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Grenzregion USA-Mexiko

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Die Mauer zwischen Mexiko und den USA war das größte Wahlversprechen von Donald Trump. Mit diesem Grenzwall würden ganze Landschaften, Kultur- und Lebensräume geteilt. Ein Projekt möchte dagegen eine gemeinsame Perspektive schaffen

"Was wäre, wenn wir die USA und Mexiko nicht länger als zwei getrennte Staaten betrachten würden?" Mit dieser Ausgangsfrage startete die in Mexiko-Stadt lebendende Architektin Tatiana Bilbao im letzten Jahr eine Initiative, die sich mit der gemeinsamen Geschichte, Kultur und Wirtschaft der Grenzregion zwischen Nord- und Mittelamerika beschäftigt. Dreizehn Architekturfakultäten aus Mexiko und den USA haben dafür interdisziplinäre Entwürfe ausgearbeitet, in denen sie die Regionen als integriertes Ganzes definieren. So wollen sie eine von der politischen Grenzziehung unabhängige Wahrnehmung fördern.

In Bildern, Zeichnungen und Modellen erforschen die Architekten und Theoretiker dafür  grenzüberschreitende Ansätze, die über Nationalitäten, Sprachen und Institutionen hinwegsehen und ein neues kulturelles und soziales Verständnis von einem gemeinsamen Raum definieren. Ergänzt werden die Projektentwürfe durch einen Fotoessay des niederländischen Architekturfotografen Iwan Baan, der die Rolle der Architektur in den regionalen Beziehungen untersucht. Thomas Paturet beschäftigt sich mit der Instabilität der historischen Grenzen der letzten Jahrhunderte und schlägt neue Landkarten vor, die auf neuen geografischen Beziehungen fußen.

Nachdem die Forschungsergebnisse der Initiative in der Yale School of Architecture Gallery zu sehen waren, werden sie nun in der von Nile Greenberg kuratierten Ausstellung "Two Sides of the Border–Reimagining the Mexico-United States Region" im Aedes Architekturforum in Berlin präsentiert. Monopol zeigt eine Auswahl der Projekte vorab in der Bildstrecke oben.

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