Kunst und künstliche Intelligenz

Christie's versteigert Werk eines Algorithmus

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In der Auktion für Drucke und Editionen wird Christie's Ende Oktober in New York erstmals ein Kunstwerk versteigern, das von einer künstlichen Intelligenz hergestellt wurde

Das Auktionshaus teilte mit, der Verkaufspreis des Gemäldes "Edmond de Belamy" werde auf 7.000 bis 10.000 Dollar geschätzt. Ganz ohne Eingriff von außen ist das Gemälde aber nicht entstanden, denn dahinter steckt das Pariser Kollektiv Obvious, bestehend aus Hugo Caselles-Dupré, Pierre Fautrel und Gauthier Vernier. "Das Portrait zeigt einen Mann, vielleicht Franzose und vielleicht ein Kleriker", heißt es von Christie’s. 

Hugo Caselles-Dupré erklärt: "Wir möchten auf die Parallele hinweisen, die es zwischen dem Programmieren eines Algorithmus gibt und der Expertise, die das Handwerk und den Stil eines Künstlers ausmachen."

Die Arbeit ist Teil einer Serie von Porträts: "La Famille de Belamy". Alle davon sind die Arbeit eines Algorithmus, der aus zwei Teilen besteht, dem "Generator" und dem "Discriminator". Das System wurde zuerst mit 15 000 Bildnissen gefüttert, dann generiert der "Generator" daraus eigene Bilder. Vom "Discriminator" wird dann geprüft, ob sie als Abbilder von Menschen durchgehen. Der jedenfalls scheint eine Vorliebe für französische Rokoko-Malerei zu haben, denn die Familie Belamy sieht so aus, als wäre sie von François Boucher gemalt worden. 

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