Chinesischer Fotograf

Ren Hang stirbt mit 29 Jahren

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Ren Hang, der prominenteste Vertreter einer neuen chinesischen Fotografengeneration, ist mit 29 Jahren gestorben

Das berichtete zuerst das "British Journal of Photography". Ren Hangs analoge Farbfotografien fangen Emotionen ein, sie erzählen von Beziehungen, Freundschaften, Angst und Einsamkeit. Der 29-Jährige fotografierte nackte junge Frauen und Männer – meist waren es Freunde, in zunehendem Maße auch Fans. In oft lasziven Posen lichtete Hang seine Modelle vor monochromen Hintergrund ab, auf dem Dach eines schwindelerregenden Hochhauses oder setzte ihnen Requisiten wie Schlangen, Vögel, Katzen und Blumen auf.

Seine Bilder, die auf der ganzen Welt ausgestellt und publiziert wurden, werden häufig als provokant empfunden, sie sind oft explizit und humorvoll und verletzen moralische und soziale Tabus Chinas, indem sie Genderfragen thematisieren und traditionelle Geschlechterrollen umgehen. Der Autodidakt wurde in seinem Heimatland mehrmals wegen seiner Arbeit verhaftet. Künstlerkollege Ai Weiwei unterstützte den Chinesen.

Laut Medienberichten litt Ren Hang, der zuletzt in Peking lebte, an einer klinischen Depression, die er in literarischer Form in seinem Projekt "My Depression" verarbeitete.

Ren Hang wäre nächsten Monat 30 Jahre alt geworden. Einen Eindruck von seinen Arbeiten erhält man auf seiner Website.

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