6 Geheimnisse der Kunstwelt

Bitte nicht weitersagen!

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In einem Buch von Thomas Girst und Magnus Resch verraten 100 Künstler, Kuratoren, Galeristen und Sammler ihre Geheimnisse der Kunstwelt. Wir zeigen sechs Beispiele

Die Kunst ist ein Rätsel, die Kunstwelt erst recht: In unserer vom Licht der Aufklärung, Google und Wolfgang Schäuble durchleuchteten Welt gönnt sie sich ein Schatten plätzchen und behauptet ihre Autonomie, indem sie streng darüber wacht, wer beim Spiel um Distinktion, Bedeutung, Geld und den neuesten Tratsch mitmischen darf.

Als Alternative zum bewährten Antidiskretionsmittel der Vernissagetrinkerei empfiehlt sich ein neues Buch, für das der Kunsthistoriker und BMW-Kulturchef Thomas Girst und der Kunst-Entrepreneur Magnus Resch 100 internationale Akteure der Kunstwelt nach ihrem bestgehüteten Geheimnis fragten.

"100 Secrets" ist prominent besetzt (von Marina Abramović bis Anita Zabludowicz) und überaus unterhaltsam, weil es mehr als lustige Zoten liefert. Persönliche Erinnerungen reihen sich an Ratschläge zum Sammeln, gewitzte Zeichnungen an kritische Überlegungen zum geheimniskrämerischen Wesen der Kunst. Im Originaldesign vom Studio Umlaut zeigen wir hier eine kleine Vorauswahl:

Thomas Demand, deutscher Bildhauer und Fotograf: "Alle Namen in der Kunstwelt sind mit Bleistift geschrieben"
Dan Perjovschi, rumänischer Künstler, Autor und Cartoonist: "Ich bin ein neoliberaler, postmoderner Exkommunist"
Christoph Niemann, deutscher Illustrator und Künstler: "Wenn du einem Künstler/einer Künstlerin das Herz brechen willst, mache ihm/ihr ein Kompliment, das mit den Worten beginnt: 'Deine Arbeit erinnert mich an …'"
Cristina Ruiz, Herausgeberin der Kunstzeitung "The Art Newspaper": "Eine universal anerkannte, aber niemals ausgesprochene Wahrheit: Fast alle Kunst, die derzeit entsteht und verkauft wird, wird eines Tages wertlos sein. Jeder in der Kunstwelt weiß um dieses Spiel mit Schall und Rauch, dass die heute gefeierten Künstler schon morgen vergessen sein werden. Die Geschichte richtet streng über Talent. Kaufen Sie also Kunst, die Sie aufregend, fesselnd und bewegend finden. Falls Sie auf ein gutes Investment aus sind, schauen Sie anderswo"
Matthias Mühling, Direktor des Lenbachhauses München: "Meine Großmutter war Konzeptkünstlerin. Egal wo sie über die Jahre im Urlaub war, stets schickte sie mir eine Postkarte mit dem gleichen Satz: 'Alles Scheiße, Deine Emma'. Und Emma war noch nicht einmal ihr echter Name!"
Zaha Hadid, irakisch-britische Architektin und Künstlerin: "Mein 'Urknall'-Moment in der Architektur: Die Explosion war die entscheidende Analogie und Geste, die meine Laufbahn ins Rollen brachte. Mit allen rigiden Ordnungen der Vorläufer brechen, die Häuserblocks aufreißen und die Fluidität und Dynamik des zeitgenössischen Lebens injizieren"

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