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Auszeichnung

Schottin Charlotte Prodger gewinnt Turner-Preis

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Die schottische Künstlerin Charlotte Prodger gewinnt den diesjährigen Turner-Preis, die höchste Auszeichnung für Gegenwartskunst in Großbritannien

Die 1974 geborene Künstlerin wurde für ihre Einzelausstellung "BRIDGIT/Stoneymollan Trail" in der Bergen Kunsthall auf die Turner-Shortlist gesetzt. Prodger befasst sich mit queerer Identitätspolitik und arbeitet dabei mit verschiedenen Technologien, von alten Camcordern bis zum iPhone. Neben Videoinstallationen schafft sie auch Texte und Skulpturen und Soundinstallationen.

Im kommenden Jahr wird die 44-Jährige den schottischen Pavillon der Venedig-Biennale bespielen, unter anderem mit einer neuen Ein-Kanal-Videoinstallation, mit der sie eines ihrer zentralen Themen aufgreift: "Queer Wilderness".

"Für mich, die in der ländlichen Umgebung von Aberdeenshire aufgewachsen ist, sind Landschaft und Queerness von Natur aus miteinander verknüpft. Ich selbst identifiziere mich als queer, weshalb ich auf die fließenden und besonders auf die wahrnehmbaren Grenzen von Gender und Geografie gespannt bin. Der produktive Kern dieser neuen Arbeit liegt genau an der Stelle, an der all diese Dinge zusammentreffen", so Prodger in einem Interview.

Zu den vier Turner-Preis-Kandidaten gehörte in diesem Jahr auch das Kunst- und Recherchekollektiv Forensic Architecture. Es klärt mit Videos, Fotos und maßstabsgetreuen Modellen Polizei- und Militäraktionen sowie Verbrechen auf. Nomioniert waren außerdem die Künstler Naeem Mohaiemen und Luke Willis Thompson.

Die Auszeichnung ist nach dem englischen Maler William Turner (1775-1851) benannt und wird seit 1984 vergeben. Das Preisgeld für den Gewinner beträgt 25 000 Pfund (etwa 28 000 Euro). Die anderen Nominierten bekommen jeweils 5000 Pfund. Die Vergabe der Auszeichnung wird von der Londoner Tate Gallery organisiert. Im vergangenen Jahr hatte Lubaina Himid als erste schwarze Künstlerin den Turner-Preis bekommen. Unter den Preisträgern sind bislang erst zwei Deutsche: der Fotograf Wolfgang Tillmans (2000) und die Malerin Tomma Abts (2006). 

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