf, Erfurt, Essen, Hamburg, Hannover, London, Karlsruhe, Köln, München, Potsdam und Wien


Klassische Moderne in Erfurt

Im Bauhaus-Jahr widmet das Angermuseum Erfurt dem Maler Adolf Hoelzel (1853-1934) als frühem Wegbereiter der Moderne eine Sonderausstellung. Gezeigt werden mehr als 100 Arbeiten des Künstlers, der sich nach den vom Impressionismus und Realismus geprägten frühen Schaffensjahren im Spätwerk der abstrakten Malerei zuwandte. In der Ausstellung, die am Samstag eröffnet wird, sind Ölgemälde, Pastelle, Collagen und Glasfenster zu sehen, aber auch Schriftsockelbilder und Tuschzeichnungen. 28 Arbeiten werden erstmals öffentlich gezeigt. (dpa)

"Farbharmonie als Ziel. Adolf Hölzel auf dem Weg zum Ungegenständlichen", Angermuseum Erfurt, 13. Juli bis 6. Oktober

 

Körper in Aufruhr in Essen

Die immer weiter voranschreitende Technik erschafft hybride Körper. Sind wir schon alle Cyborgs, und wenn ja, was machen wir mit diesen fleischlichen Maschinen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Festival "Blue Skies - Bodies in Trouble" im Performance-Zentrum "Pact" in Essen. Dort gibt es noch bis zum Sonntag, 14. Juli, bei freiem Eintritt Ausstellungen, Vorträge und Performances rund um die Verheißungen und Gefahren einer beliebig modifizierbaren Menschheit. Mit dabei sind unter anderem Rimini Protokoll und Thomas Melle, Xavier Le Roy, Johannes Paul Raether und The Agency. 

"Blue Skies - Bodies in Troube", Pact, Essen, bis 14. Juli

 

Junge Fotografie in Hamburg

Unter dem Titel "Gute Aussichten – Junge Deutsche Fotografie" präsentieren junge Fotografen und Fotografinnen bis zum 3. Oktober ihre Arbeiten im Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen. Gezeigt werde "ein überraschendes Spektrum vielfältiger Ideen, fotografischer Strategien und formaler wie medialer Umsetzungen, die den aktuellen Status quo der jungen Fotografie widerspiegeln", heißt es aus den Deichtorhallen. Eine neunköpfige Jury hatte aus 98 Einreichungen von 40 Institutionen neun Preisträger ausgewählt: Lorraine Hellwig (Hochschule München), Laila Kaletta (Lette-Verein, Berlin), Patrick Knuchel (Kunsthochschule Halle), Benjamin Kummer (Neue Schule für Fotografie, Berlin), Steve Luxembourg (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig), Sina Niemeyer (Hochschule Hannover), Malte Sänger (Hochschule für Gestaltung, Offenbach/Main), Robert ter Horst (Fachhochschule Bielefeld) und Anna Tiessen (Ostkreuzschule Berlin). (dpa)

"Gute Aussichten – Junge Deutsche Fotografie", Deichtorhallen Hamburg, 13. Juli bis 3. Oktober

 

Henrike Naumann in Hannover

Die 1984 geborene Künstlerin Henrike Naumann beschäftigt sich mit der Frage, wie die deutsche Wiedervereinigung 1989 Identitäten geprägt hat. Ihre Installationen oder "soziale Plastiken" aus Möbeln, Filmen und Objekten versuchen als "politisch ambitionierte Erinnerungsarbeit" an die Expo, die Weltausstellung in Hannover im Jahr 2000, zu erinnern. Mit dabei: das irgendwie Picasso-artige Ex-Maskottchen "Twipsy".

"Henrike Naumann: 2000 – Mensch, Natur, Twipsy", Kunstverein Hannover, 13. Juli bis 25. August

Foto: Raimund Zakowski
Foto: Raimund Zakowski

Henrike Naumann "2000 – Mensch, Natur, Twipsy", 2019, Installationsansicht Kunstverein Hannover


Kunst der Wende in Köln

Als junger Student der Berliner Hochschule der Künste eröffnete Alexander Schröder gemeinsam mit Thilo Wermke eine Galerie und sammelte die Kunst der 1990er- und 2000er-Jahre. Jetzt schenkt die Familie Schröder dem Museum Ludwig 29 seiner gesammelten Kunstwerke. Dazu zählen Arbeiten von Cosima von Bonin, Isa Genzken und Danh Võ. In der Ausstellung wird die Schenkung mit einer Auswahl der bestehenden Sammlung gezeigt. Im Fokus steht die Kunst der Wende und deren Beziehung zur New Yorker Kunststzene.

"Familienbande. Die Schenkung Schröder", Museum Ludwig Köln, 13. Juli bis 29. September

Ein Interview mit Alexander Schröder lesen Sie in der Juli-Ausgabe der Monopol

 

Eric Hattan in Karlsruhe

Mit achtzehn Videoarbeiten erschafft Eric Hattan in der Kunsthalle Karlsruhe eine "raumstrukturierende Synthese aus Wandprojektionen und Monitor-Präsentationen". Seine Themen drehen sich dabei ums Reisen und Erkunden. Wie ein Flaneur entdeckt Hattan versteckte Gegenstände und übersehene Naturphänomene, die er mit technischen Hilfsmitteln wie der Videokamera aufzeichnet.

"Eric Hattan: Entlang", Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, 13. Juli bis 29. September

 

Ólafur Eliasson in London

Vor 16 Jahren ließ Olafur Elias­son in der Turbinenhalle der Tate Modern die Sonne erstrahlen. Die leuchtende Scheibe des Werks "The weather project" zog die Besucher über Monate hinweg magisch an. Jetzt kommt Eliasson zurück nach London und bringt Regenbögen und Nebel­schwaden mit, die durch die Museumsräume in London ziehen werden. Die Retrospektive "In real life" zeigt mehr als 30 Arbeiten von Olafur Eliasson aus drei Jahrzehnten. Mit dabei sind der farbschluckende "Room for one colour" (1997), das begehbare Kaleidoskop "Your spiral view" (2002) und der 45 Meter lange, neblige Tunnel "Your blind passenger" (2010). Zudem können die Ausstellungsbesucher via Skype einmal alle zwei Wochenmit Mitgliedern aus Eliassons hundertköpfigem Team in seinem Berliner Atelier kommunizieren.

Auch in der Terrassenbar des Museums kann man am Leben im Berliner Studio teilhaben: Dort wird ein vegetarisches Menü regionaler Bio-Gerichte angeboten, das der Speisekarte seiner Werkstatt entspricht. Die Engländer sind begeistert und können von seiner Kunst nicht genug bekommen. Erst letztes Jahr verteilte der Künstler am Themseufer der Tate Eisblöcke aus Grönland und machte mit "Ice Watch" auf den Klimawandel aufmerksam. Auch wenn diese bislang größte Retrospektive Eliassons die Sonne des "The weather project" von 2003 nicht überstrahlen kann, wird sich hier zeigen, dass Eliassons Themen aktueller denn je sind.

"Olafur Eliasson: In Real Life", Tate Modern London, bis 5. Januar 2020

 

Aenne Biermann in München

Die jung an einer Krankheit verstorbene Fotografin Aenne Biermann (1898–1933) musste den Holocaust nicht mehr erleben. Doch große Teile ihres Werks gelten als verschollen, seitdem die Nazis ihr 3000 Negative umfassendes Archiv beschlagnahmten. Dennoch zählen die Arbeiten der Autodidaktin heute zu den Hauptwerken der Fotografie des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit. Ab Mitte der 20er gewann Biermann mit ihren Fotografien alltäglichen Erfahrungen und Begebenheiten unerwartete Perspektiven ab. Rund 100 Fotografien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde sind in der Biermann-Schau in der Pinakothek der Moderne zu sehen.

Außerdem wird am Wochenende im ganzen Kunstareal München gefeiert. Am Sonntag findet beispielsweise zwischen 10 und 18 Uhr das Caravaggisti-Sommerfest auf der Wiese vor der Alten Pinakothek statt.

"Aenne Biermann: Vertrautheit mit den Dingen", Pinakothek der Moderne München, bis 13. Oktober

Foto: Aenne Biermann/Sibylle Forster, Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München
Foto: Aenne Biermann/Sibylle Forster, Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

Aenne Biermann "Eier", 1931, Silbergelatine-Abzug, 17 x 23,9 cm

 

Miriam Cahn in München

Einen Einblick in das jahrzehntelange Schaffen der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn gibt jetzt das Haus der Kunst. Am Freitag startet die Ausstellung "Miriam Cahn. Ich als Mensch", die bis zum 27. Oktober mehr als 200 Werke zeigt: Ölbilder, Skulpturen, Super-8-Filme, überlebensgroße Kreidezeichnungen und Aquarelle. Ein Hauptthema der 1949 in Basel geborenen Künstlerin: der Körper in seiner Nacktheit. Unabhängig von der Geschlechtszugehörigkeit zeige sie den Körper in seiner Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit, teilten die Veranstalter am Mittwoch in München mit. In ihren Bildwelten trete Cahn einer überlieferten Inszenierung des Weiblichen entgegen ebenso wie geschlechterspezifischen Rollenverhältnissen. Die Ausstellung war zuvor schon im Kunstmuseum Bern zu sehen, auch das Museum für moderne Kunst in Warschau ist beteiligt. (dpa)

"Miriam Cahn. Ich als Mensch", Haus der Kunst München, bis 27. Oktober

 

Barockkunst in Potsdam 

Im Potsdamer Museum Barberini wird am Samstag um 10 Uhr) die neue Ausstellung "Wege des Barock" mit 54 Meisterwerken aus dem Palazzo Barberini und der Galleria Corsini in Rom für das Publikum eröffnet. Die Ausstellung zeigt das Werk von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) und seinen Nachfolgern. Höhepunkt der Schau ist Caravaggios "Narziss". Die Ausstellung steht im Mittelpunkt eines Italien-Festivals in Potsdam. Die Besucher können nach ihrem Museumsbesuch einen Spaziergang zur italienisch inspirierten Architektur und Kunst in der Stadt und im Welterbepark Sanssouci unternehmen - mit dem Audioguide der Barberini-App, der von Günther Jauch gesprochen wird.

"Wege des Barock", Museum Barberini, bis 6. Oktober 

 

Tanz, Workshops und Performances in Wien

Das seit 1984 jährlich in Wien stattfindende internationale Festival für zeitgenössischen Tanz ist zu einer wichtigen Instanz für die Tanzszene geworden. Impulstanz streckt sich über fünf Wochen in den Monaten Juli und August und füllt das "Sommerloch" der kreativen Branche mit Performances, Residencies, Forschungsprojekten, inklusiven und diversitätssensiblen Tanz-Workshops sowie mit täglichen Live-Konzerten und DJ-Sets.

"Impulstanz, Vienna International Dance Festival", verschiedene Spielstätten in Wien, bis 11. August

Foto: Karolina Miernik
Foto: Karolina Miernik

Kristina & Sadé Alleyne (UK)  "Afro-Fusion", Workshop, Impulstanz Festival Wien


Rundgänge an den Kunsthochschulen

An diesem Wochenende zeigen die Kunststudentinnen und Kunststudenten an den deutschen Talentschmieden wieder ihre Arbeiten. Mit dabei sind unter anderem die Universität der Künste Berlin, die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, die Kunstakademie Düsseldorf, die  Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und die Kunsthochschule für Medien Köln. Die Kunsthochschule Berlin-Weißensee präsentiert unter dem Titel "Perfekte Zustände" die Abschlussarbeiten ihrer Absolventen und Absolventinnen im Ausstellungsraum "X-Lane" in Berlin-Kreuzberg.

Rundgänge an deutschen Kunsthochschulen, bis 14. Juli