Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

Die Kunst der Woche in Berlin Dresden, Goslar, Greifswald, Karlsruhe, Neuss, New York, München, Schleswig und St. Pölten 

Kunst zu abweisender Architektur in Berlin

These: Die von Kanzler Scholz mehr ausgerufene als konstatierte "Zeitenwende" wird uns nicht mehr offene Räume und freieres Denken bringen. Krisen, Konflikte und Kriege haben auch im behüteten Europa die Fragen der Sicherheit und Abschottung wieder groß werden lassen, weshalb eine kleine vom Kollektiv Artburst kuratierte Gruppenausstellung in der Architektur Galerie Berlin ganz gut in diese vernagelte, blind aufrüstende Gegenwart passt: "Mit lebendigen Strukturen oder festen Elementen” versammelt Architekturmodelle, Installationen, Fotografien, Skulpturen und Videos von Anastasiia Batishcheva, Janne Höltermann, Tiziana Krüger, Annina Lingens und Hee Seo. Es geht um Architektur als Mittel des Ein- und Ausschlusses und der Abwehr, mit ihrer Abgeschlossenheit und dem Potential ihrer Öffnung.

Architektur Galerie Berlin, bis 6. Mai

Annina Lingens "Heimat II", fortlaufend
Foto: Courtesy Annina Lingens

Annina Lingens "Heimat II", fortlaufend

Ausstellungsreihe "Glue" feiert Geburtstag in Berlin

Was für eine Energie, die im Netzwerk steckt: Der Berliner Maler DAG hat mit seiner mit seiner Ausstellungsreihe "GLUE" in den letzten 20 Jahren in über 150 Gruppenschauen an wechselnden Orten über 400 Künstler und Künstlerinnen gezeigt.
Seit 2020 hat "GLUE" in den ehemaligen Bierfässer-Katakomben der alten Königstadtbrauerei einen festen Ort gefunden – und mit der Restauratorin Claartje van Haaften eine kongeniale Co-Organisatorin. Jetzt wird Geburtstag gefeiert, mit "vielen, vielen Künstlern", wie es in der Vorankündigung heißt.

"GLUE – Twenty Years of …", Berlin, Eröffnung: 4. Mai, 19 Uhr; Ausstellung 5. und 6. Mai, 14–17 Uhr, 7. bis 9. Mai auf Anfrage

Ausstellungsansicht "GLUE – Twenty Years of …"
Foto: Courtesy Glue

Ausstellungsansicht "GLUE – Twenty Years of …"


Archiv der Avantgarden in Dresden

Sachsen hat einen weiteren Kunsttempel. Das Archiv der Avantgarden - Egidio Marzona (ADA) öffnet an diesem Sonntag nach sechsjährigem Umbau eines historischen Gebäudes als neuer Ausstellungs-, Forschungs- und Debattenort der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). "Das ist hier eine Sternstunde", sagte SKD-Generaldirektion Marion Ackermann. Das ADA sei kein reines Archiv, kein reines Museum, "sondern eine neuartige Institution dazwischen, ein Beispiel, wie man Museum auch denken kann". 

Ackermann dankte dem Namensgeber Egidio Marzona für die 2016 erfolgte Schenkung seiner Kunstsammlung von fast 1,5 Millionen Objekten. "Es ist der größte Zugewinn, den die SKD jemals auf einen Schlag aufnehmen konnten."Und der Freistaat habe "so ein tolles und mutiges Projekt" möglich gemacht. Rund 29 Millionen Euro wurden investiert, um das Blockhaus aus dem 18. Jahrhundert zum Kunsttempel zu machen.

Im Inneren des unter Denkmalschutz stehenden, bis auf die barocke Außenhülle entkernten Hauses entstand ein moderner multifunktionaler Raum mit einem scheinbar schwebenden Betonkubus, der eine Forschungsplattform sowie Platz für Ausstellungen bietet. Zum Auftakt widmet sich die Schau "Archiv der Träume. Ein surrealistischer Impuls" mit rund 300 Kunstwerken den Surrealisten und deren Ausstrahlung in andere Avantgarde-Bewegungen wie Dada, Cobra, Fluxus und Pop-Art. 

Der deutsch-italienische Kunstsammler Marzona hatte die seit den 1960er-Jahren gewachsene Kollektion sowie später weitere 200 000 Objekte übertragen. Sie schließt laut Ackermann nicht die Lücken im Bestand der SKD, die durch Nationalsozialismus, Weltkriege und DDR-Zeit entstanden. Damit komme etwas hinzu, "womit aktiv gearbeitet werden kann". 

Laut Ackermann ist das ADA international, interdisziplinär und nicht nur für Fachleute offen. "Jeder kann kommen, nach Anmeldung." Es sei "eine lernende Institution", entwickle sich weiter, auch im Sinne der Stifter. So wurden bereits Arbeiten besonders der Ostmoderne erworben. "Und es ist eine Batterie für alle Sammlungen, es soll alle inspirieren und befeuern", sagte Ackermann. Mit aktuell 729 274 Objekten sei die Hälfte des Bestandes bereits digitalisiert.

Marzonas nun in Dresden bewahrtes und zugängliche Archiv der Avantgarden zählt zu den bedeutendsten Kollektionen von Werken, Objekten und Dokumenten der künstlerischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Es umfasst Briefwechsel, Manifeste, Filme, Plakate, Kataloge, Künstlerbücher sowie Kunstwerke und Designobjekte von Pablo Picasso, Ludwig Mies van der Rohe, Max Beckmann, Paul Klee, Niki de Saint Phalle, Andy Warhol und Joseph Beuys. 

Archiv der Avantgarden - Egidio Marzona, Dresden, ab 5. Mai, Eröffnung, Samstag, 4. Mai, ab 16.30 Uhr. Unsere Review lesen Sie hier

Blick ins Archiv der Avantgarden - Egidio Marzona (ADA) in Dresden
Foto: dpa

Blick ins Archiv der Avantgarden - Egidio Marzona (ADA) in Dresden


Ibraham Mahama in Goslar

Das Verhältnis von Arbeit und Kapital ist sein zentrales Thema. Ibrahim Mahama legt dabei den Fokus auf die Mechanismen der Ausbeutung im globalen Handelskreislauf. International bekannt wurde der aus Ghana stammende Künstler durch die Venedig-Biennale 2015 und die Documenta 2017. Er verhüllte die Kasseler Torwache mit Jutesäcken und ließ in Athen aus dem Material eine Patchworkdecke auf dem Syntagma-Platz zusammennähen. Das Mönchehaus in Goslar zeigt eine Soloausstellung des Künstlers, in der gebrauchte und zerschlissene Jutesäcke – für Mahama ein Symbol des globalen Kapitalismus – wieder eine wichtige Rolle spielen.

Ibraham Mahama, Mönchehaus-Museum Goslar, 5. Mai bis 7. Juli

Ibrahim Mahama "Vanishing Points", 2014–20, Ausstellungsansicht Reiter, Leipzig, 2021
Foto: Dotgain.info, Courtesy Ibrahim Mahama und Reiter Galleries

Ibrahim Mahama "Vanishing Points", 2014–20, Ausstellungsansicht Reiter, Leipzig, 2021


Caspar David Friedrich in Greifswald

Die Hansestadt Greifswald widmet im Jubiläumsjahr des weltberühmten Malers Caspar David Friedrich ihrem bekanntesten Sohn eine besondere Ausstellung. Bis Anfang August ist im Pommerschen Landesmuseum nach eigenen Angaben eine der überhaupt umfangreichsten Sammlungen mit Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafiken sowie Briefen und anderen Originaldokumenten aus dem Leben des Künstlers (1774–1840) zu sehen. Nach Angaben einer Sprecherin verzeichnet das Museum seit Beginn des Jubiläumsjahres zum 250. Geburtstag Friedrichs einen deutlich gewachsenen Zulauf. 

Die bis Anfang August laufende Sonderausstellung unter dem Titel "Caspar David Friedrich. Lebenslinien" präsentiere den Besuchern erstmals nahezu vollständig die museumseigene Sammlung zu Leben und Schaffen des wohl bedeutendsten Malers der deutschen Romantik. Präsentiert würden etwa der Taufeintrag von 1774, erste zeichnerische Versuche bis hin zum malerischen Spätwerk. Viele der lichtempfindlichen Werke werden nach Museumsangaben zu deren Schutz nur in größeren Abständen gezeigt. 

Insgesamt 103 Werke sind in der Greifswalder Sonderschau zu sehen, davon 61 Originale von Friedrich und 33 Arbeiten seiner Zeitgenossen. Eine ganze Reihe der Ausstellungsstücke sind Leihgaben. Weitere Sonderausstellungen sollen im Pommerschen Landesmuseum folgen:  "Sehnsuchtsorte" ab Mitte August und "Heimatstadt" im Oktober.

"Caspar David Friedrich. Lebenslinien", Pommersches Landesmuseum, bis 4. August

Caspar David Friedrich "Ruine Eldena im Riesengebirge", 1830/1834
Foto: Pommersches Landesmuseum, Greifswald

Caspar David Friedrich "Ruine Eldena im Riesengebirge", 1830/1834


Various Others in München

Im September erfreut sich das Münchener Kunstwochenende Various Others bereits großer Beliebtheit. Jetzt gibt es erstmals auch eine Frühlingsausgabe. Am Wochenende vom 3. bis 5. Mai tun sich 17 Galerien, sechs Projekträume und 15 Institutionen zusammen, koordinieren ihre Eröffnungen und bieten zusätzliche Veranstaltungen an, darunter der Espace Louis Vuitton, das Museum Villa Stuck, der Kunstverein München und die Galerien Nagel Draxler, Sperling und Britta Rettberg. Parallel zu Various Others Spring geht die neue Website Filter Munich online, die über aktuelle Ausstellungen der Various-Others-Teilnehmer informiert.

"Various Others Spring", verschiedene Orte, München, bis 5. Mai

Lohaus Sominsky: Sarah Zagefka "DS.116-10 (Atelier Melanie Siegel)", 2023
Foto: Courtesy Sarah Zagefka und Lohaus Sominsky, © Sarah Zagefka / VG BIld-Kunst, Bonn 2024

Lohaus Sominsky: Sarah Zagefka "DS.116-10 (Atelier Melanie Siegel)", 2023

 

20 Jahre Langen Foundation in Neuss

Im Kalten Krieg waren dort Pershing-Raketen stationiert - heute ist die einstige Nato-Raketenstation Hombroich bei Neuss ein Zentrum der Kunst im Rheinland. Auf dem Gelände feiert der spektakuläre Bau der privaten Langen Foundation mit einer großen Ausstellung nun sein 20-jähriges Bestehen. 

Von Sonntag bis zum 11. August sind in der Langen Foundation rund 130 Arbeiten in der Ausstellung "Drei Generationen – eine Leidenschaft" zu sehen. Ausgehend von den Werken der Sammlung des Stifterehepaars Viktor und Marianne Langen richtet die Ausstellung den Fokus nach Angaben der Langen Foundation auch auf die gesammelten Werke der Kinder und Enkelkinder - und bietet einen spannenden Blick auf die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. 

Neben Werkreihen von Louise Bourgeois oder Geta Brătescu werden Arbeiten der klassischen Moderne von Robert Delaunay bis Paul Klee gezeigt sowie Nachkriegskunst von Andy Warhol über Günther Uecker bis Lucio Fontana. Auch aktuelle künstlerische Positionen etwa von Marcel Dzama, Julius von Bismarck, Karin Kneffel oder Rebecca Horn umfasst die umfangreiche Schau. 

Der japanische Star-Architekt und Pritzker-Preisträger Tadao Ando baute den von einem Glasmantel umhüllten Betonriegel im Auftrag der Sammlerin Marianne Langen. 2004 wurde das Ausstellungshaus eröffnet. 

Die Sammlung, die das Meerbuscher Unternehmerehepaar Viktor (1910-1990) und Marianne (1911–2004) Langen seit den 1950er-Jahren zusammentrug, hat zwei Pfeiler: Eine in Deutschland einzigartige Japan-Sammlung mit rund 350 Werken vom 12. bis 20. Jahrhundert sowie eine Kollektion der klassischen Moderne und Kunst des 20. Jahrhunderts. Zum Jubiläum werden im Japanraum auch aus allen von dem Stifterehepaar Langen bereisten Ländern ausgewählte Kunstobjekte der Sammlung präsentiert. 

"Drei Generationen – eine Leidenschaft", Raketenstation Hombroich, Neuss. Ein Interview mit Karla Zerressen, Geschäftsführerin der Foundation und Enkeltochter der Gründerin, lesen Sie hier

Das Ausstellungsgebäude der Langen Foundation auf dem Gelände der ehemaligen Nato-Raketenstation in Neuss
Foto: dpa

Das Ausstellungsgebäude der Langen Foundation auf dem Gelände der ehemaligen Nato-Raketenstation in Neuss


Kunstmesse Frieze in New York

In New York ist alles größer – außer der Frieze, die sich hier bei ihrem Frühlingstermin in der Veranstaltungslocation The Shed nun seit einigen Jahren als überschaubare Salonmesse mit rund 60 Galerien etabliert hat. Dafür sind die Schwergewichte des internationalen Kunsthandels dabei, von Zwirner, Pace, Gagosian und Hauser & Wirth bis zu Gladstone, Victoria Miro und Sprüth Magers. Elf junge Galerien dürfen sich in diesem Kontext behaupten, darunter Capsule Shanghai und Matthew Brown. Parallel zeigen die Institutionen ein breites Programm – aber das machen sie in New York ja immer.

Frieze New York, bis 5. Mai


Menschen und Maschinen in Karlsruhe

Alle reden derzeit von künstlicher Intelligenz. Kunstschaffende setzen sich mit den machtvollen Algorithmen auseinander, wie eine Ausstellung im Karlsruher ZKM belegt, die drei Positionen einschließt. Bei der Installation "AEIOU" der Gruppe Robotlab schreiben zwei Industrieroboter maschinell generierte Texte und lassen das Publikum am selbstreflexiven Dialog zweier technischer Entitäten teilhaben. 

Die Künstlerin Anne Duk Hee Jordan erzeugt mit "Electrify Me, Baby" einen zwischen natürlichen und technischen Phänomenen oszillierenden Kosmos. Das Hertz-Labor, eine ZKM-eigene Forschungsabteilung, hinterfragt mit der Intervention "Flatware, Hardware, Software, Wetware" unser unterschwelliges Vertrauen in geschriebene Texte (von Werkschildern in Museen) und untergräbt die Deutungshoheit von Kulturinstitutionen über das, was wir sehen. 

"(A)I Tell You, You Tell Me", Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe, 4. Mai bis 24. November. Eröffnung: Freitag, 3. Mai, ab 19 Uhr

Anne Duk Hee Jordan "Electrify Me, Baby", 2024
Foto: © Anne Duk Hee Jordan

Anne Duk Hee Jordan "Electrify Me, Baby", 2024


Joana Vasconcelos in Schleswig

Die Landesmuseen Schloss Gottorf verwandeln sich in "Le Château des Valkyries" mit Werken der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos. Insgesamt werden raumgreifende Installationen - darunter auch die Walküren "Marina Rinaldi", "Martha" und "Thyra" - auf der Museumsinsel zu sehen sein. Die Walküren sind riesige schwebende Wesen aus Stoffen, Spitzen, Stickereien, Wolle, Pailletten, Perlen, Federn und LEDs. 

"Thyra", die unter der Decke der Schlosskapelle schwebt, ist eigens für Gottorf geschaffen worden und nach der dänischen Königin Thyra benannt, die im frühen Mittelalter lebte. Einer Frau, die sehr beeindruckend gewesen sei, sehr feminin, aber gleichzeitig sehr stark, sagt Vasconcelos in Schleswig. Auch die anderen Walküren und andere Werke verbinden barocke Opulenz und Sinnlichkeit mit selbstbewussten Statements von Weiblichkeit, Emanzipation und Feminismus. 

In ihren oft überdimensionalen, farbenfrohen Werken setzt Vasconcelos traditionelle Handwerkstechniken wie Häkeln, Nähen und Spitzenklöppelei ein und mischt sie mit Gegenständen des täglichen Lebens, wie Kochtöpfen, die zu einem überdimensionalen Damenpumps zusammengefügt wurden. Sie hinterfragt stereotype Vorstellungen von vermeintlicher Frauenkunst und unternimmt Exkurse in die portugiesische Architektur-, Stil- und Kolonialgeschichte, wie die Stiftung Landesmuseen Schloss Gottorf mitteilte. Sie wolle einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart und hoffe, dass er eine Brücke in die Zukunft schlage, sagt Vasconcelos. 

Vasconcelos wurde durch Ausstellungen im Guggenheim-Museum in Bilbao, in den Schlossräumen von Versailles, in den Uffizien in Florenz und ihre spektakulären Beiträge zu den Biennalen 2005 und 2013 in Venedig weltweit bekannt. Die Schau in Schleswig-Holstein ist die bisher umfangreichste in Deutschland. Neben der Schau in Schloss Gottorf können auch Besucher des Eisenkunstguss-Museums Büdelsdorf ein Vasconcelos-Werk erleben: Hier wird das Werk "Ostfriesland", eine schmiedeeiserne 2,30 Meter hohe und mehr als drei Meter breite Teekanne, ausgestellt.  

Joana Vasconcelos "Le Château des Valkyries", Schloss Gottorf, Schleswig, bis 3. November

Das Werk "Walküre Marina Rinaldi" der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos in der Ausstellung "Le Château des Valkyries" im Schloss Gottorf, Schleswig
Foto: dpa

Das Werk "Walküre Marina Rinaldi" der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos in der Ausstellung "Le Château des Valkyries" im Schloss Gottorf, Schleswig


Der Weg des Wassers in St. Pölten

Die meisten menschlichen Siedlungen wurden in der Nähe von Flüssen errichtet – so auch das österreichische St. Pölten nicht weit von Wien, das zur Römerzeit an der Traisen gegründet wurde. Daran knüpft das große Kunstprojekt an, das die Tangente St. Pölten begleitet – ein umfassendes Festival für Gegenwartskultur, das Musik, Performance, Theater, Tanz, Literatur und Diskussionen vereint.

Die Projekte sind vielfältig, der Fokus liegt meist auf öko­logischen oder gesellschaftlichen Themen. Zwischen Ende April und Anfang Oktober sind unter anderem eine neue Operninszenierung von Milo Rau, eine "Alien Disko" der Band The Notwist, ein Festival für digitale Kunst, ein Voguing-Ball, eine zivilgesellschaftliche Klimakonferenz und eine neue Performance der kubanischen Künstlerin Tania Bruguera geplant. Und eben die Freiluftausstellung "The Way of the Water", kuratiert von Joanna Warsza in Zusammenarbeit mit Lorena Moreno Vera. 

23 internationale Künstlerinnen und Künstler schaffen Werke in und an den lokalen Flussläufen Traisen und Mühlbach und beschäftigen sich mit dem Zusammenspiel von Mensch und Wasser, mit Natur, Ökologie und Klimawandel. Filip Van Dingenen und Hélène Meyer beispielsweise laden im Schutz einer Esche zum Algen-Brunch, und Cecylia Malik setzt sich in ihrem auf Inseln in der Traisen installierten Projekt dafür ein, Flüssen den Status einer natürlichen Person zu gewähren. Jimena Croceri zeigt Gemälde, an denen Sonne und Regen mitgearbeitet haben. Aus St. Pölten selbst stammt das Kollektiv Neonpink, das in seiner Installation vergessene Waschplätze wieder sichtbar macht, um an die unbeachtete Arbeit von Frauen zu erinnern. Und Rita Fischer präsentiert eine Installation aus Müll, der aus dem Mühlbach geholt wurde. So soll das Wasser als ein Gemeingut sichtbar werden, auf das alle gleichermaßen ein Anrecht haben – auf dem ganzen Planeten.

Tangente St. Pölten, verschiedene Orte, bis 6. Oktober

Am Wasser: Vorbereitungen zu der  Schau "The Way of the Water" in St. Pölten
Foto: © Lorena Moreno Vera

Am Wasser: Vorbereitungen zu der  Schau "The Way of the Water" in St. Pölten