Duchamps Erben: Berlin und Leipzig üben sich in der Kunst des Schachspiels

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Der König muss sterben. Zu diesem Ziel wird beim Schach der ganze gegnerische Staat bewegt. Die Fußsoldaten, also die Bauern, sind einerseits die schwächsten Figuren. Dennoch kann man sagen: Sie sind die Seele des Spiels. Marcel Duchamp schrieb eine Abhandlung über sogenannte Bauernendspiele, sein „Schachspiel“ 1963 mit einer Nackten im Pasadena Art Museum ist legendär geworden, ebenso seine Feststellung, dass zwar nicht alle Künstler Schachspieler seien, aber alle Schachspieler Künstler. Auch Joan Miró und Max Ernst liebten das Spiel – und verwendeten Schachmotive in ihren Werken.
„Night of the Pawn“ („Nacht des Bauern“) heißt ein Schachturnier unter Künstlern, das alle vier Wochen in Berlin stattfindet. Jetzt erobern Schachverrückte wie Philip Grözinger, Gregor Hildebrandt, Sandra Meisel oder Norbert Schwontkowski auch Leipzig: Auf dem Herbstrundgang der Spinnereigalerien am 11. und 12. September ist die Halle 12 für das königliche Spiel reserviert. Dort findet nicht nur ein Schachturnier statt, sondern sind auch insgesamt 64 Arbeiten zum Thema zu sehen. Lasst die Bauern los!

Galerienrundgang auf dem Leipziger Baumwollspinnereigelände, 11. und 12. September. Mehr Informationen: www.spinnerei.de

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