Kulturstaatsministerin

Grütters will Aufklärung des kolonialen Erbes vorantreiben

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will in ihrer zweiten Amtszeit die Aufklärung des kolonialen Erbes in den Museen vorantreiben

Bei ihrer ersten Auslandsreise nach der Wahl kündigte sie dazu in Paris auch eine Zusammenarbeit mit Frankreich an, wie ihr Haus am Freitag mitteilte. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte sich vor wenigen Monaten überraschend bereiterklärt, Kunstschätze aus den früheren Kolonien in Afrika an die Herkunftsländer zurückzugeben.

Grütters traf zu dem Thema den außenpolitischen Berater Philippe Etienne und die Kulturberaterin Claudia Ferrazzi im Élysée-Palast. Als Mitglied der deutschen Delegation nahm an diesem Gespräch zudem die Kunsthistorikerin Prof. Bénédicte Savoy von der FU Berlin teil, die zur Beraterin Macrons für diese Fragen ernannt wurde. Sie sei auch für Grütters eine wichtige Impulsgeberin, hieß es.

Dem Koalitionsvertrag zufolge ist in der neuen Regierung auch das Auswärtige Amt für die Aufarbeitung der Kolonialzeit verantwortlich. In Berlin hat das Thema besondere Brisanz, weil in dem ab 2019 geplanten Humboldt Forum im Berliner Schloss zahlreiche Ausstellungsstücke aus den ehemaligen Kolonien stammen.

Bei ihrem Treffen mit der französischen Kulturministerin Françoise Nyssen beriet Grütters den Angaben zufolge auch über weitere gemeinsame Vorhaben und Ziele. Themen waren etwa Urheberrecht, Mehrwertsteuer und Kulturgutschutz. "Die Freundschaft und der enge Austausch zwischen zwei großen Kulturnationen sind zugleich auch Antrieb für Europa", erklärte sie.

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