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Wohin am Wochenende?

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Die Eröffnungen der Woche: Nezaket Ekici in Berlin und Frank Auerbach in Bonn. Außerdem: Ein Talk mit Siri Hustvedt, Katharina Grosse und Nicola Graef im Berliner me Collectors Room

Nezaket Ekici in Berlin
Die performativen und partizipativen Werke von Nezaket Ekici kreisen um Geschlechterverhältnisse und das Bild der Frau zwischen Islam und Christentum. In Ankara geboren, im engen Kreis ihrer türkischen Familie in Deutschland aufgewachsen, geht die Schülerin von Marina Abramovic an physische Grenzen: Mit einem Tschador bekleidet, rezitiert sie kopfüber Korantexte oder dreht sich eine halbe Stunde lang in einem Rosenblütenmeer um die eigene Achse. Der erste institutionelle Überblick mit dem Titel "Alles, was man besitzt, besitzt auch uns" betont den ehemaligen Wohnhauscharakter des Berliner Hauses am Waldsee. Das ehemalige Damenzimmer wird von der Künstlerin in einer mehrtägigen Aktion beküsst und damit in Besitz genommen.
"Nezaket Ekici - Alles, was man besitzt, besitzt auch uns", Haus am Waldsee, Berlin, 7. Juni bis 16. August

Talk mit Siri Hustvedt, Katharina Grosse und Nicola Graef in Berlin
Wie steht es um die Selbstwahrnehmung, Repräsentation und Gleichberechtigung der Frau in der Kunstwelt und ist die Idee eines weiblichen Diskurses überhaupt noch zeitgemäß? Die amerikanische Schriftstellerin Siri Hustvedt, die deutsche Künstlerin Katharina Grosse, sowie die Kuratorin und Filmproduzentin Nicola Graef widmen sich heute Abend im me Collectors Room Berlin verschiedenen Fragen rund um das Thema Frauen in der Kunst. Siri Hustvedt schildert in ihrem neuen Roman "Die gleißende Welt" das Leben einer fiktiven Künstlerin, Katharina Grosse ist Teilnehmerin der 56. Venedig-Biennale und Nicola Graef kuratiert die aktuelle Ausstellung "Queensize – Female Artists from the Olbricht Collection", die derzeit im me Collectors Room zu sehen ist. Das Gespräch findet in englischer Sprache statt, Eintritt erfolgt nur mit Voranmeldung.
me Collectors Room, Berlin, 5. Juni, 18 Uhr

Black Mountain College in Berlin
Künstler wie John Cage, Merce Cunningham und Josef Albers waren hier als Lehrer tätig - zu den Studenten zählten spätere Stars wie Robert Rauschenberg und Cy Twombly: Das Black Mountain College im US-Bundesstaat North Carolina gilt als Wiege der performativen Kunst. Das Berliner Museum Hamburger Bahnhof zeigt jetzt erstmals in Deutschland eine umfangreiche Ausstellung über die progressive Kunstschule. Seit Freitag sind nicht nur Arbeiten von namhaften Vertretern des Black Mountain College zu sehen. Studenten verschiedener in- und ausländischer Hochschulen stellen während der gesamten Laufzeit der Ausstellung auch dort erarbeitetes Material in Lesungen, Konzerten und Performances vor. Immer zwischen 11 und 13 sowie zwischen 15 und 17 Uhr gibt es kurze Aufführungen an mehreren Orten der Schau. Das 1933 gegründete College wurde auch für viele aus Nazi-Deutschland geflohene Künstler eine wichtige Anlaufstelle.
Hamburger Bahnhof, bis 27. September

Frank Auerbach in Bonn
Kräftige Pinselstriche, harte Farbkontraste, eine vehemente, fast rabiate Malweise: Der deutschstämmige Londoner Frank Auerbach zählt neben Francis Bacon und Lucian Freud zu den wichtigsten expressiven Nachkriegsmalern Englands. 1986 gestaltete er den britischen Pavillon auf der Venedig-Biennale und erhielt dafür den Goldenen Löwen. Erstmals seit langer Zeit stellt der 85-jährige Maler, der seine Eltern im Holocaust verlor, wieder in Deutschland aus. Die Überblicksschau in Bonn umfasst über sechzig Werke – neben Ölbildern auch Kohlezeichnungen – aus einem Schaffen, das vor allem aus Porträts und Stadtlandschaften besteht.
"Frank Auerbach", Kunstmuseum Bonn, bis 13. September

Weitere Termine für Deutschland, Österreich und die Schweiz finden Sie in unserem Vernissage-Kalender

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