"Fantasiemuskel"-Podcast #39

Begegnungsräume gestalten – mit Jakob Brossmann

Jakob_Brossmann

Jakob Brossmann ist Filmemacher und Bühnenbilder aus Wien – und Intendant von Globart, einem Verein "für diskursive Praxis", der Begegnungen von Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen organisiert. In der aktuellen Ausgabe von "Fantasiemuskel" legt er dar, warum es zivilgesellschaftliches Engagement und Kunst braucht, um etwas in Bewegung zu setzen

Damit gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation gelingt, müssen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, so Jakob Brossmann. Sie müssen Ideen, Erfahrungen und natürlich auch Sorgen miteinander austauschen. Und um die dafür notwendige Offenheit herzustellen, bringt Brossmann die Erfahrungen aus der Kunst ins Spiel. Denn bei der Inszenierung von Veranstaltungs- und Diskussionsformaten nutzt er die Methoden, die er aus seiner Arbeit in Oper und Theater als Bühnenbildner oder aus dem Film als Regisseur kennt. Wie das gelingt, erläutert er den beiden Podcastern Friedrich von Borries und Torsten Fremer am Beispiel von "Tipping Time. Klimakonferenz der Zivilgesellschaft" und dem Festival "Tage der Transformation", das Globart jährlich in der barocken Klosteranlage des Stifts Melk ausrichtet.

Ein wichtiges Instrument der Vermittlungsarbeit ist dabei das Format "Protagonist*innen des Wandels". Dabei handelt es sich um Porträts von engagierten Menschen, die es geschafft haben, die notwendige Veränderung bereits zu leben. Ein anderes künstlerisches Projekt von Jakob Brossmann und Globart, das sich bewusst mit den Kämpfen der Zivilgesellschaft auseinandersetzt, war das "Gemeinschaftskernkraftwerk". In dieser Theaterproduktion reflektierten Schauspieler:innen und Zeitzeug:innen gemeinsam die Verhinderung des einzigen österreichischen Atomkraftwerks – und zwar als Inszenierung vor Ort, in der Ruine des leerstehenden Reaktors.

Aber natürlich gibt es für derartiges gesellschaftspolitisches Engagement mit den Mitteln der Kunst auch starken Gegenwind. So hätte Globart 2019 nach der Verleihung eines Preises an die Seenotretterin Carola Rackete beinahe die staatlichen Fördermittel verloren; und die Nachwirkungen dieses Gegenwindes spürt Globart beim Einwerben von Fördergeldern noch immer. Doch Aufgeben ist für den Verein keine Option. Umso wichtiger sei es deshalb, so Brossmann nicht nur seinen Fantasiemuskel zu trainieren, sondern auch die eigene Regenerationsfähigkeit für den Muskelkater danach.

Sie können "Fantasiemuskel", den Monopol-Podcast für Kunst, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation, auf allen bekannten Plattformen hören - oder direkt hier: