Kolonialgeschichte

Denkmal für indigene Frauen ersetzt Kolumbus-Statue in Mexiko-Stadt

Kolumbus-Statue hinter einem Schutzzaun in Mexiko-Stadt
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Kolumbus-Statue hinter einem Schutzzaun in Mexiko-Stadt

Eine Statue von Christoph Kolumbus im Zentrum von Mexiko-Stadt soll durch ein Denkmal zu Ehren indigener Frauen ersetzt werden

Das teilte die Bürgermeisterin der mexikanischen Hauptstadt, Claudia Sheinbaum, am Sonntag mit. Die linke Politikerin begründete den Schritt mit der umstrittenen Rolle des italienischen Seefahrers in der Kolonialgeschichte Amerikas.

Die Satue soll laut Sheinbaum nicht ganz aus dem Stadtbild verschwinden, sondern an einem anderen, weniger prominenten Ort - dem kleinen Amerika-Park im Stadtteil Polanco - wieder aufgestellt werden. Die neue, von Künstler Pedro Reyes entworfene Statue soll bis Ende des Jahres fertig sein und den Namen "Tlalli" tragen - das bedeutet "Land" in der Azteken-Sprache Náhuatl.

Die Kolumbus-Figur stand seit 1877 an der Prachtstraße Paseo de la Reforma. Sie wurde bereits im vergangenen Oktober entfernt - um sie zu restaurieren, hieß es damals. Zuvor hatten linke Gruppen gedroht, sie am 12. Oktober vom Sockel zu stoßen. An diesem Tag wird in zahlreichen Ländern in Amerika der Ankunft von Kolumbus 1492 in der Neuen Welt gedacht.

Kolumbus (1451-1506) wird häufig als "Entdecker Amerikas" bezeichnet. Für seine Gewalt gegen die Ureinwohner und dafür, entscheidend zum transatlantischen Sklavenhandel beigetragen zu haben, wurde er aber auch viel kritisiert.