Podcast "Fantasiemuskel" #37

Für Demokratie streiten - mit Paulina Fröhlich

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Paulina Fröhlich vom Berliner Think Tank "Das progressive Zentrum" erzählt im "Fantasiemuskel"-Podcast, was Kunst und Kultur für die Zukunft einer funktionierenden Demokratie bedeuten können. Und wann sie das Gespräch abbricht

Was die Rolle von Kunst in der Gesellschaft ist, lässt sich ganz unterschiedlich beschreiben, je nachdem, was für ein Bild von Kunst man hat – und was man in und mit Gesellschaft erreichen will. Paulina Fröhlich, die Geschäftsführerin des Berliner Think Tanks "Das progressive Zentrum", möchte, dass unsere Demokratie resilienter – also widerstandsfähiger – wird und "dass die Transformation hin zu einer ökologischen Gesellschaft und Wirtschaft möglichst sozial gerecht verläuft". 

Dabei setzt sie, wie die beiden Podcaster Friedrich von Borries und Torsten Fremer in der aktuellen Folge des Monopol-Podcasts "Fantasiemuskel" lernen, auch auf Kunst. Denn die "zahlt sowohl direkt als auch indirekt auf ein demokratisches Miteinander ein." Kunst ist für sie "ein Werkzeug zum Reflektieren, zum Fühlen, zum Sich-Ausdrücken". Und wer das nicht kann, könne auch nicht mit anderen Menschen in Beziehung treten. Am Ende gehe es auch um eine "Art of Democracy".

Ein wichtiges Anliegen von Fröhlich ist aber der Kampf gegen Rechtsextremismus und die Frage, wie Kunst sich gegen Angriffe von rechts wehren und schützen kann. Dazu hat sie Forschungsprojekte geleitet, öffentliche Diskussionsrunden veranstaltet und einen Leitfaden entwickelt, wie man mit Menschen, die in politischen Extremismus abgerutscht sind, reden kann. Ihre Maxime: "radikale Höflichkeit", zu der empathisches Zuhören genauso zählt wie das bewusste Aufzeigen von Grenzen. 

Der Konfrontation nicht aus dem Weg gehen

Auch das höfliche, aber bestimmte Beenden eines Gesprächs, etwa wenn jemand andere diskriminiert und die Grundrechte in Frage stellt, kann eine Strategie sein. Dann helfe nur der Abbruch, verbunden mit einem positiven Ausblick, das Gespräch wieder aufzunehmen, wenn der andere wieder offen für eine Unterhaltung auf Basis demokratischer Grundwerte ist. Gerade weil die weltanschaulichen Brüche manchmal durch Freundschaften und Familien verliefen, sei es so wichtig, Menschen darin zu bestärken, der Konfrontation mit anti-demokratischen Positionen nicht aus dem Weg zu gehen. 

Ihren Fantasiemuskel trainiert Paulina Fröhlich übrigens beim Fahrradfahren. Wie sie das genau macht, erfahren sie in dieser 37. Folge. Sie können "Fantasiemuskel", den Monopol-Podcast für Kunst, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation, auf allen bekannten Plattformen hören - oder direkt hier: