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Auktion in den USA

Haus von Rosa Parks wird versteigert

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Das Haus der US-Bürgerrechtsaktivistin Rosa Parks (1913-2005), das ein Künstler mehrere Monate lang in seinem Garten in Berlin ausgestellt hatte, wird in den USA versteigert

Das Holzhaus mit Spitzdach und zwei Stockwerken könne bis zu 3 Millionen Dollar (etwa 2,6 Millionen Euro) einbringen, teilte das New Yorker Auktionshaus Guernsey's mit. Parks gilt als Ikone der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung, seit sie sich 1955 weigerte, ihren Platz im Bus für einen Weißen zu räumen.

Als der Detroiter Bürgermeister Parks' und 8000 weitere baufällige Häuser abreißen wollte, kaufte Rosa Parks' Nichte, Rhea McCauley, 2014 das Gebäude. Anderthalb Jahre später wandte sie sich an den in Berlin lebenden amerikanischen Künstler Ryan Mendoza. "Sie hatte gesehen, dass wir schon einmal ein Haus auf einen anderen Kontinent transportiert hatten", sagt der 45-Jährige im Monopol-Gespräch.

Mendoza hatte tatsächlich bereits Erfahrung mit Häusern: 2016 präsentierte er auf der Art Rotterdam ein Einfamilienhaus, das er in Detroit abgebaut hatte. Im selben Jahr bemalte er für die Installation "The Invitation" zwei Häuser in Detroit, löcherte die Fassaden mit den Namen "Clinton" und "Trump" und lud die beiden Präsidentschaftskandidaten ein, dort zu übernachten.

Weil auch nach wiederholten Bitten kein Museum, keine Stiftung in den USA das Haus von Rosa Parks erwerben wollte, beschloss Mendoza, das Haus nach Berlin zu bringen. Gemeinsam mit Freunden baute er es 18 Tage lang in Detroit ab. In Berliner Stadtteil Wedding baute Mendoza vier Monate lang alles wieder auf, insgesamt 2000 Teile, 16 Stunden am Tag. "Es war spirituell reinigend für mich, das alleine zu tun", erzählte er im vergangenen Jahr Monopol.

Zum Gallery Weekend 2017 haben es sich hunderte Menschen angeschaut. Die Besucher durften aber das Innere des Hauses nicht betreten – eine Frage des Respekts vor Rosa Parks, fand Mendoza. Anfang des Jahres war das Haus über den Atlantik verschifft worden und sollte für einige Zeit an der renommierten Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island zu sehen sein. Nachdem aber Zweifel laut wurden, ob Rosa Parks überhaupt in dem Haus gelebt hat, verzichtete die Hochschule auf die Ausstellung.

Mendoza einigte sich mit Guernsey's auf eine Versteigerung, da das Auktionshaus bereits Parks' persönliches Archiv versteigert hatte, das für 4,5 Millionen Dollar von Howard Buffett gekauft wurde, dem jüngsten Sohn des Investors Warren Buffett. Er spendete das Archiv der Library of Congress.

Das Haus von Rosa Parks wird mit 700 anderen Objekten der afroamerikanischen Geschichte versteigert, darunter das Manuskript zu Alex Haleys "Autobiography of Malcolm X" und dem ersten Plattenvertrag der Jackson Five. Mendoza will die Hälfte der Einnahmen der Rosa Parks Family Foundation spenden.

 

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