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London

Junya Ishigami entwirft Serpentine-Pavillon

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Junya Ishigami wird diesen Sommer den Serpentine-Pavillon in London entwerfen. Der japanische Architekt will, dass sein Bau ganz mit der Umgebung verschmilzt

Jeden Sommer lässt die Serpentine Gallery in den Londoner Kensington Gardens einen renommierten Architekten einen temporären Pavillon gestalten, der als Café und Veranstaltungsort genutzt wird. In diesem Jahr hat das von Hans Ulrich Obrist geleitete Ausstellungshaus Junya Ishigami für diese Aufgabe ausgesucht.

Der 1974 geborene Japaner ist ein extremer Architekt. Der Beitrag, den er 2010 auf der Architekturbiennale in Venedig in der von Kazuyo Sejima von Sanaa kuratierten Ausstellung im Arsenale zeigte, war so gut wie unsichtbar: Die Umrisse eines Hauses im Raum waren durch einen Faden markiert. Diese Andeutung war, im Maßstab eins zu eins, so ephemer, dass keine guten Bilder von ihr existieren. Und wenige Stunden nach der Pressevorbesichtigung kollabierte das Gebäude und manifestierte sich als Mythos. "Architecture as Air" wurde mit dem Goldenen Löwen als bester Beitrag der Ausstellung ausgezeichnet.

Damals hatte Junya Ishigami noch nicht viele Bauten realisiert. Inzwischen zieht sich das Arbeiten am Unmöglichen wie ein feiner Faden durch ein immer größer werdendes Werk. Ishigami, der bis 2004 beim Architekturbüro Sanaa arbeite, möchte für den Serpentine-Pavillon "mit unserer Vorstellung von gebauter Umgebung in Abgrenzung zur natürlichen Landschaft spielen". Sein Pavillon soll eine "natürliche und organische Anmutung" haben, "als wäre er aus der Wiese gewachsen". Er soll an ein Felsbrocken erinnern.

Junya Ishigami, der zahlreiche Projekte in China und Europa baut, wurde 2018 von der Pariser Fondation Cartier mit einer großen Einzelausstellung geehrt, die er selbst konzipiert hatte. Die Schau wird in diesem Jahr in der Power Station in Shanghai gezeigt. Monopol widmete dem Architekten in Ausgabe 04/2018 ein großes Porträt.

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