Düsseldorf

Dix-Gemälde von "Mutter Ey" in Kunstsammlung NRW

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Die "Mutter-Ey-Straße" in der Altstadt von Düsseldorf erinnert an eine mutige Frau, die eine Kunstgalerie für die Avantgarde betrieb. Von ihr gefördert wurde auch Otto Dix - sein Gemälde der Galeristin ist nun dauerhaft in der Kunstsammlung NRW

Eines der bedeutendsten Porträts des Malers Otto Dix (1891-1969) ist für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen dauerhaft gesichert. Das "Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey" aus den 20er-Jahren war zuvor lediglich als Leihgabe in dem vom Land Nordrhein-Westfalen getragenen Museum zu sehen. Mit finanzieller Hilfe der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Landes NRW wurde der Ankauf zu einem nicht genannten Betrag möglich.

Johanna Ey sei "eine Institution der rheinischen Kunstszene", und Dix habe ihr ein imponierendes Denkmal gesetzt, sagte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Dienstag. Dix malte sein "Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey" 1924 ironisch in der Tradition barocker Herrscherporträts. Ihre derbe Hand hat sie auf einer kleinen Säule abgelegt.

Mit dem endgültigen Verbleib in Düsseldorf kommt "Mutter Ey" gewissermaßen nach Hause. Ihre Galerie befand sich einst auf dem Areal der Kunstsammlung. Die aus einfachen Verhältnissen stammende, geschiedene Frau hatte Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nähe der Kunstakademie eine Backwarenhandlung. Sie nahm von Studenten Bilder in Zahlung und wurde als Seiteneinsteigerin zur Kunsthändlerin. Ey verkaufte auch Bilder von Dix, ihre Galerie wurde das Zentrum der Künstlervereinigung "Das Junge Rheinland".

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