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Instagram-Fragebogen: Max Kersting

"Mich stört, dass ich mich über jedes verdammt Like freue"

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In unserem Instagram-Fragebogen stellen wir Kreative mit ambitionierten Accounts vor. Diesmal: Künstler Max Kersting
Warum sind Sie auf Instagram?
Am 16. Januar 2015 zeigte mir ein befreundetes Pärchen, während wir gemeinsam türkischen Reis am Maybachufer aßen, Instagram. Sofort lud ich mir die App herunter. Nachdem wir aufgegessen hatten, war auch schon mein erstes Bild (Türkischer Reis auf Stromkasten mit schwarzen Tees im Anschnitt) online. Mit fettigen Fingern patschte ich damals auf "teilen" und habe dann mein Handydisplay zufrieden an der Jeans wieder sauber gerubbelt. Das Interessanteste zu meiner Anfangszeit war, dass nur wenige Menschen Instagram benutzten und ich so miterleben konnte, wie sich der "Laden" füllte. Heute bin ich aus anderen Gründen bei Instagram. Ich bin süchtig, seit ein paar Monaten aber nicht mehr unkontrolliert, und ich liebe die Möglichkeit, meine Arbeiten schnell mit relativ vielen Leuten zu teilen. Außerdem kann ich auf angenehme Art verfolgen, was Menschen tun, die ich schätze und bewundere. Mit Hilfe von Instagram folge ich auch den Leben meiner fünf Lieblingsschauspieler der RTL Daily Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".

Was zeigen Sie auf Ihrem Account @max_kersting
Mittlerweile ist es eine Mischung aus meinen verschiedenen Arbeiten, ausgewählten Kugelschreiber-Notizen und möglichst unaufgeregten Fotos aus meinem aufregenden Leben zwischen Berlin und Lippstadt.

 

 

Verraten Sie uns, wie viel Zeit Sie im Schnitt pro Tag auf Instagram verbringen? 
Es gab schlimme Zeiten, die liegen Gott sei Dank hinter mir. Jetzt verbringe ich im Durchschnitt vielleicht 20 Minuten pro Tag im Instagramkosmos. Zusätzlich denke ich im Alltag über Postings nach. Das würde ich nochmal mit 20 Minuten bemessen. Sagen wir also, eine knappe Stunde pro Tag.

Was stört Sie an Instagram? 
Ab und zu habe ich beim Scrollen mit Neid zu kämpfen und tendiere manchmal dazu, mich mit anderen zu vergleichen. Und das obwohl ich ohne Instagram niemals mit der Person, mit der ich mich dann vergleiche, in Berührung gekommen wäre. Da muss ich aufpassen, das ich mich und meine Arbeit nicht abwerte.

Manchmal ist es herzzerreißend, wie sehr einige Menschen nach Aufmerksamkeit gieren. Mir geht es übrigens auch so. Mich stört, dass ich mich über jedes verdammte Like freue. Es ist so menschlich, fast ein wenig traurig. So durchschaubar. Stellen sie sich mal vor, man würde den Like-Button abschaffen. Einfach mal vorstellen! Soziale Medien sind ein verdammter Fluch für die Psyche! Entschuldigung, dass es jetzt so aus mir herausplatzt, aber gestern musste ich mal wieder Schlimmes hören. Jemand, den ich hier nicht nennen möchte, der mir aber nahe steht, hat gesagt: "Den müssen wir nehmen, dem folgen 50k." Er hat wirklich "fünfzig" und dann "K" gesagt. "Fünfzig K"!

 

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Wir sind halt Esel

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Was ist Ihr Lieblingsaccount?
Meine Lieblingsaccounts kommen beide aus Düsseldorf. Jeder der Nadine Redlichs Arbeiten und Stories sieht, sollte automatisch verstehen, warum es mein Lieblingsaccount ist. Bei Leon Löwentraut ist es für viele wahrscheinlich nicht so schnell zu verstehen. Bei ihm bin ich einfach neugierig, wie es weitergeht in seinem Leben mit der Kunst. Welchen Traum lebt er als nächstes?

 

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Ein Beitrag geteilt von Nadine Redlich (@nadineredlich) am

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