Tipps und Termine

Wohin am Wochenende?

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Eröffnungen der Woche: Tipps für Berlin, Dresden, Leipzig, Mannheim, New York, Riegel, Riga und Weimar

"Between Art & Fashion" in Berlin
Carla Sozzani, ehemalige Chefredakteurin der italienischen "Elle" und "Vogue", hat über viele Jahre Fotografien gesammelt. 1990 gründete sie eine Galerie in Mailand, in der Annie Leibovitz, Sarah Moon, Paolo Roversi, David Bailey, David LaChapelle und viele andere Künstler präsentiert wurden. Außerdem gab es dort Austellungen zu Architektur und Design sowie Modepräsentationen. In Sozzanis rund 1000 Werke umfassender Sammlung befinden sich neben Modebildern auch Akte von Francesca Woodman oder Daidō Moriyama, experimentelle Fotografie und Stillleben. Für das Berliner Museum für Fotografie wurden über 200 Fotoarbeiten ausgewählt.
"Between Art & Fashion", Helmut Newton Stiftung. Museum für Fotografie, Berlin, 2. Juni bis 18. November, Eröffnung am Freitag, 1. Juni, 19 Uhr

Hommage an Michelangelo Pistoletto in Berlin
Der Künstler Michelangelo Pistoletto gilt als Aushängeschild der italienischen Arte Povera, der "armen Kunst". Zu seinem 85. Geburtstag widmet das Italienische Kulturinstitut in Berlin ihm eine Veranstaltungswoche (1. bis 4. Juni), zu der auch der Künstler selbst erwartet wird. Am Freitagabend eröffnet im Kulturinstitut eine Ausstellung, die zentrale Werke von ihm aus fünf Jahrzehnten zeigt. Sowohl am Samstag wie am Montag sind Künstlergespräche mit Pistoletto geplant, am Sonntag gibt es einen Dokumentarfilm über sein Leben. Zudem ist den ganzen Sommer lang im Hof der Italienischen Botschaft an der Tiergartenstraße eine neue Version der Installation "Terzo Paradiso" zu sehen. Der Künstler feiert am 25. Juni seinen 85. Geburtstag. Sein Anliegen ist, Kunst, Gesellschaft und Alltag zu verbinden. Vier Mal war er zur Documenta in Kassel eingeladen. Die Biennale in Venedig zeichnete ihn 2003 mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk aus. (dpa)
"Hommage an Michelangelo Pistoletto in Berlin - Eine Veranstaltungswoche des Italienischen Kulturinstituts Berlin zu und mit Michelangelo Pistoletto", Italienisches Kulturinstitut, Berlin, Infos hier

Slavs and Tatar in Dresden
Rund 45 Arbeiten von Slavs and Tatars sind bis Mitte Oktober in der Dresdner Kunsthalle im Lipsiusbau zu sehen. Die Präsentation des Albertinums ist die bisher größte Ausstellung des Berliner Künstlerkollektivs in Deutschland, wie Albertinum-Direktorin Hilke Wagner am Freitag sagte. Im Fokus von "Made in Dschermany" stehen die Sprache und deren Mehrdeutigkeit, wobei der Blick auf das im Deutschen meist für fremde Wörter verwendete "dsch" gerichtet ist. Begleitet wird die Schau von Lecture Performances der Künstler. Die 2006 gegründete Gruppe beschäftigt sich nach eigenen Angaben als "Fraktion der Polemik und Intimität" mit dem als Eurasien benannten Gebiet zwischen Berliner und Chinesischer Mauer. Weltweit in großen Museen vertreten, ist sie in Deutschland weniger bekannt, sagte Kuratorin Kathleen Reinhardt. In Dresden versammelt sind Installationen, Skulpturen, Tonarbeiten, Videos und Wandteppiche, darunter flauschige "Love Letters", ein Kebab-Spieß aus Büchern und eine Lesestation aus "Hamburger Gittern". Salvs and Tatars hinterfragen darin die Sprache in ihrer Entstehung, Entwicklung, Nutzung, Form und Unform, emotionalen und politischen Rolle. "Alphabet Abdal" etwa zeigt, "dass Arabisch nicht allein eine heilige Schriftsprache des Islam ist, sondern auch die der Christen des Nahen Ostens", sagte Wagner. (dpa)
"Made in Dschermany", Kunsthalle im Lipsiusbau, Dresden, 2. Juni bis 14. Oktober

Gerhard Richter in Dresden
Das Gerhard Richter Archiv in Dresden zeigt in einer Ausstellung im Albertinum eine bisher unbekannte Selbstporträt-Serie des Künstlers. Die 94 erstmals öffentlich gezeigten Porträtzeichungen stammen aus Privatbesitz und entstanden 1993 im Zuge der ersten Ausgabe mit dessen Schriften und Interviews, sagte Oberkonservator Dietmar Elger am Donnerstag. Richter habe oft seine Familie gemalt - sich selbst aber nur selten. Ein Bild befinde sich im Museum of Modern Art New York und eines in Privatbesitz, zudem existiere ein abstraktes Gemälde mit dem Titel "Selbstporträt". Die in "Gerhard Richter. Selbstbildnisse 1993" aufgereihten kleinformatigen Bleistiftzeichnungen fanden in dem Buch keine Verwendung. "Richter schenkte sie einem befreundeten Sammler", berichtete Elger. Es seien Variationen eines fotografischen Porträts des Künstlers vom Oktober 1968 aus dem Text-Buch. "In ihnen ist nicht der damals 36-Jährige zu erkennen, sondern der 61-Jährige von 1993." So gibt es mehrere Fassungen mit Brille oder Hut. Richter habe sich sehr frei mit der Vorlage auseinandergesetzt und Möglichkeiten durchgespielt, sich selbst zeichnerisch darzustellen, erklärte Elger. Oberkörper und Kopf im Profil sind skizzenhaft mit wenigen Umrisslinien, kubistisch verfremdet, aber auch exakt ausgeführt - bis zu einer Art Totenkopf. "Es ist eine besondere Serie." (dpa)
"Gerhard Richter. Selbstbildnisse 1993", Albertinum, Dresden, bis 26. August

Dänische Möbel und Skulpturen von Carolein Smit in Leipzig
Das Grassi-Museum für Angewandte Kunst in Leipzig zeigt in zwei neuen Ausstellungen dänisches Möbeldesign und die rätselhaften Skulpturen von Carolein Smit. "Made in Denmark" vereint Möbel, Spielzeug und Schmuck aus dem nordeuropäischen Land. Dänisches Design sei bis heute Inbegriff und Ausdruck eines zeitlosen, modernen Lebensstils, teilte der Museum am Freitag mit. Gezeigt werden rund 320 Objekte. Wesentlich geheimnisvoller geht es in der zweiten Schau "Carolein Smit. L'amour fou" zu. Die 1960 in den Niederlanden geborene Künstlerin gestaltet mythische Wesen, Fabelfiguren oder auch Skelette. In ihrem Werk geht es laut Museum um Themen wie Liebe, Tod oder Schmerz. Beide Ausstellungen sind ab 2. Juni zu sehen. "Made in Denmark. Formgestaltung seit 1900" läuft bis zum 7. Oktober. Die mehr als 30 Skulpturen von Carolein Smit werden bis zum 30. September ausgestellt. (dpa)

Jeff Wall in Mannheim
Auf faszinierende Weise fließen in den fotografischen Tableaus von Jeff Wall Wirklichkeit, Theater und Reportage ineinander. Der berühmte, 1946 in Vancouver geborene Fotokünstler ist studierter Kunsthistoriker, was man seinen scheinbar beiläufig, aber doch minutiös komponierten Werken ansieht. Seine farbigen Leuchtkästen und großformatigen Schwarzweiß-Prints sind nun in der ersten großen Sonderausstellung im Neubau der Kunsthalle Mannheim zu sehen. Der besondere Fokus der Ausstellung liegt auf Walls Arbeiten im urbanen Raum und dem Stichwort "Spurensuche".
"Jeff Wall", Kunsthalle Mannheim, 2. Juni bis 9. September, Eröffnung am Freitag, 1. Juni, 18 Uhr

New Yorker Schau zeigt Künstler-Handschriften
Der Künstler Henri Matisse schrieb groß und schnörkelig, beim Komponisten Giacomo Puccini gingen Noten und Wörter wild durcheinander, und der Wissenschaftler Stephen Hawking brachte kleine, ordentliche Buchstaben aufs Papier: Beispiele von Handschriften von rund 140 berühmten Menschen der Geschichte zeigt die New Yorker Morgan Library seit Freitag. Neben Matisse, Puccini und Hawking sind darunter weitere Künstler wie Michelangelo und Jackson Pollock, Autoren wie Oscar Wilde und Antoine de Saint-Exupéry oder Wissenschaftler wie Albert Einstein oder Isaac Newton. Bei den Dokumenten handelt es sich unter anderem um Briefe, Notizen oder Autogramme. Sie stammen aus der Sammlung des Brasilianers Pedro Corrêa do Lago, der schon als Kind Handschriften berühmter Menschen gesammelt hat. Die Ausstellung "The Magic of Handwriting: The Pedro Corrêa do Lago Collection" ist in der Bibliothek mit angehängtem Museum mitten in Manhattan zu sehen. (dpa)
"The Magic of Handwriting: The Pedro Corrêa do Lago Collection", Morgan Library, New York, bis 16. September

Salvador Dalí in Riegel
In einer neuen Ausstellung widmet sich die Kunsthalle Messmer in Riegel am Kaiserstuhl ein weiteres Mal dem Schaffen des spanischen Künstlers Salvador Dalí. Von Samstag an sind bis Mitte Oktober rund 120 Grafiken und Skulpturen Dalís zu sehen, darunter so typische Motive wie die zerfließenden Uhren, wie die Kunsthalle am Freitag mitteilte. Sie stammen von privaten Sammlern aus der ganzen Welt, die sie als Leihgaben zur Verfügung gestellt haben. Der Surrealist Dalí (1904-1989) zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Besonders machten ihn auch die Geschichten und Legenden um seine Person, betonten die Ausstellungsmacher. Mit dem Einblick in das umfangreiche grafische Werk und die ungewöhnlichen Skulpturen gewähre die Schau zugleich Erkenntnisse zu Dalís Leben. Die Kunsthalle Messmer wird von der Messmer Foundation getragen, die sich der Förderung von Kunst und Kultur verschrieben hat. Ziel ist unter anderem, die von Stifter und Stiftungsvorstand Jürgen Messmer aufgebaute Kunstsammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 2010 hatte die Kunsthalle Dalí schon einmal eine Ausstellung gewidmet. (dpa)
"Salvador Dalí: Der Zauber des Genies", Kunsthalle Messmer, Riegel, 2. Juni bis 14. Oktober

RIBOCA-Biennale in Riga
Kritische Kunst darf nicht zum Feigenblatt werden, weil es eigentlich um Standortentwicklung und Stadtmarketing geht. Dieses Problem der "Biennalisierung" ist Katerina Gregos, der Kuratorin der neuen Riga-Biennale RIBOCA, wohl bewusst. Die griechische Kunsthistorikerin will die Position der Künstler stärken, so soll vielen Teilnehmern ermöglicht werden, mehr als nur ein Werk in der lettischen Hauptstadt zu zeigen. 49 der 113 Arbeiten, die an den neun Locations präsentiert werden, sind von der Biennale beauftragt – darunter Beiträge von Henrike Naumann, Mark Dion, Nedko Solakov, Sissel Tolaas und Tobias Zielony. Neun teilnehmende Künstler stammen aus Lettland, knapp ein Drittel aus den drei baltischen Staaten.
RIBOCA, Verschiedene Orte in Riga, 2. Juni bis 28. Oktober

"Lange Nacht der Museen" in Weimar
Auch in diesem Jahr lädt Weimar zur "Langen Nacht der Museen" ein. Zum 20. Jubiläum fährt die Kulturstadt mit einem umfangreichen Angebot auf. In rund 36 Museen, Archiven und Galerien können sowohl Ausstellungen als auch Vorträge und Filmvorführungen, zu den verschiedensten Themen, besucht werden. Von fotografischen Experimenten in der ACC Galerie und dem Schillermuseum bis zu kreativen und handwerklichen Workshops am Vorplatz des neuen Bauhaus Museums ist für jeden was dabei. Von 18 bis 24 Uhr beginnt die offizielle Museumsnacht, die mit Themen wie dem 100-Jährigen Bauhausjubiläum, Großherzog Carl Alexander und der Weimarer Geschichte zum Entdecken einlädt.
Lange Nacht der Museen, Verschiedene Orte in Weimar, 2. Juni

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