"Blinder Galerist"

Johann König kritisiert Integrationsunterricht 

Galerist Johann König neben einer Arbeit von Kathryn Andrews in der Ausstellung "Circus Empire" in der König Galerie
Foto: dpa

Galerist Johann König neben einer Arbeit von Kathryn Andrews in der Ausstellung "Circus Empire" in der König Galerie

Der nach einem Unfall in seiner Kindheit nahezu erblindete Berliner Galerist Johann König hat vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen Integrationsunterricht infrage gestellt

"Menschen mit Einschränkungen sollen ja im Klassensystem integriert werden, was eine gute Idee ist", sagte König der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Umsetzung hinke allerdings oft. "Das kann man nur dann flächendeckend realisieren, wenn man das mit wahnsinnigen Mitteln ausstattet."

Jede Einschränkung bedürfe unterschiedlicher Förderung, sagte König. Ein autistisches Kind etwa benötige Raum, wo es frei zur Ruhe kommen könne. "Ein blindes Kind braucht eine andere Form von mehr Zeit und mehr Zuwendung, um Sachen zu begreifen im wahrsten Sinne des Wortes."

Der 37-jährige König beschreibt sein Leben und die Arbeit als "Blinder Galerist" in einem gleichnamigen Buch, das am Freitag (14. Juni) erscheint.