Teures Bauprojekt

Haushaltsausschuss sichert Kosten für Berliner Museum der Moderne

Herzog & de Meuron, Stand der Planungen für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum, Herbst 2019, Ansicht auf die Westfassade mit Baumhof, Matthäikirchplatz und St. Matthäus-Kirche
Foto: © Herzog & de Meuron

Herzog & de Meuron, Stand der Planungen für das Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum, Herbst 2019, Ansicht auf die Westfassade mit Baumhof, Matthäikirchplatz und St. Matthäus-Kirche

Wegen Verdopplung der Baukosten ist das Museum der Moderne in Berlin schon vor dem ersten Spatenstich umstritten. Nun hat der Haushaltsausschuss die Finanzierung durchgewunken

Die umstrittene Finanzierung des Museums der Moderne in Berlin ist vom Haushaltsausschuss des Bundestages bestätigt worden. Während der Bereinigungssitzung des Ausschusses stimmte am Donnerstag nach dpa-Informationen eine Mehrheit der Abgeordneten für die Baukosten in Höhe von 364,2 Millionen Euro.

Die Gesamtsumme für das Projekt liegt allerdings bei rund 450 Millionen Euro. Doch stand die vom Finanzministerium bereits in Aussicht gestellte Finanzierung für eine mögliche Steigerung der Baukosten in Höhe von 52 Millionen Euro sowie knapp 34 Millionen Euro Risikokosten nicht zur Abstimmung.

Das von den Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron entworfene Museum war zunächst mit 200 Millionen kalkuliert worden. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für 2026 vorgesehen. Der erste Spatenstich ist noch in diesem Jahr geplant. Ursprünglich sollte das Museum 2021 öffnen. Zu Prestige-Objekten von Herzog & de Meuron zählen etwa die Elbphilharmonie in Hamburg, das Olympiastadion in Peking oder die Allianz Arena in München. Das Museum der Moderne soll eine der wichtigsten Sammlungen mit Kunst des 20. Jahrhunderts mit Künstlern wie Richter, Beckmann, Kirchner, Höch, Paik, Tübke, Mattheuer, Genzken, Piene, Tillmanns aufnehmen. Dafür hat das Museum 9000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Jeweils etwa 1000 Quadratmeter sollen die umfassenden Privatsammlungen Erich Marx sowie Ulla und Heiner Pietzsch füllen, die dem Museum überlassen werden.

"Angemessener Umgang mit Weltklasse-Sammlungen"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sieht mit der Entscheidung "den Anspruch Deutschlands als einer großen Kulturnation untermauert, mit ihren Weltklasse-Sammlungen angemessen umzugehen". Das Museum werde mit Kunst und Architektur in die Welt hinausstrahlen. Zu der umstrittenen Höhe der Kosten sagte Grütters: "Diese Summe ist für mich eine echte Schmerzgrenze." Deshalb seien Bauherren, Planer und Architekten verpflichtet, dem Bundestag alle sechs Monate über die Kostenentwicklung zu berichten.

Hermann Parzinger, Präsident der zuständigen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sprach von einem "guten Tag für die Kunststadt Berlin". Mit dem Museum entstehe "ein faszinierender Museumsbau zur Kunst- und Zeitgeschichte eines prägenden Jahrhunderts, das gesellschaftliche Debatten in der Gegenwart auslösen wird." Auch Parzinger räumte ein: "Wir wissen, dass die Kosten für das Projekt hoch sind." Deswegen solle der Finanzrahmen über "ein enges Monitoring" eingehalten werden.

Einen Kommentar zum kontroversen Vorhaben lesen Sie hier