Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

ANZEIGE

Eröffnungen der Woche: Tipps für Berlin, Bielefeld, Celle, Düsseldorf, Frankfurt, Friedrichshafen, München, New York, Siegen und Wolfsburg

Tino Sehgal in Berlin
Ihren Spielzeit-Auftakt feierte die Berliner Volksbühne mit ihrem neuen Intendanten Chris Dercon auf dem Tempelhofer Flughafen. Jetzt gibt es die erste Premiere im Stammhaus des Theaters am Rosa-Luxemburg-Platz. Dafür gewann der Belgier Dercon nicht nur Theatermacher, sondern auch einen Star der Kunstszene: Tino Sehgal hat am Montag sein Projekt für die Volksbühne vorgestellt. Mit dabei sind auch die Schauspielerin Anne Tismer und Regisseur Walter Asmus, die drei Werke von Samuel Beckett für die Bühne vorbereiten: "Nicht Ich", "Tritte" und "He, Joe". Premierenabend wird dann am Freitag (10.11.) sein. Schauspiel und Performances wird es nicht nur im Großen Saal, sondern auch in den Foyers des Theaters geben. Bei dem Open-End-Abend soll dann im Roten Salon weitergefeiert werden. (dpa)
"Samuel Beckett/Tino Sehgal", Volksbühne Berlin, Eröffnung am Freitag, den 10. November um 19 Uhr, Vorstellungen am 11. und 12. November jeweils um 18 Uhr

3. Berliner Herbstsalon in Berlin
Wider die neuen Rechten, gegen Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit streitet der Berliner Herbstsalon. Das von der Intendantin des Maxim Gorki Theaters, Shermin Langhoff, geleitete Festival verwebt bildende und darstellende Kunst. Es findet auf verschiedenen Bühnen statt: unter anderem im Gorki, im Studio R und im Palais am Festungsgraben. Neben Sven Johne sind rund 100 weitere Künstler und Theatermacher beteiligt, darunter Natascha Sadr Haghighian, Santiago Sierra, Banu Cennetoğlu, Angela Richter oder das Duo Wermke/Leinkauf. Manaf Halbouni stellt vor das Brandenburger Tor sein "Monument" aus drei ausrangierten Bussen. Ergänzend zu den Präsentationen finden tägliche Künstlergespräche statt.
3. Berliner Herbstsalon, Maxim Gorki Theater, Berlin, 11. bis 26. November

"Der böse Expressionismus" in Bielefeld
An die revolutionären Ideen des Expressionismus will die Bielefelder Kunsthalle mit einer neuen Ausstellung erinnern. Unter dem Titel "Der böse Expressionismus - Trauma und Tabu" hat Kuratorin Jutta Hülsewig-Johnen rund 200 Werke zusammengestellt, unter anderem von Max Beckmann, Otto Dix, Else Lasker-Schüler, Wilhelm Lehmbruck und August Macke. Die Ausstellung beginnt am Freitag und läuft bis zum 11. März 2018. Die These der Ausstellung ist, dass die Expressionisten Anfang des 20. Jahrhunderts Tabus brachen, um ihre Traumata von einer der versteiften Gesellschaft zu bewältigen. Sie seien bewusst "böse" gewesen. (dpa)
"Der böse Expressionismus - Trauma und Tabu", Kunsthalle Bielefeld, 11. November bis 11. März 2018, Eröffnung: 10. November, 19 Uhr

Otto Piene in Celle
"Otto Piene - A Better World" heißt eine Ausstellung, die an diesem Donnerstag im Kunstmuseum Celle eröffnet wird. Gezeigt werden Filme, Fotos und Skizzen seiner Kunstprojekte, die jeweils Hunderte oder gar Tausende Menschen gleichzeitig gesehen haben. Piene fertigte hundert Meter lange bunte oder durchsichtige Schläuche, in die er Helium füllte und aufsteigen ließ. Er nannte dies "Skyart Events". "Hinter Pienes Werken steht eine große Idee", sagte Kuratorin Julia Otto. "Er wollte eine Kunst entwickeln, die Licht in die Welt bringt." (dpa)
"Otto Piene - A Better World", Kunstmuseum Celle, bis 4. April 2018

"Affect Me" in Düsseldorf
Facebook, Instagram, Twitter und Co. sind mit Trump und "Fake News" in Verruf geraten. Andererseits avancierte das millionenfach verlinkte Handybild zum bedeutenden Instrument einer unabhängigen Meinungsbildung. Die Gruppenschau "Affect Me" im Düsseldorfer Kai 10 stellt Werke vor, die sich auf die neuen Bildphänomene der Sozialen Medien beziehen. Künstler wie Lara Baladi, Lynn Hershman Leeson, Thomas Hirschhorn, Rabih Mroué oder Thomas Ruff reflektieren Gebrauchsweisen, Semantik, ästhetische Reize dieser Bilder – oder sie zeigen kritisch auf, wie Bilder Tatsachen schaffen und die Grenze zwischen Realität und Fiktion erodieren lassen.
"Affect Me", Kai 10 | Arthena  Foundation, Düsseldorf, bis 10. März 2018

Philipp Fürhofer in Frankfurt
Licht und Spiegel verwandeln die Eingangs-Rotunde der Frankfurter Kunsthalle Schirn in eine begehbare Installation. "[dis]connect" heißt das für Passanten frei zugängliche Kunstwerk von Philipp Fürhofer, das bis zum 21. Januar zu sehen ist. Die Arbeit wurde im Rahmen der Ausstellung "Diorama. Erfindung einer Illusion" in Auftrag gegeben. Der 1982 in Augsburg geborene und jetzt in Berlin arbeitende Künstler lässt optisch zwei räumliche Situationen entstehen: Die eine spiegelt die Erdgeschoss-Architektur der Rotunde und die Besucher selbst, die andere erzeugt eine endlose Spiegelung des Rundbaus nach oben. (dpa)
"Diorama. Erfindung einer Illusion", Schirn Kunsthalle Frankfurt, bis 21. Januar 2018

"SOS Brutalismus" in Frankfurt
Monumental, grau, oftmals quaderförmig: die Betonarchitektur der 1950er und 1960er Jahre spaltet die Gemüter. Was für die einen als architektonischer Schandfleck gilt, ist für die Macher der Ausstellung "SOS Brutalismus" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt eine mittlerweile bedrohte Art des Städtebaus. Die Schau soll von Mittwoch an auf die Ästhetik des rauen Betons aufmerksam machen. Brutalismus, darauf legte Kurator Oliver Elser am Dienstag Wert, habe nicht etwa mit der brutalen Wirkung der Bauten zu tun. Wie Champagner brut stehe der Brutalismus für etwas Herbes, Direktes. "Angesichts des Abrissdrucks auf Betonarchitektur der 60er-Jahre ist es höchste Zeit, sich dieser Art zu widmen", betonte er. In der Ausstellung werden Gebäudemodelle und Fotografien gezeigt, so beispielsweise vom ersten Brutalismus-Gebäude, einer Schule in Großbritannien, über das Rathaus von Boston bis hin zum Zentralmarktgebäude der tansanischen Hafenstadt Dar-es-Salaam. Die eigens geschaffene Datenbank #SOSBrutalism umfasse mehr als 1000 Bauten. (dpa)
"SOS Brutalismus", Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt, bis 2. April 2018

VR-Kunst in Friedrichshafen
Mit virtuellen Realitäten in der zeitgenössischen Kunst setzt sich ab Samstag eine Ausstellung im Zeppelin Museum in Friedrichshafen am Bodensee auseinander. Unter dem Titel "Schöne neue Welten" zeigen 13 internationale Künstler ihre Werke, wie das Ausstellungshaus mitteilte. So reflektiere beispielsweise der türkische Künstler Halil Altindere in einer VR-Installation den Umgang mit der Flüchtlingskrise. Sidsel Meineche Hansen wiederum untersuche in ihrer Arbeit die Rolle des menschlichen Körpers und unseren Umgang mit Sexualität im Zeitalter von Virtual Reality. (dpa)
"Schöne neue Welten", Zeppelin Museum, Friedrichshafen, 11. November bis 8. April

Gabriele Münter in München
Expressionistische Gemälde von Gabriele Münter sind ab Freitag in der Galerie Thomas in München zu sehen. Die Ausstellung sei eine Ergänzung zur großen Werkschau im Münchner Lenbachhaus, die Ende Oktober begonnen hat, teilte die Galerie am Montag mit. Die Schau spannt den Bogen von anfangs impressionistisch geprägten Landschaftsbildern bis hin zu Gemälden aus der hohen Zeit des Expressionismus und des Blauen Reiter. Die Künstlerin hatte damals nicht nur mit Wassily Kandinsky, sondern auch mit anderen Künstlern der Gruppe zusammengearbeitet, unter anderem auch in Murnau. (dpa)
Gabriele Münter, Galerie Thomas, München, bis 10. Februar 2018

Gordon Matta-Clark in New York
Graffiti auf den Wänden und U-Bahnen, Anarchie auf den Straßen: Das New York der 1970er Jahre durch die Augen von US-Künstler Gordon Matta-Clark (1943-1978) zeigt seit Mittwoch das Bronx Museum. "Gordon Matta-Clark: Anarchitect" präsentiert im New Yorker Stadtteil Bronx dutzende Fotos, Filme, Zeichnungen, Collagen und Überreste wie beispielsweise ein Stück Fußboden, das Matta-Clark aus einem Haus in der Bronx herausschnitt. Auch aus einem verlassenen Hafengebäude an der Westseite von Manhattan schnitt Matta-Clark Stücke heraus und dokumentierte das "Day's End" betitelte Werk per Foto und Film. Nach der Entstehung 1975 wurde in New York Haftbefehl gegen ihn ausgestellt, weil er keine offizielle Genehmigung für die Arbeit an dem Hafengebäude beantragt hatte. Rund 40 Jahre später wird das alles ganz anders gesehen: Das renommierte Whitney Museum hat vor kurzem vorgeschlagen, an der Stelle des inzwischen abgerissenen Hafengebäudes ein Werk von David Hammons aufzustellen, das die Umrisse des Gebäudes mit Stangen nachzeichnet. Von der Idee sei sie "begeistert", sagte Jessamyn Fiore, Tochter der Witwe von Matta-Clark und Co-Kuratorin der Ausstellung im Bronx Museum. "Für mich und meine Mutter ist es von riesiger Bedeutung, dass es eine dauerhafte Installation geben soll, die sich an Gordon Matta-Clark anlehnt und jeden an dieses großartige Werk erinnert." (dpa)
"Gordon Matta-Clark: Anarchitect", Bronx Museum, New York, bis 8. April

Takako Saito in Siegen
Das Spiel ist ihre Leidenschaft: Die japanische Fluxus- und Performance-Künstlerin Takako Saito bekommt mit 88 Jahren ihre erste große Retrospektive. Im Museum für Gegenwartskunst in Siegen hat die seit Ende der 70er Jahre in Düsseldorf lebende Künstlerin zwölf Räume mit mehr als 200 Arbeiten eingerichtet. Der Gedanke des Spiels mit dem Publikum prägt fast alle Werke von Saito, so lautet auch der Titel der ab Sonntag geöffneten Ausstellung "You and me". Das Interesse an Saitos Kunst sei in jüngster Zeit stark gestiegen, erklärt Museumsleiterin Eva Schmidt. Das Konzept für die Ausstellung habe Saito allein entwickelt und dafür einen präzisen Ausstellungsplan erarbeitet. Berühmt wurde die Künstlerin etwa mit ihren subversiven Schachspielen jenseits fester Regeln. Dabei sind die Figuren manchmal völlig identisch und man muss sie wiegen oder schütteln, um sie unterscheiden zu können. Für ihre Performances näht Saito selbst die fantasievollen Kleider - manchmal mit ganz vielen Taschen. Für ihre Objekte nutzt sie Alltagsobjekte. Für die Ausstellung hat Saito präzise gearbeitete Miniaturskulpturen aus Holz, humorvolle "Selbstporträts" als Collagen mit Gabel, Pflaster und Stahlwolle und einen Objektkasten mit vielen Kram-Schubladen mitgebracht. In ihren marktstandähnlichen "Shops" tritt die Künstlerin als Verkäuferin auf. Fluxus ist eine in den 60er Jahren populär gewordene internationale Avantgarde-Bewegung, die als Nachfolge des Dadaismus gesehen werden kann. Dabei wird das Leben als Kunstwerk betrachtet und das Kunstwerk als Leben. In New York arbeitete die studierte Kinderpsychologin Saito mit dem Fluxus-Begründer George Macunias zusammen. Zum Fluxus-Netzwerk zählten unter anderem auch Joseph Beuys, Bazon Brock oder auch Yoko Ono. (dpa)
"Takako Saito: You and me", Museum für Gegenwartskunst, Siegen, 12. November bis 18. Februar 2018

Julius von Bismarck in Wolfsburg
Zuckende Blitze, Waldbrände in Italien, Hurrikan-Schäden in Florida: Für die Ausstellung "Gewaltenteilung" in der Städtischen Galerie Wolfsburg hat sich der in Berlin lebende Künstler Julius von Bismarck mit der Wucht der Naturgewalten beschäftigt. Der 34-Jährige, der seine Arbeiten bereits weltweit präsentierte, wird am Samstag mit dem alle drei Jahre vergebenen Wolfsburger Kunstpreis Junge Stadt sieht Junge Kunst ausgezeichnet. Dieser ist mit der bis zum 3. Juni laufenden Schau verbunden. In Wolfsburg ist unter anderem die neue Videoarbeit "Irma" des Künstlers erstmals zu sehen. Der Kunstpreis der Stadt Wolfsburg wurde 1959 erstmals verliehen und 1992 neu aufgelegt. Zu den früheren Preisträgern zählen Thomas Schütte, Katharina Fritsch und Bettina Pousttchi. (dpa)
"Julius von Bismarck: Gewaltenteilung", Städtische Galerie Wolfsburg, 11. November bis 3. Juni 2018

Weitere Artikel aus Interpol