Sam Bardaouil und Till Fellrath

Berliner Museumschefs bringen Zerbrechlichkeit zur Lyon-Biennale 

Sam Bardaouil (l) und Till Fellrath, Direktoren des Hamburger Bahnhofs, stehen im Museum vor den "Exit"-Kugellampen von Richard Artschwager
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Sam Bardaouil (l) und Till Fellrath, Direktoren des Hamburger Bahnhofs, stehen im Museum vor den "Exit"-Kugellampen von Richard Artschwager

Die Kunstbiennale in Lyon soll nach Vorstellung der Berliner Museumschefs Sam Bardaouil und Till Fellrath ein "Manifest der Zerbrechlichkeit" werden

Sie haben 195 Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihre Arbeiten vom 14. September bis zum 31. Dezember in der französischen Stadt zu präsentieren. Im Rahmen der von ihnen kuratierten Ausstellung "Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility" im Berliner Gropius Bau stellten die beiden ihr Konzept für die acht Ausstellungsorte in Lyon vor.

Bardaouil und Fellrath sind aktuell für einige wichtige Projekte verantwortlich. Die bisherigen Kuratoren am Gropius Bau sind seit Januar Direktoren am Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart in Berlin. Bei der aktuellen Biennale in Venedig kuratierten sie den preisgekrönten französischen Pavillon mit. Die Beirut-Ausstellung organisierten sie zusammen mit der Lyon Biennale of Contemporary Art, für die sie dieses Jahr ebenfalls verantwortlich sindt. Nach Berliner Ausstellungsende am 12. Juni gehen die Arbeiten nach Lyon.

Das "Manifest der Zerbrechlichkeit" für Lyon besteht nach Angaben Bardaouils aus drei Kapiteln. Der erste Teil zeigt die Fragilität von Menschen am Beispiel von Louise Brunet, einer Arbeiterin aus der einstigen Seidenstadt Lyon, die auch in revolutionäre Kämpfe verwickelt war und schließlich in Beirut landete. Die libanesische Stadt steht für den zweiten Part, für Widersprüche und Nebeneinander von ausgelassener Lebensweise, Formsuche, politische Einflüsse auf die Kunst und Darstellungen von Krieg. Das dritte Kapitel befasst sich mit Brüchen der Welt.